Leben neben der Bombe

+
Kay Udo Degenhardt ist sich sicher, dass an dieser Stelle eine Fliegerbombe liegt.

Halver - Im lichten, jungen Buchenwäldchen an der Karlshöhe liegt sie im Boden und rostet vor sich hin. Und die Nachbarn des vermutlichen Blindgängers werden langsam ungeduldig.

Auf eine Fliegerbombe, die bereits im Jahr 2012 vom Arnsberger Kampfmittelräumdienst dort verortet worden sei, weist Kay Udo Degenhardt, Anlieger der Frankfurter Straße, hin. In kaum mehr als 50 Metern Entfernung zur Total-Tankstelle und 20 Meter weit weg von den nächsten Wohnhäusern soll sie liegen.

Thema der Stadt bekannt

Dass an der Karlshöhe möglicherweise brisantes Material schlummert, ist auch der Stadt bekannt. Ob es sich wirklich um eine Fliegerbombe handelt, ist nach Einschätzung von Lutz Eicker vom Fachbereich Bürgerdienste nicht abschließend geklärt. Es handele sich um eine „Verdachtsfläche“. Auf die Spur der Altlast war man durch die Auswertung alliierter Filmaufnahmen gekommen, mit denen jeder Bombenabwurf dokumentiert wurde – und auch der auf die Flakstellungen am Turm.

Kampfmittelräumdienst soll kommen

Der Plan der Stadt sieht nun vor, die Fläche erst einmal zugänglich zu machen, und zwar von der Howarde aus. Das Einverständnis des Eigentümers liegt vor, und die Feuerwehr Halver erhält Gelegenheit zum Üben mit der Motorsäge. Danach kommt der Kampfmittelräumdienst. Für Degenhardt kommt der Einsatz allerdings reichlich spät. Beim Abriss der Jahn-Turnhalle und der Erdarbeiten für die Genossenschaft sei schweres Gerät an der Felsader eingesetzt worden. Die extremen Erschütterungen und Vibrationen seien in den Häusern ringsum zu spüren gewesen. Als zu evakuierender Gefahrenkreis gelte ein Radius von 300 Metern, das reiche bis zum Oesterberg. Und damals hätte zudem auch Gelegenheit bestanden, leicht an den Fundort heranzukommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare