Feuerwehrleiter im Interview

Flutkatastrophe aus Sicht der Feuerwehr: „Eine gewisse Leere hat uns erfasst“

Hochwasser in Oberbrügge: Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.
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Hochwasser in Oberbrügge: Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

Den 14. Juli werden die Menschen im Volmetal so schnell nicht wieder vergessen. Das Hochwasser kam und zerstörte einige Existenzen. Die Feuerwehr und viele andere Hilfskräfte waren im Dauereinsatz.

Halver/Oberbrügge - Auch Dennis Wichert war in die Flutkatastrophe stark involviert. Über das Erlebte sprach Sarah Lorencic mit dem Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Halver.

Wo kommen Sie gerade her?
Ich komme von meiner Dienststelle aus Münster. Ich bin Feuerwehrbeamter am Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen und arbeite dort als Dozent für Gruppenführer und Spezialausbildung.
Das heißt, ihr komplettes Leben ist stark von der Feuerwehr beeinflusst, den ganzen Tag?
Ja, schon. Es ist mein Beruf und wenn ich Feierabend habe, geht es im Ehrenamt weiter.
Haben Sie einen Tag wie den 14. Juli schon einmal erlebt? Oder etwas Vergleichbares?
Nein. Dynamische Lagen kennen wir. Wenn man zu einem Feuer alarmiert wird, ist es auch ein schnell fortlaufendes Ereignis, aber irgendwann findet das seine natürlichen Grenzen. Sei es im Baulichen oder aber unsere Maßnahmen führen zum Erfolg. Aber diese Lage, die nicht nur punktuell war, war anders.
Warum?
Wir hatten zwei Schwerpunkte. Zum einen die Firma Schürfeld und später auch Oberbrügge. Wir haben im Feuerwehrgerätehaus Stadtmitte im Stab gesessen, zusammen mit dem Bürgermeister und Thomas Gehring (Anm. d. Red.: Leiter der Bürgerdienste) und die Nachrichten, die wir aus Oberbrügge bekommen hatten, ergaben kein Bild. Normalerweise kann man Punkte zusammenziehen und dann weiß man, wo Wasser steht. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, dass ich die Position wechsel und nach Oberbrügge fahre, weil es der zentrale Einsatzschwerpunkt war. Thorsten Wingenbach blieb im Feuerwehrgerätehaus und koordinierte den Rest, der im Stadtgebiet anfiel. Es stellte sich so dar, dass ich über die Heerstraße fuhr und auf der Brücke schon das Wasser stand.
Das hat Sie da schon überrascht?
Ja, dass das so ist, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Das war eine Entwicklung, die sich in weniger als einer Stunde aufgebaut hat. Es war eine Situation, in der man schnell an die technischen Grenzen kommt.
Was denkt man in so einem Moment?
Tatsächlich macht die Berufserfahrung einiges. Und man fragt sich nur: Wo fange ich jetzt an? Dann setzt man schnell Schwerpunkte: Was kann ich noch machen, was muss ich sofort machen und was brauche ich dafür? Dann war es tatsächlich eine glückliche Fügung, dass wir durch den Einsatz bei der Firma Schürfeld mit dem Tiefbauunternehmen Dohrmann zusammengearbeitet haben. Die Mitarbeiter haben uns mit zwei großen Traktoren unterstützt – das taten sie dann auch in Oberbrügge und haben damit gewisse Maßnahmen erst möglich gemacht. Denn unsere Fahrzeuge haben eine Wattiefe von circa 40 Zentimetern und ab da könnte das Wasser Schäden anrichten. Wir hatten aber eine Wassertiefe zwischen 80 und 100 Zentimeter. Wir hätten gar nicht mehr reagieren können. Die Unterstützung hat das erst ermöglicht.
Das Wasser konnten Sie nicht mehr aufhalten...
Ja, zu dem Zeitpunkt wurde klar, dass das kein Eindämmen des Hochwassers mehr war. Und dass man die Volme mit Sandsäcken wieder in ihre Bahn lenkt, war auch nicht mehr möglich. Zu dem Zeitpunkt hatte uns der Fluss schon signalisiert: ,Ich gehe jetzt nicht mehr in mein Bett’.
