Formen, eingipsen und anmalen: Mumie im Eigenbau

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Kinder des offenen Ganztags der Grundschule „Auf dem Dorfe“ haben in den Osterferien mit viel Spaß eine lebensgroße Mumie gebastelt.

Halver - „Die Kindermumie fand ich süß – aber irgendwie auch traurig“, sagt der neunjährige Leon Gill. Er ist einer der Schüler, der in den Ferien den offenen Ganztag der Grundschule „Auf dem Dorfe“ besucht hat. Und als Wochenprogramm gab es eine ganz besondere Aufgabe: Eine eigene Mumie basteln.

Von Sebastian Berndt

Als ersten Schritt dafür besuchten die Kinder die Mumien-Ausstellung im Neanderthal Museum Mettmann, schließlich musste ja erstmal ein Grundwissen geschaffen werden.

„Die Kinder waren sofort fasziniert von der Ausstellung“, sagt Lioba Kruse, Leiterin des offenen Ganztages. „Die Museumspädagogin hat den Schülern sehr gut und kindgerecht anhand einer Pharao-Familie erklärt, wie die Ägypter nach ihrem Versterben auf das Leben nach dem Tod vorbereitet werden“, so Kruse. „70 Tage dauerte das“, kann sich Leon Gill noch erinnern, wie lange sie dabei für die Mumifizierung brauchten. Für ihn sei zumindest die große Mumie „sehr erschreckend gewesen“.

Im Anschluss durften die Kinder noch Miniatur-Sargdeckel gestalten, ganz nach eigener Phantasie. Lebensgroß sollte dagegen die Mumie werden, die dann in der Grundschule gebastelt wird. „Dazu haben wir mit Kaninchendraht die Form einer Schaufensterpuppe abgenommen und diese mit Zeitungspapier gefüllt“, sagt Kruse. Der neunjährige Nils Gronemeyer hat fleißig mitgeholfen: „Das hat echt Spaß gemacht, den Draht zu zwicken, dann die Zeitung zu zerknüllen und da rein zu stopfen.“

Anschließend wurde die papiergefüllte Drahtform mit Gipsbandagen umwickelt. Hilfe hatten die Kinder dabei von Künstlerin Petra Pfaff die auch die Maske für die Mumie gestaltete.

Als Hand-Modelle fungierten dagegen die beiden neunjährigen Karina Lipp und Marie Schlei. „Wir haben uns den Gips auf den Arm gemacht und damit dann unsere Mütter erschreckt“, erzählt Marie und lacht. „Sobald der Gips trocken war, haben wir die Formen als Hände auf die Mumie gelegt“, ergänzt Karina.

Goldschmuck als Grabbeigabe

Am Donnerstag, als zumindest die äußere Schicht des Gipses getrocknet war, bekam die Mumie ihre erste „Farbgrundierung“. Mit goldener Farbe wurde die Form von oben bis unten eingesprüht. Mit feinen Pinseln konnte ein Teil der Kinder die ersten Verzierungen aufmalen, andere fertigten Goldschmuck, wie Ketten und Ringe, als Grabbeigabe für die Mumie.

Gestern stand neben der ein oder anderen Kleinarbeit das große Reinemachen auf dem Programm. Zumal die Mumie bisher auch noch nicht bewegt werden darf, wie Kruse erklärt: „Dafür ist der Gips leider noch zu nass. Wenn der aber getrocknet ist, wollen wir sie aufstellen und einen passenden Hintergrund gestalten.“

Die Idee für das Gestalten einer eigenen Mumie sei Kruse spontan gekommen, als sie einen Bericht über die Ausstellung im Neanderthal Museum in der Zeitung las. Sie möchte auch im Namen der Kinder allen Beteiligten, etwa elf seien es gewesen, für ihre Hilfe danken.

Insgesamt hatten sich 18 Schüler der Klassen 1 bis 4 der Grundschule „Auf dem Dorfe“ für das Ferienprojekt angemeldet.

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