Noch keine Zuweisungen in diesem Jahr

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Halver - In diesem Jahr hat es für Halver noch keine Zuweisung von Flüchtlingen gegeben. 195 von ihnen leben zurzeit in der Stadt. Halver ist damit weit entfernt von einem Szenario, wie es noch zu Beginn vergangenen Jahres angenommen wurde – nämlich Platz für rund 600 Menschen schaffen und bereithalten zu müssen.

Die derzeitige Flüchtlingssituation war jetzt Thema im Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales. Die Stadt erfüllt nach den Zuweisungsrichtlinien ihr Aufnahmesoll zu knapp 90 Prozent. Rechnerisch wären es 27 Flüchtlinge mehr, die im laufenden Asylverfahren oder als geduldete Flüchtlinge (ohne Anerkennung als Asylberechtigte) untergebracht werden müssten. Des weiteren leben 19 Flüchtlinge mit Anerkennung in Halver, die nach Inkrafttreten der Wohnsitzauflage zum 1. Dezember letzten Jahres zugewiesen wurden. Neun von ihnen hätten bereits mit Wohnraum versorgt werden können, berichtet Fachbereichsleiter Thomas Gehring im Ausschuss.

Der Begriff der Wohnsitzauflage bedeutet, dass diese Menschen über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren in der Stadt bleiben. Die Auflage wurde geschaffen, um nach der Anerkennung des Flüchtlingsstatus zu vermeiden, dass die Flüchtlinge verstärkt in die Ballungszentren ziehen. Damit erhofft man sich auch eine bessere Wirksamkeit von Integrationsmaßnahmen. Bei dieser Gruppe besteht allerdings erkennbar Handlungsbedarf. An dieser Stelle erfüllt Halver das Soll nur zu 67 Prozent. Rechnerisch wären es 33 Personen mehr, die dauerhaft mit Wohnraum versorgt werden müssten.

Von der weiteren Entwicklung der Flüchtlingszahlen ist auch die Belegung der städtischen Unterkünfte abhängig. 335 Plätze stünden bei voller Belegung zur Verfügung. Damit wären theoretisch 145 Plätze frei. So sind die Häuser am Kirchlöher Weg jeweils nur etwa zur Hälfte belegt, ähnlich gilt das für den Bahnweg 6. Drei für die Unterbringung vorgesehene Gebäude nutzt die Stadt zurzeit nicht für diesen Zweck. Darunter ist auch das Haus Frommann, das zwischenzeitlich teilweise mit zwei Familien belegt gewesen sei, erläutert Gehring. Aufgrund der hohen Betriebs-, insbesondere Heizkosten habe es sich als sinnvoll herausgestellt, die Immobilie nicht zu belegen und als Reserve vorzuhalten. Perspektivisch benötige man die Kapazität, weil bei einer möglichen verstärkten Zuwanderung Flächen vorgehalten werden müssten.

Abhängig von der Belegung der Flüchtlingsunterkünfte ist auf mittlere Sicht auch der Umgang mit den Unterkünften für Obdachlose am Bahnweg. Die Häuser, in denen bis zu 20 Menschen leben, seien baulich in einem schlechten Zustand. Dort müsse man „nach einer anderen Lösung sehen“.

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