Die Anwohner waren in Gefahr?
Wir wussten nicht, wie viele Menschen tatsächlich noch in dem betroffenen Bereich waren. Die Ahelle und Oberbrügge sind eingekesselt von der Bahnlinie und der Volme. Das heißt, die Menschen können nicht einfach mal weggehen. Es war wie eine kleine Insel, um die man sich gekümmert hat. Als Feuerwehr denkt man immer in seinen kommunalen Grenzen, und die hören in Oberbrügge eigentlich am Ortsschild auf, danach ist Lüdenscheider Gebiet. Im Laufe der Zeit kamen allerdings Einsatzmeldungen aus Lüdenscheid bei unserem Meldekopf an. Warum kann ich nicht sagen. Vielleicht weil die Einsatzkräfte nicht mehr nach Brügge kamen. Im Endeffekt war es ein glücklicher Fehler, weil wir auch in diesen Bereich eingefahren sind und dort noch viele Menschen angetroffen und herausgeholt haben.
Wie hat das funktioniert?
Es war spannend, zu sehen, wie alle zusammengearbeitet haben. Man hat immer Leute, die nicht den letzten Schritt gehen. An diesem Tag aber sind alle noch mal einen Schritt weiter gegangen. Wirklich alle sind bis an ihre Belastungsgrenze gegangen und auch darüber hinaus.
Haben Sie ein konkretes Beispiel?
Wir wurden zum Beispiel zu einem Kellerbrand gerufen –auf Lüdenscheider Stadtgebiet. Unsere erste Reaktion war: ,Das ist jetzt ärgerlich, aber da können wir jetzt nichts mehr machen.’ Dann kam aber der Funkspruch, dass dort noch eine Familie mit ihrem pflegebedürftigen Kind drüber ist. Und da wurde es dann auch bei uns hektisch. Wir haben gefühlt ein halbes Löschfahrzeug auf einen der Anhänger von Dohrmann geschmissen und haben dann das Kind, Mama und Papa und noch ein Geschwisterchen gerettet. Das war Dramatik.

Der Tag nach dem Hochwasser in Oberbrügge.

Der Tag nach dem Hochwasser in Oberbrügge.
Der Tag nach dem Hochwasser in Oberbrügge.
Der Tag nach dem Hochwasser in Oberbrügge.
Der Tag nach dem Hochwasser in Oberbrügge.
Der Tag nach dem Hochwasser in Oberbrügge.
Wussten Sie, was im Märkischen Kreis parallel ablief beziehungsweise in weiteren Regionen?
Zu dem Zeitpunkt war uns nicht bewusst, was in der Eifel passiert. Wir kannten die Bilder aus Altena und fanden das schon sehr schlimm. Wenn man sich aber heute die Bilder aus der Eifel ansieht, (Pause) dann haben wir viel Glück gehabt, viel Gutes getan, aber man kann es nicht vergleichen.
Sie kannten die Bilder aus Altena. Auch die Nachricht, dass ein Kamerad dort beim Einsatz gestorben ist?
Die Nachricht habe ich bereits bekommen, als ich im Feuerwehrgerätehaus war. Und als ich beim Kreis anrief – eigentlich um zu fragen, welcher Pegel noch erwartet wird –, teilte man mir mit, dass noch ein weiterer Kamerad gestorben ist. Das war ein Wort.
Was hat das bei Ihnen ausgelöst?
Eine gewisse Leere hat mich und uns erfasst. Uns wurde allen klar, das kann auch in Halver passieren. Menschen dann trotzdem in überflutete Bereiche zu schicken, wo man selbst nicht genau weiß, was sie dort erwartet, war schon schlimm.
Trotz Risiko hörten Sie alle nicht auf. Das ist nicht selbstverständlich.
Wir hatten über Funk immer Kontakt. Die Meldungen waren dramatisch. Normalerweise haben wir bei Bränden einen Trupp, der nur dabei ist, um im Notfall die eigenen Kräfte zu retten. Das hatten wir nicht. Wir sind schon ein kalkulierbares Risiko eingegangen, aber ein Risiko, ja.
