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Die Lebensgefahr im Wald bleibt auch nach den Stürmen

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Von: Florian Hesse

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Im Wald bleibt‘s gefährlich auch ohne Wind.
Im Wald bleibt‘s gefährlich auch ohne Wind. © Hesse, Florian

Nachdem drei Sturmtiefs mit zum Teil orkanartigen Böen innerhalb von weniger als einer Woche die Region durchgerüttelt haben, warnen Fachleute dringend vor dem Betreten der Wälder.

Halver - Das Schadensprofil sei landesweit durchaus unterschiedlich, heißt es seitens des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Eine vollständige Beurteilung der Situation sei noch nicht einmal möglich, weil viele Waldwege noch durch umgestürzte Bäume blockiert seien. Eine vollständige Lageeinschätzung könne voraussichtlich in der kommenden Woche erfolgen, heißt es auf Landesebene.

Das gilt auch für Halver. „Am Freitag war die Lage noch überschaubar. Jetzt haben wir es an allen Ecken und Kanten“, sagt Astrid Becker, Geschäftsführerin der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Halver für rund 350 darin zusammengeschlossene Waldbesitzer.

Laubwald massiv getroffen

In erster Linie haben die Stürme, die von Mittwoch bis in den Montag hinein geblasen haben, das Laubholz getroffen. „Der Windschutz fehlt. Im Laubwald haben wir jetzt eine ganz andere Situation“, so ihre Feststellung. Mit den aufgrund des Käferbefalls flächendeckend abgeräumten Fichtenbeständen fehle der Windschutz. Besonders berührt auch diesmal: die Köpfe bei Ostendorf und Halverscheid.

Problem bei Ylenia, Zeynep und Antonia war nicht allein der Winddruck, dem die Bäume ausgesetzt waren, sondern, dass auch die Böden durch den Dauerregen völlig durchnässt sind. Doch auch da, wo sie nicht komplett mit dem Wurzelteller gekippt sind, bestehe unverändert Lebensgefahr im Wald, warnt der Landesbetrieb. Im Kronenraum hängt abgebrochenes Geäst, das auf Wege fallen kann. Bäume sind ineinander gekippt und können auch ohne weitere Einwirkung stürzen. Und selbst was am Boden liegt, kann noch brandgefährlich sein, wenn sich beim Überklettern Äste lösen und das unter Spannung liegende Holz Katapultwirkungen entfalten kann.

Rettungswege blockiert

Sollte im Wald etwas schiefgehen, ist es zurzeit weitaus gefährlicher als sonst. Unfallstellen sind für Rettungsfahrzeuge vielfach unerreichbar. Der Wegebau hat keine Chance, mit den Aufräumarbeiten aufgrund des Borkenkäferbefalls hinterherzukommen.

Wann Spaziergänger und Hundebesitzer wieder uneingeschränkt die Natur genießen können, lässt sich nicht genau sagen. Das liegt zum einen daran, wann die aktuellen Sturmschäden beseitigt sein werden, zum anderen auch daran, dass nach wie vor die gewohnten Wege völlig ausgefahren sind. Die meisten von ihnen sind in privatem Besitz, vielfach haben sich Waldbesitzer zu Wegebaugemeinschaften zusammengeschlossen und zahlen die Herstellung oder Reparatur über das sogenannte Rollgeld. Sie dienen in erster Linie forstwirtschaftlichen Zwecken, können von Wanderern aber begangen werden. Bloß: Einen rechtlichen Anspruch auf einen anhaltenden Idealzustand gibt es nicht. Und was machen nun Naturfreunde, die es jetzt unbedingt nach draußen zieht? „Eigentlich nur noch da in den Wald gehen, wo keine Bäume mehr stehen“, bedauert Astrid Becker.

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