Forstinspektor wünscht sich reichlich Regen

Wenn’s doch nur so einfach wär: Ulrich Ackfeld kann die Wälder nicht gießen – er muss auf reichlich Regen hoffen. ▪ Weber

HALVER ▪ Ein paar Tage halten die jungen Bäume noch durch – doch dann wird’s kritisch. Es sind die heißen Temperaturen, die ihnen das Leben so schwer machen. Die Bäume drohen zu vertrocknen. In Halver. Und ganz Nordrhein-Westfalen.

Forstinspektor Ulrich Ackfeld ist machtlos: „Das ist die Natur. Wenn es nicht bald regnet, haben wir definitiv ein Problem.“ Und da helfe auch kein kurzer Schauer. Es müsste schon einige Tage durchregnen. „Ein sanfter Landregen, das ist es, was wir brauchen“, sagt er im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger.

Der Forstbetriebsbeamte skizziert das Horrorszenario: Im schlimmsten Fall würden zehntausende junge Bäume sterben. Jährlich pflanzt Ackfeld mit einem Team 80  000 bis 100 000 Stück. Um die vom Orkan Kyrill zerstörten Flächen wieder aufzuforsten. Jetzt musste er die Aktion vorzeitig stoppen. Knapp 2000 Bäume hat er nicht mehr in die Erde setzen lassen. „Wir haben schon darauf geachtet, nicht nur die Südhänge zu bepflanzen", erklärt der Förster.

Am schlimmsten steht es zurzeit um die Nadelbäume: „Die haben ihre Nadeln ja bereits und sind voll in der Wachstumsphase“, erklärt Ulrich Ackfeld. Die Laubbäume hätten noch geschlossene Knospen und bräuchten daher nicht so viel Energie.

Und obwohl noch immer Waldbrandstufe vier besteht, das drohende Baumsterben bereitet dem Halveraner deutlich mehr Sorge: „Die Menschen sind sehr vernünftig. Auch an Ostern haben sie sich an die Spielregeln gehalten.“

Etwas entspannter kann Klaus Brunsmeier vom Verein Heesfelder Mühle mit dem sonnigen Wetter umgehen. „Wir bangen bei unseren Obstbäumen eher, wenn es Nachts friert. Das tut denen gar nicht gut“, sagt er. Die Bäume seien aber alle noch sehr schön grün und abgemulcht.

Gegen die Trockenheit ist das Team der Heesfelder Mühle dank eines Wassertransporters gut gerüstet. Noch mussten sie zwar nicht ausrücken, aber wenn es weiterhin keinen Regen gibt, wollen sie nachhelfen. Doch auch Klaus Brunsmeier räumt ein, dass ihm etwas Regen schon lieber wäre. ▪ Lisa Weber

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