Als Feuerwehr übt man sehr viel. Aber kann man sich auf so etwas überhaupt vorbereiten?
Für das rein Technische und das Umsetzen vor Ort kann ich das für uns fast ausschließen. Wir üben erwartbare Dinge. Das war nicht erwartbar. Wir haben ein kleines Schlauchboot in Halver. Das hat bisher immer gereicht. Den Transport von Booten aber haben wir nicht geübt. Diese Situation war etwas Neues.
Auch Menschen retten, wenn einen halben Meter hoch das Wasser vor der Tür steht, haben wir nicht geübt. Ich wüsste auch nicht wie. Die Vorgänge im Stab üben wir natürlich.
Corona hat regelmäßiges Üben, wie Sie es kannten, lange Zeit erschwert, zum Teil unmöglich gemacht.
Ja, wir haben uns nur auf das Nötigste beschränkt.
Und hat das denn dem Team geschadet?
Ich finde das ganz faszinierend bei uns. Wir können uns ein halbes Jahr nicht sehen und dann kommt so eine Lage. Da waren Feuerwehrleute, die während Corona weniger da waren. An diesem Tag waren alle da. Einer kam mit schweren Rückenschmerzen zum Einsatz. Er fuhr immer wieder kurz nach Hause, um eine Schmerztablette zu nehmen. Und er war da, weil er wusste, dass jede Hand gebraucht wird.
Wie viele waren im Einsatz?
Wir waren rund 130 von 160, die an Einsätzen teilnehmen. Von den Übrigen waren manche im Urlaub oder auch auf Lehrgängen. Keiner blieb einfach so weg. Was ich sagen will: Das ist auch ein Zeichen. Dafür, dass die Feuerwehr Halver funktioniert.
Wann war für die Feuerwehr der Hochwasser-Einsatz tatsächlich beendet?
Den letzten Einsatz haben wir am Donnerstagabend gegen 23 Uhr abgeschlossen. Darauf folgte am Freitag das große Putzen. Schläuche und Fahrzeuge reinigen zum Beispiel. Samstag haben wir wieder im Gerätehaus gesessen und drei Fahrzeuge angeboten, um in anderen betroffenen Gegenden zu unterstützen. Wir sind nicht abgerufen worden.
Sie haben dafür im Märkischen Kreis Hilfe geleistet?
Ja, wir waren bereits am Mittwochmittag mit drei Fahrzeugen in Werdohl zur Unterstützung. Da war noch nicht absehbar, wie sich die Lage in Halver entwickeln würde. Und bei uns Feuerwehrleuten heißt es immer ,leben in der Lage’.
Ein Kamerad von Ihnen erzählte mir, dass ein Autofahrer ihn genervt angesprochen hat, als er eine Straße absperrte. Haben Sie weitere Erfahrungen dieser Art gemacht? Oder auch Hochwassertouristen erlebt?
Zum Thema Hochwassertouristen: Ich glaube, dass gefühlt die gesamte Stadt Halver einmal versucht hat, Richtung Bundesstraße zu fahren. Als wir Menschen aus Oberbrügge ins Bürgerhaus evakuiert haben, kamen sehr, sehr viele Bewohner gucken. Aber bei der ersten Ansprache von uns Feuerwehrmännern sind fast alle gegangen. Nur vereinzelt kamen welche zurück, um noch ein Handyvideo zu machen. Aber nichts allzu Dramatisches, wir sind da ganz andere Dinge gewohnt. Eigentlich will ich darüber auch gar nicht reden. Lassen sie uns lieber über die Menschen reden, die uns geholfen haben.
Gerne.
