Firma RTZ aus Halver stellt den Betrieb ein

Die Firma RTZ Werkzeug- und Formenbau GmbH am Weißenpferd hat den Betrieb am 30. März eingestellt. ▪ Weber

HALVER ▪ Die Firma RTZ Werkzeug- und Formenbau GmbH hat den Betrieb eingestellt. Das bestätigte gestern der Insolvenzverwalter Thomas Neumann auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers. Zuletzt arbeiteten elf Menschen bei RTZ – der Lüdenscheider Anwalt kündigte ihnen im Februar. Zum 30. März schloss er den Betrieb.

„Ich habe die Notbremse gezogen“, erklärte Thomas Neumann. Der moderne Maschinenpark habe monatlich sehr hohe Kosten verursacht – und die Kostenstruktur habe nicht mit der tatsächlichen Umsatzlage übereingestimmt. Noch ganz anders klang das im Januar 2011: Damals hatte das Amtsgericht das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen der Firma RTZ eröffnet. Der Betrieb am Weißenpferd sollte laut Geschäftsführer Frank Großheim aber normal weitergeführt werden. Er sprach von einer sehr guten Auftragslage. Doch laut Neumann hatte sich das nicht bewahrheitet, die Firma schrieb rote Zahlen.

Es sollte ein Käufer für das Unternehmen gefunden werden – aber es fand sich kein Investor, wie Großheim gestern im AA-Gespräch erzählte. „Wir waren ein hochmodernes Unternehmen, das viel für die Raum- und Luftfahrt gearbeitet hat. Wir wollten und mussten mit den großen Firmen standhalten. Daher haben wir immer in die modernste Technik investiert.“ Aber in den Krisenjahren 2009/2010 hätte die Firma nicht genügend Atem gehabt, um sich zu retten.

Der Lüdenscheider Rechtsanwalt Thomas Neumann führt einen weiteren Grund an, warum die Firma RTZ scheiterte: „Im Vorfeld der Insolvenz wurden zu viele Menschen entlassen, sodass zu wenige da waren, um die Maschinen weiterhin bedienen zu können.“ Nach Bekanntwerden gingen vier der Angestellten von selbst, den anderen kündigte der Insolvenzverwalter im Februar.

Auch Frank Großheim ist jetzt arbeitssuchend. Bislang vergeblich. „Ich habe bereits 84 Bewerbungen geschrieben. Ich suche händeringend eine neue Anstellung“, sagt der ehemalige RTZ-Geschäftsführer. Derzeit wird der Verkauf der Maschinen und des Inventars vorbereitet. Die Zwangsversteigerung soll am 10. Mai stattfinden. ▪ Lisa Weber

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