Freiheitsstrafe auf Bewährung für Halveraner ohne Führerschein

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Eine Fahrt ohne Führerschein brachte einem 40-jährigen Halveraner eine viermonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung ein.

Halver/Lüdenscheid - Er zeigte sich wortkarg, der angeklagte Halveraner, der sich gestern wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis im Amtsgericht Lüdenscheid verantworten musste. „Ich bin gefahren und habe keinen Führerschein“, machte es der 40-Jährige kurz.

Gefahren ist der Mann am 29. August vergangenen Jahres, und zwar durch Halver. Um 23.15 Uhr geriet der Angeklagte an der Frankfurter Straße in eine allgemeine Verkehrskontrolle. Einen Führerschein konnte er damals nicht vorweisen. Den hatte er 2012 wegen Trunkenheit im Straßenverkehr verloren. Immer wieder hatte der Angeklagte versucht, das Dokument zurück zu bekommen. „Ich hab die MPU aber bis jetzt nicht geschafft“, gab der 40-Jährige zu. Am 29. August habe er seinen Sohn nach dessen Spätschicht von der Arbeit in Kierspe abholen wollen. „Es fuhr kein Bus mehr“, begründete der Halveraner die verbotene Fahrt.

Der 40-Jährige saß gestern nicht zum ersten Mal auf der Anklagebank. Lang ist die Liste seiner 1997 beginnenden Vorstrafen. Der Richter brachte es auf den Punkt: „Eine bunte Mischung.“ Neben fahrlässiger Tötung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Diebstahl war der Halveraner in der Vergangenheit mehrfach einschlägig wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis aufgefallen. Bislang hatte er dafür immer – teilweise hohe – Geldstrafen kassiert. Damit war gestern allerdings Schluss. Eine Freiheitsstrafe war fällig.

„Es ist nicht irgendein Spaß, es geht hier um etwas“, erklärte der Richter im Amtsgericht Lüdenscheid, der schließlich vier Monate Haft für angemessen erachtete. Da es die erste Freiheitsstrafe für den Mann ist, setzte der Richter sie zur Bewährung aus. Die Bewährungsdauer beträgt drei Jahre.

Während dieser Zeit sollte sich der Angeklagte straffrei führen. Als Auflage muss er 600 Euro Geldbuße an den Verein „Spielmäuse“ in Lüdenscheid zahlen. Der Vorsitzende verhängte zudem eine Sperre zur Neuerlangung des Führerscheins von zwölf Monaten.

Hohe Auflagen für neuen Führerschein

Ob der Halveraner den so einfach wiederbekommt, bezweifelte der Richter gestern stark. Der 40-Jährige habe bereits einige Vorstrafen im Zusammenhang mit Verkehrsdelikten. Nun ist eine weitere hinzu gekommen. Damit sei die Hürde, die MPU zu schaffen, noch höher.

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