Große Sorgen um Unternehmen

Firma im MK hat Probleme - 170 Mitarbeiter betroffen

Gewerbegebiet, Oeckinghausen, Halver
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Belegschaft und Betriebsrat sind in Sorge um die Zukunft der Firma Leoni im Gewerbegebiet Oeckinghausen.

Belegschaft, Betriebsräte und die Industriegewerkschaft Metall sind in großer Sorge um die Zukunft von Leoni. Der weltweit operierende Konzern steht aufgrund der Lage des Automobilmarkts und der Corona-Krise unter enormem Druck. Auch im Märkischen Kreis gibt es einen Standort.

Halver – Etwa 170 Menschen arbeiten in Halver in Oeckinghausen für das Unternehmen an einem von zahlreichen deutschen und weltweit verstreuten Standorten. Und auch die Niederlassung an der Alfred-Jung-Straße gehört zum Kabelbereich, den der Konzern mit Milliardenumsatz gerne hätte loswerden wollen.

Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Blick nach Stolberg bei Aachen. Das dortige Werk, ebenfalls aus dem Kabelbereich, soll geschlossen werden. Befürchtet wird dort der Verlust von 400 Arbeitsplätzen.

Auf Solidarpakt verständigt

Mitglieder der IG Metall hatten sich in der vergangenen Woche im Nachgang der Betriebsrätekonferenz aller Leoni-Standorte auf einen Solidarpakt verständigt – mit folgendem Inhalt: „Sollten anstehende Restrukturierungsmaßnahmen an deutschen Leoni-Standorten dazu führen, dass die organisierten Kollegen vor Ort zu Arbeitskampfmaßnahmen gezwungen werden, erklären die anwesenden IG Metall-Mitglieder ihre solidarische Unterstützung für den betroffenen Standort. Kein Standort bleibt sich selbst überlassen!“

Die Gewerkschaften gehen von weiteren Restrukturierungsmaßnahmen und einem damit verbundenen Personalabbau auch an weiteren Standorten aus. Man sei „gesprächsbereit“ und biete die Kooperation mit dem Unternehmen an, sagte auf Nachfrage des Allgemeinen Anzeigers Fabian Ferber, 2. Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis.

Voraussetzung dafür sei allerdings ein tragfähiges Zukunftskonzept für das Unternehmen, in dem Perspektiven aufgezeigt würden. Aus Sicht der IG Metall gelte das Ziel, eine Deindustrialisierung der Region auf jeden Fall zu vermeiden, sagte Ferber.

Großer Gesamtbetrieb

Um welche Größenordnung es beim Gesamtbetrieb geht, zeigt ein Blick in die Unternehmensdaten: Weltweit beschäftigt Leoni fast 95 000 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2019 einen Jahresumsatz von rund fünf Milliarden Euro.

Ein Sanierungsgutachten bescheinigte Ende 2019 trotz zunehmender Schwierigkeiten eine positive Fortführungsprognose. Doch mit der Wirtschaftskrise verschlechterte sich die Situation. Im April bürgten die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen mit insgesamt 330 Millionen Euro, um den Konzern abzusichern.

In Oeckinghausen tut sich noch viel mehr: Ein Unternehmen aus Halver verlagert seinen Standort in das Gewerbegebiet.

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