Ich bin selber Oberbrügger. Vielleicht war es deshalb für mich auch noch ein bisschen etwas anderes. Da waren Leute, die ich nie so eingeschätzt hätte. Manche wollten Kaffee kochen im Bürgerhaus oder ihre Pumpen zur Verfügung stellen. Schon an dem Abend gab es eine enorme Hilfsbereitschaft. Einen Tag später haben wir Essen vom Seniorenzentrum Bethanien bekommen. Ralli bringt’s, der Partyservice, hat Essen gemacht, es wurde Kaffee gebracht, unzählige Angebote. Dienstag, bei einem Folgeeinsatz, kam ein Taco-Unternehmen aus Lüdenscheid und hat für neun Personen als Dank für vergangene Woche ein Menü ins Gerätehaus gebracht. Wir haben derzeit sogar Kontakt zu einem Physiotherapeuten, der uns angeboten hat, uns zu massieren. Das ist Wow. Das ist auch das, was die Feuerwehr in ganz NRW sagt.
Dennis Wichert, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Halver.
Vielleicht versteht man Feuerwehr & Co. jetzt noch einmal mehr als Retter in der Not.
Das Wort Retter ist ein schöner Begriff. Held auch.
Aber?
Bestimmt haben wir auch Dinge gemacht, die vielleicht heldenhaft waren, die man aber besser nicht aufschreibt. Ich glaube, Helfer ist ein guter Begriff. Die Leute haben getan, was getan werden musste. Und wenn noch ein Schritt mehr gegangen werden musste, dann wurde der gegangen.
Michael Brosch sagte kürzlich im Interview, man müsse nun schauen, ob man vielleicht ein neues Boot oder neue Fahrzeuge braucht. Was meinen Sie? Macht das Sinn auch mit Blick in die Zukunft?
Ich bin durch den Beruf geprägt. Ich bin kein Klimaforscher, aber für uns als Feuerwehr ist es klar, dass der Klimawandel auch uns betreffen wird. Wir brauchen in Halver nur darauf zu schauen, dass wir mehr Starkregenereignisse haben. Nicht in dieser Ausprägung vom 14. Juli, aber wir hatten auch eine Woche vor dem Hochwasser fünf Einsätze wegen Starkregens. Diese Einsätze nehmen zu. Auch unsere Wälder, die geschädigt wurden mit der wachsenden Gefahr von Vegetationsbränden. Dem Ganzen würden wir mit dem derzeitigen Fahrzeugpark schwieriger Herr werden, weil wir schlicht keine Fahrzeuge haben, die dafür geeignet sind, durch tiefes Wasser oder unwegsames Gelände zu fahren.
Also?
Wir werden sicherlich Anpassungen vornehmen müssen. Ob es ein neues Fahrzeug wird oder andere Beschaffungen geplant werden, steht noch auf einem anderen Blatt. Es wäre aber nach zwei Wochen auch eine Kurzschlussreaktion. Wir müssen das durchdenken. Kaufen wir Dinge für ein singuläres Ereignis, dass sich vielleicht in 40 Jahren nicht wiederholt? Oder machen wir uns jetzt Gedanken, in welchen Bereichen wir noch nicht so stark aufgestellt sind? Wir werden darüber in Kürze sprechen. Ob es ein Fahrzeug wird? Kann sein. Ob es ein Boot wird? Kann sein. Manche Dinge werden mit dem Kreis besprochen. Was aber klar ist, ist, dass wir zum Beispiel das Feuerwehrgerätehaus mit Notstrom versorgen müssen. Wir könnten Strom zwar mit einem Fahrzeug einspeisen. Aber das Fahrzeug sollte im Notfall eigentlich woanders unterwegs sein.
Investiert Halver Ihrer Meinung nach genug in die Feuerwehr?
Wir schreiben alle fünf Jahre, das ist Vorgabe, einen Brandschutzbedarfsplan. 2023 ist das wieder dran, kommendes Jahr starten die Vorplanungen. Da steht dann drin, was eine Feuerwehr leistet und was sie leisten sollte. Da sind wir auf einem sehr guten Weg, ich kann mich in Halver überhaupt nicht beschweren. Wir finden mit all unseren Anliegen Gehör. In der Verwaltung und auch in der Politik.
Ist der Klimawandel auch Thema bei Ihnen im Institut? Setzt man sich dort damit auseinander, dass die Einsätze heftiger werden?
