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Forum für Ukraine-Flüchtlinge in Halver 

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Von: Torben Niecke

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Bei den Treffen kommt es regelmäßig zu angeregten Gesprächen zwischen den Vertretern der verschiedenen Organisationen.
Bei den Treffen kommt es regelmäßig zu angeregten Gesprächen zwischen den Vertretern der verschiedenen Organisationen. © Niecke

Im Bürgerzentrum in Halver findet jeden Monat ein Treffen für Flüchtlinge und Helfer statt. Dabei werden aktuelle Informationen ausgetauscht, als auch über die kleinen und großen Probleme im Alltag beratschlagt.

Halver – In Halver sind derzeit mehr als 280 Flüchtlinge aufgenommen. Davon stammen rund 200 aus der Ukraine. Um sich über die alltäglichen Probleme auszutauschen, die Kommunikation zwischen den Helfern zu erleichtern und sich einfach kennenzulernen, findet einmal im Monat ein Treff im Bürgerzentrum Halver statt.

Mit dabei sind in der Regel Vertreter des Märkischen Kreises, der Flüchtlingshilfe, der Mennoniten-Brüdergemeinde Halver, des Ordnungsamtes, des Jugendcafés Aquarium, aber auch Geflüchtete und Halveraner, die Flüchtlinge bei sich aufgenommen haben. Auch Bürgermeister Michael Brosch ist regelmäßig bei den Treffen dabei.

Für die Leiterin des Bürgerzentrums, Claudia Wrede, war die Idee eines monatlichen Austausches sehr naheliegend: „Die Leute sollen sich kennenlernen, und es ist ein guter Weg, Informationen untereinander auszutauschen.“

Das monatliche Treffen wurde kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine ins Leben gerufen. Jeden zweiten Donnerstag im Monat zwischen 14 und 16 Uhr öffnet das Bürgerzentrum dafür seine Türen.

Der Bürgermeister ist von der Hilfsbereitschaft der Halveraner begeistert

Michael Brosch betont, wie begeistert er von den Halveranern ist: „Wir wollten ein Forum schaffen, damit man zusammen an Problemen arbeiten kann und alle auf dem gleichen Stand bleiben. Dabei soll es nicht immer nur um die großen Probleme gehen. Auch Alltägliches ist immer wieder ein Thema. Ich bin schwer begeistert von der Hilfsbereitschaft.“

Die meisten der Flüchtlinge in Halver seien immer noch bei Privatpersonen untergebracht. Das sei sehr wichtig, damit sie auch ein bisschen Normalität und Alltag mitbekommen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass keiner von ihnen die Ukraine leichtfertig verlassen hat“, ergänzt Brosch anschließend.

Auch die ukrainischen Teilnehmer der Runde integrieren sich und freuen sich, so gut aufgenommen zu werden. Die Sprachbarriere meistern sie durch ihre offene Art mit Bravour.
Auch die ukrainischen Teilnehmer der Runde integrieren sich und freuen sich, so gut aufgenommen zu werden. Die Sprachbarriere meistern sie durch ihre offene Art mit Bravour. © Niecke, Torben

Ebenfalls regelmäßig bei den Treffen dabei ist Ionnis Kirgiazis. Er ist für das Kommunale Integrationsmanagement des Märkischen Kreises tätig. Seine Tätigkeit als Case Manager beschreibt er so: „Ich bin nicht für Einzelfälle zuständig. In der Regel arbeite ich mit Personen oder Familien zusammen, die gleich mehrere Probleme haben. Ich sorge dann dafür, dass die Leute die richtigen Ansprechpartner finden, und stelle Kontakte her. Zusammen mit den Betroffenen erfasse ich Ziele, die sie erreichen wollen und versuche, sie in die Selbstständigkeit zu führen.“ Häufig gehe es um Wohnungen, Sprachkurse und die Jobsuche. Er verweist darauf, dass auch in Halver künftig Sprachkurse stattfinden werden.

Besonders wichtig für diese Treffen seien laut Wrede Helfer, die übersetzen und dolmetschen können. So zum Beispiel Diana Hutchinson von der Flüchtlingshilfe. Die gebürtige Britin spricht neben deutsch und englisch auch französisch. Für sie ist es selbstverständlich, dass sie mit ihren Fähigkeiten hilft: „Ich wollte etwas Gutes tun. Ich bin in meinem Leben viel gereist und habe viele Kulturen kennengelernt. Da habe ich keine Berührungsängste mehr. Ich bin froh, Leute auf ihrem Weg begleiten zu können.

Ein ukrainisches Fest ist geplant

Boris Pauls als Vorsitzender der Mennoniten Brüdergemeinde Halver weiß seine Sprachkenntnisse einzusetzen. Die Mennoniten setzen sich sehr für die ukrainischen Geflüchteten in Halver ein. Sie stehen in engem Kontakt mit vielen Flüchtlingen und organisieren Versorgungsfahrten in Krisengebiete in der Ukraine. Dafür sammeln sie immer noch Spenden.

Für die monatlichen Treffen sucht das Bürgerzentrum aber immer noch weitere freiwillige Übersetzer und Dolmetscher.

Für das Treffen am 9. März haben sich die Organisatoren etwas ganz Besonderes überlegt. Mehrere ukrainische Frauen wollen sich zusammenschließen und ein kleines Fest veranstalten. Neben traditionellen Speisen soll's dabei auch Musik und Tanzgeben. So wollen sie sich bei allen Helfern bedanken und etwas zurückgeben. Das Fest wird für jeden zugänglich sein.

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