Nach fast 100 Jahren ist Schluss

Firma im MK schließt - mehr als 100 Mitarbeiter betroffen

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Eine Firma im Gewerbegebiet Oeckinghausen in Halver schließt ihren Standort.

Eine Firma im Märkischen Kreis mit mehr als 100 Beschäftigten schließt ihren Standort. 

Halver/Lüdenscheid - Die Firma Peha plant die Schließung ihres Halveraner Standorts in Oeckinghausen an der Daimlerstraße mit mehr als 100 Beschäftigten. Im Jahr 2014 wurde der Standort in Lüdenscheid aufgegeben und mit dem Standort in Halver zusammengelegt.

Die Information wurde den Beschäftigten im Rahmen einer Betriebsversammlung mitgeteilt. Auch die Information an den Betriebsrat war unseren Informationen zufolge kurzfristig „Mitte der Woche“ erfolgt, wie es hieß. Auch die Verwaltungsstelle Märkischer Kreis wusste auf unsere Anfrage am Donnerstagmorgen noch nichts von den Konzernplänen, erhielt im Verlauf des Vormittags aber die Bestätigung aus dem Unternehmen. 

Nach fast 100 Jahren ist Schluss

Danach soll die Traditionsfirma mit Lüdenscheider Wurzeln vom Eigentümer, dem US-Konsortium Honeywell, bis zum Ende dieses Jahres abgewickelt werden. Die Angaben zur Mitarbeiterzahl gehen leicht auseinander. Die Rede ist von 110 Kollegen in Festanstellung und etwa 30 Mitarbeitern in Leiharbeit. Konkrete Auskünfte aus dem Betrieb in Halver zu den weiteren Abläufen gab es gegenüber unserer Zeitung nicht – lediglich den Verweis auf zuständige Pressestellen in Großbritannien und den USA. 

Peha fertigt in Halver unter anderem elektrische und elektronische Bauteile wie Schalttafeln, Leitungszubehör und Teile der Gebäudesystemtechnik. Der Mitteilung von Honeywell zufolge bestehe für die Beschäftigten die Möglichkeit, Ersatzarbeitsplätze im Ausland anzunehmen, die sich dann in Großbritannien (Steckdosen) und Ungarn (manuelle Fertigung) befinden würden. Arbeiten der Kunststoffmontage würden regional beauftragt. 

Peha machte bereits mehrfach Schlagzeilen

In die Schlagzeilen geraten war das Unternehmen, gegründet von Paul Hochköpper und Otto Winkel im Jahr 1922 in Lüdenscheid, bereits mehrfach. Nach dem Tod des Gründers übernahm dessen Sohn, Jens Hochköpper, die Firma, die damals mit annähernd 400 Beschäftigten personell deutlich größer aufgestellt war. Das Know-how aus dem Sauerland machte den erfolgreichen mittelständischen Betrieb interessant für den amerikanischen Investor, der 2010 das Unternehmen kaufte. „Dieser Zusammenschluss bietet enorme Wachstums- und Entwicklungschancen für das Unternehmen“, ließ sich Jens Hochköpper im Zusammenhang mit der Übernahme zitieren. 

Neun Monate später schloss Honeywell das Peha-Werk in Werne mit 57 Beschäftigten. Was folgte, war einem früheren Mitarbeiter zufolge eine nicht enden wollende Abwärtsspirale. Der Vertrieb sei nach Schottland verlegt worden, die Buchhaltung nach Indien und die Fertigung zum Teil nach Fernost. 

Schließung des Standorts in Lüdenscheid

Kunden hätten in Lüdenscheid keine Ansprechpartner mehr gefunden, erinnert sich der Ex-Mitarbeiter, und Stück für Stück wurde der Betrieb dann nach Halver verlagert. 2014 erfolgte die Entscheidung, den Standort Lüdenscheid binnen zweier Jahre aufzugeben und den Betrieb in Halver am aktuellen Standort Daimlerstraße zusammenzuführen. 

Damit verbunden war aus Sicht der Stadt Halver die Hoffnung, diesen Standort dauerhaft zu sichern, erinnert sich Stadtkämmerer Markus Tempelmann. Es habe sogar konkrete Gespräch über eine mögliche Betriebserweiterung in Oeckinghausen und Abstimmungen mit Architekten und Genehmigungsbehörden gegeben. Und vor nicht allzu langer Zeit habe Honeywell noch in neue Anlagen und in das unternehmenseigene Gebäude investiert. 

Die Zukunft der Mitarbeiter

Wie es für die Mitarbeiter in Halver weitergeht, müssen nun Betriebsrat und die Geschäftsleitung aus dem amerikanischen Konzern – Charlotte, North Carolina, Vereinigte Staaten, Umsatz: 41,8 Milliarden Dollar (2028) – aushandeln. Aus städtischer Sicht hegt Tempelmann die Hoffnung, einen Interessenten für die Gewerbeimmobilie zu finden, der dort neue Arbeitsplätze für die wegfallenden bei Peha schaffen könnte. „Wir bedauern das außerordentlich“, sagte Tempelmann nach der Information aus der Berliner Deutschland-Zentrale ins Halveraner Rathaus.

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