Wir haben Dezernate, die sich mit diesen Auswirkungen befassen. Wir sind aber auch Teil von Forschungsprojekten. Wir haben Kollegen, die sich mit der Vegetationsbrandbekämpfung sehr intensiv befassen, und ich gehe sehr fest davon aus, dass der Bereich Hochwasserschutz/Katastrophenschutz wieder mehr in den Fokus rücken wird – weil das Ereignis so präsent ist. Also ja, das ist schon Thema. Das merkt man auch an den Fahrzeugbeschaffungen des Landes – die gehen genau in die Richtung.
Und die Kommunen unterstützen sich ohnehin. Aber das ging am 14. Juli nur bedingt?
Ja, eigentlich ist es so: Wenn in Halver etwas Schlimmes passiert, ein großer Brand, schwerer Unfall – wenn ich jemanden brauche, dann rufe ich sprichwörtlich um Hilfe und innerhalb kurzer Zeit, sind Züge aus anderen Städten hier. Aus Breckerfeld, Schalksmühle, Radevormwald, Kierspe oder auch Meinerzhagen. Wenn aber alle selbst betroffen sind, dann kommt keiner. Und das war jetzt der Fall. Das ist keine Kritik. Aber dann muss man sich selber helfen können. Deshalb muss man gewisse Dinge selber vor Ort haben, es reicht nicht, wenn der Kreis sie vorhält. Wie kommen die Boote nach Halver, wenn sie gerade woanders im Einsatz sind? Geholfen haben uns auf jeden Fall das THW und das DRK, sowie zwei überörtliche Züge aus Möhnesee und Ense.
Brauchen Sie vielleicht die Unterstützung von Notfallseelsorgern?
Bereits am Freitag kam eine Anfrage des Kreises diesbezüglich. Ich habe es erst einmal abgelehnt. Die genannte Zeit, in der wir die Fahrzeuge gereinigt haben, haben wir genutzt, um zusammenzusitzen und zu sprechen. Das ist sicher noch nicht bei jedem abgeschlossen. Ich persönlich bräuchte wahrscheinlich auch erst einmal eine Woche Urlaub, alleine um über all das Geschehene nachzudenken. Ich bekomme noch immer täglich Anrufe, bin auch dienstlich damit beschäftigt. Mich hat das Thema noch nicht losgelassen. Aber auch hier macht sich die Gemeinschaft wieder bemerkbar. Man achtet aufeinander. Und wenn man sich einfach mal jemanden zur Seite nimmt und er mal ein paar Tränen verdrücken kann – das hilft schon.
Was sind das für Situationen, die Sie im Kopf haben?
Bei mir sind es Bilder, wie ich einen Trupp in einen Bereich schicke, wo zwei Personen sind, die ein Beatmungsgerät haben. Der Akku ist fast erschöpft. Ich weiß aber nicht, wie hoch das Wasser in dem Bereich ist. Da habe ich noch das Bild im Kopf, wie das Auto aus meinem Sichtbereich fährt, ohne zu wissen, ob es wiederkommt. Ob es so dramatisch ausgegangen wäre, wie es in meinem Kopf ist –wohl nicht. Ist es aber auch nicht.
Dann wiederum sehe ich Menschen, die ich nur lachend und fröhlich kenne, die mir aber weinend in die Arme fallen, als ich sie vom Boot hole. Wir Feuerwehrmänner funktionieren zwar, aber in solchen Momenten wird einem klar, was man gerade macht. Wir produzieren hier keine Helden. Aber ich kann nur sagen, das ist ein tolles Ehrenamt. Das zeigt sich an solchen Tagen.
Was wollen Sie gerne noch loswerden? Die letzte Frage gehört Ihnen.
Stolz ist für mich ein Begriff, für den man etwas machen muss. So häufig, wie ich diesen Begriff in den vergangenen zwei Wochen benutzt habe, ist das für mich untypisch. Aber ich meine das so. Ich bin sehr stolz auf jeden Einzelnen. Auch auf die Helfer. Die, die Keller ausgeräumt haben, woanders unterstützt haben. Ich habe in einem Artikel gelesen und unterschreibe es so: Der Kit ist wasserdicht. Der Kit der Gesellschaft ist wasserdicht.

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