„Für Halver passend“

In der Grundschule „Auf dem Dorfe“ fand am Montagabend der erste von insgesamt drei Informationsabenden für Eltern von Dritt- und Viertklässlern in Halver statt. - Fotos: Pfannschmidt

HALVER -  Die geplante Errichtung einer Sekundarschule in Halver zieht immer größere Kreise. Nach Ratsbeschluss und Erstellung eines pädagogischen Konzeptes geht es jetzt darum, den Elternwillen zu ermitteln. Denn mindestens 75 Anmeldungen werden von der Landesregierung für eine Genehmigung vorausgesetzt. Am Montagabend fand der erste von drei Informationsabenden für Eltern und andere interessierte Bürger statt.

Dazu hatten sich rund 50 Halveraner im Forum der Grundschule „Auf dem Dorfe“ eingefunden. Ihnen standen neben Friedhelm Schröder, Leiter der Realschule, und seinem Vorgänger Hartmut Wächter, die über den Sachstand, die Ausgangssituation und den Handlungsbedarf informierten, noch Dr. Michael Fink, Berater des Fach-Arbeitskreises Sekundarschule, Marcus Kretschmer, Vertreter der Kooperationspartner, sowie Bürgermeister Dr. Bernd Eicker Rede und Antwort. Mit dabei waren auch Reinhard Neuhaus und Thomas Gehring vom Fachbereich Bürgerdienste. Um nicht nur rein theoretisch zu informieren und zu diskutieren, war Anne Rhode, Leiterin der Sekundarschule in Altena/Nachrodt-Wiblingwerde, eingeladen worden.

Von den drei Sekundarschulformen – integriert, teilintegriert und kooperativ – hat sich der Facharbeitskreis für die teilintegrierte Variante entschieden. Weil „es für Halver passend und auch umzusetzen ist“, wie Friedhelm Schröder betonte. Sie bietet nach den Orientierungsstufen ab Klasse 7 neben den Grund- und Erweiterungskursen eine Fachleistungsdifferenzierung in den Kernfächern und ab Klasse 8 auch berufsorientierten Unterricht (wir berichteten). Die Sekundarschule ist eine Ganztagsschule, an der Schülerinnen und Schüler den mittleren Schulabschluss oder die Fachoberschulreife mit Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe erreichen können. Auch eine Klassenwiederholung sei möglich, wenn die Klassenkonferenz sich dazu entscheidet. Dabei bleibt der Schüler jedoch im gewachsenen Klassenverband. Für Sekundarschulen gebe es zudem im Vergleich zur Realschule das Drei- bis Fünffache an Mittelzuweisungen, stünde eine Lehrkraft für 30 Schüler zur Verfügung, an der Realschule vergleichsweise für 35, listete Schröder auf.

Anne Rhode konnte aus der Praxis berichten. Über differenzierte Aufgabenstellungen und gestufte Hilfen, die den Kindern nach Leistungsniveau schwere und leichte Aufgaben anbieten. „Die Kinder bekommen sehr schnell heraus, sich so viel in Anspruch zu nehmen, wie nötig.“

Vorbehalte und Skepsis wurden von Seiten der Eltern insbesondere in Bezug auf den Ganztagsbetrieb geäußert. Die Räume der Realschule wurden als Problem für einen Ganztagsbetrieb mit Mensa gesehen, die Frage nach den Kosten gestellt und die kooperative Sekundarschule in Breckerfeld als funktionierendes Beispiel angeführt. Doch sei Halver für ein fünf- bis sechszügiges kooperatives Modell zu klein, so Bürgermeister Eicker.

Die nächsten Informationsabende finden am 7. Oktober in der Lindenhofschule und am 12. Oktober in der Grundschule Oberbrügge statt.

Von Yvonne Pfannschmidt

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