Vom Flüchtling zum Traumjob Hausmeister

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Ahmed Saboor hat alle Hände voll zu tun. Die neuen Flüchtlingsunterkünfte müssen hergerichtet werden. Saboor kam einst selbst als Flüchtling nach Halver. Nun soll er eine Festanstellung als Hausmeister bekommen.

Halver - Ahmed Saboor ist glücklich. Er hat Arbeit – und sogar eine, die ihm Spaß macht. Das ist keineswegs selbstverständlich. Denn Saboor hat schon einmal alles verloren. Seine Familie, seine Freunde und sein geliebtes Zuhause. Er ist ein Flüchtling.

„Ich habe immer gearbeitet. Eine Ausbildung habe ich nicht. Aber in Eritrea hatte ich immer einen Job“, erzählt er. Über die Erstaufnahmestelle kam er nach Halver. Lebte in der Flüchtlingsunterkunft am Bahnweg.

„Herr Saboor hat dort immer für Ordnung gesorgt. Sobald etwas kaputt war, war er zur Stelle“, berichtet Thomas Gering. Die Stadt entschloss sich daher, ihn als Teilzeitkraft einzustellen, sobald es sein Status zuließ. Seine Arbeit mache er gut und gewissenhaft. Daher soll nun eine Festanstellung folgen. Derzeit hat die Stadt mehrere Wohnungen in der Stadt für Flüchtlinge hergerichtet. Weitere sollen folgen.

Ein Hausmeister wie Saboor ist da unersetzlich, denn der Mann aus Eritrea hat noch weitere Talente. „Ich spreche Englisch, ein bisschen Deutsch, ein bisschen Spanisch, Italienisch und Arabisch“, erzählt er. Kurzum: Er kann sich mit nahezu jedem Flüchtling unterhalten, der neu nach Halver kommt. „Saboor ist unser Mann für alles. Er ist nicht nur handwerklich geschickt, sondern kann auch den Menschen helfen. Er kennt ihre Sorgen, Ängste und Nöte“, erklärt Gehing.

So sei der Hausmeister auch dabei, wenn neue Flüchtlinge nach Halver kommen. Er zeigt ihnen, wo sie wohnen, erklärt ihnen die Regeln der Unterkunft und begleitet sie bei Behördengängen. Beispielsweise hilft er den Neuankömmlingen bei der Eröffnung eines Bankkontos. Saboor ist einer von ihnen. Viel näher dran an den Flüchtlingen als die Verwaltungsmitarbeiter.

Das nimmt den Neuen die Angst. Zugleich achtet er aber auch darauf, dass die Flüchtlinge selbst für Ordnung sorgen, erklärt ihnen das Prinzip der Mülltrennung und welche Regeln es sonst noch in Deutschland gibt. Für den einstigen Flüchtling ist die Anstellung bei der Stadt eine Chance auf ein neues Leben. Er hat seinen Platz in der Gesellschaft gefunden, hat wieder das Gefühl, gebraucht zu werden und etwas Sinnvolles zu tun. Doch auch die Stadt hat gewonnen. Und zwar einen zuverlässigen und geschickten Mitarbeiter mit wertvollen sozialen Sonderqualifikationen.

Aktuelle Unterkünfte in Halver

In Halver leben derzeit 125 Flüchtlinge. Bis zum Ende des Jahres sollen es bis zu 200 sein. 92 von ihnen sind derzeit in der Unterkunft am Bahnweg untergebracht, zehn weitere Personen in der ehemaligen Hausmeisterwohnung an der Susannenhöhe, eine Familie im Jugendheim und weitere in WHS-Wohnungen. Platz für 40 bis 50 weitere Flüchtlinge wird derzeit am Kirchlöher Weg geschaffen.

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