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Stadt im MK schafft Platz für Flüchtlinge aus der Ukraine

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Von: Florian Hesse

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Etwa 50 Plätze für Kriegsvertriebene könnten im früheren Hotel Haus Frommann in Carthausen bereitgestellt werden.
Etwa 50 Plätze für Kriegsvertriebene könnten im früheren Hotel Haus Frommann in Carthausen bereitgestellt werden. © Florian Hesse

An mehreren Stellen wird parallel gearbeitet, um Platz für Kriegsvertriebene aus der Ukraine zu schaffen. Und niemand kann voraussagen, ob die Ressourcen, die jetzt geschaffen werden, überhaupt ausreichen – oder überhaupt nicht benötigt werden.

Halver - Etwa 120 Menschen, die durch den russischen Einmarsch in die Ukraine ihr Zuhause verloren haben, hielten sich zurzeit in Halver auf, sagt auf Anfrage unserer Zeitung Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste und zuständig im Rathaus für die organisatorische Abwicklung und Unterbringung der Flüchtlinge. Die genannte Zahl ist damit deutlich niedriger als die erste Schätzung kurz nach Beginn des Krieges, als man in der Verwaltung noch von 200 Flüchtlingen in Halver ausging, die Zahl angesichts der Entwicklung im Osten Europas dann auf 500 deutlich nach oben korrigierte.

„Die Ströme verteilen sich anders als prognostiziert“, hat Gehring festgestellt und bezieht sich dabei auf eine Analyse von Social-Media-Daten, die ausweist, dass viele Ukrainer direktere Kontakte nach Italien pflegten. Der persönliche Kontakt aber sei dann auch Beweggrund, das entsprechende Land aufzusuchen.

Das könnte auch die zurzeit noch überschaubare Zahl für Halver erklären. Im Rathaus weiß man laut Melderegister von 49 Bürgern mit ukrainischer Staatsangehörigkeit, die hier leben, dazu 34 mit doppelter Staatsangehörigkeit. Nicht vermerkt ist, wie viele Halveraner ukrainische Wurzeln, aber einen deutschen Pass haben.

Ungeachtet dessen bemühe man sich auch auf Aufforderung der Bezirksregierung in Arnsberg, alles an Wohnraum herzurichten, was verfügbar sei, erläutert Gehring weiter.

Das betrifft in einer Größenordnung von etwa 50 Plätzen das frühere Hotel Haus Frommann in Carthausen. Die Heizungsanlage, die anfangs Sorgen gemacht habe, funktioniere. Mobilisiert werden soll der frühere Hoteltrakt, der den Vorzug biete, dass alle Einheiten dort mit Sanitäranlagen ausgestattet seien. Dies sei der erste Abschnitt. Berücksichtigt seien noch nicht eine weitere Wohnung und Aufenthaltsräume im anderen Trakt.

Bereits bezogen ist inzwischen eine der sanierten Wohnungen im ersten Stock des Coworking-Gebäudes an der Frankfurter Straße unterhalb der Polizeiwache. Und auch der frühere Awo-Kindergarten an der Weststraße werde als räumliche Ressource derzeit hergerichtet.

Zu den Gesamtkosten des Maßnahmenpakets lasse sich zurzeit nichts Konkretes sagen. Bereits im Vorfeld hatten Gehring wie auch Bürgermeister Michael Brosch im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger deutlich gemacht, dass insbesondere in der Anlaufphase mit erheblichen Mehrausgaben zu rechnen sei. „Ich hoffe, das Land erinnert sich an die Aufforderung an die Kommunen, schnell für Wohnraum zu sorgen“, sagt Gehring.

Kämmerer Simon Thienel hatte bereits im März ein Aufwandskonto unter dem Titel „Aufwand Flüchtende Ukraine“ geschaffen. Außerplanmäßige Aufwendungen und Auszahlungen seien dann zulässig, wenn sie unabweisbar sind und der Erfüllung von Pflichtaufgaben beziehungsweise der Gefahrenabwehr dienten. Dieser Umstand sei in der jetzigen Situation zweifelsfrei erfüllt,

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