Finanzämter müssen Daten für Grundsteuer B sammeln / Wirkung ab 2025

Grundsteuer B wird neu gerechnet

Blick auf den Staklenberg in Oberbrügge-Ehringhausen.
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Wie hoch die Grundsteuer B künftig ausfällt, muss bis 2025 neu gerechnet werden.

Wenn es in den kommenden Jahren an die Reform der Grundsteuer geht, gibt es zunächst eine gute Nachricht für Haus- und Grundbesitzer in Halver: Die Grundsteuer B solle „aufkommensneutral bleiben“, so der Plan von Kämmerer Markus Tempelmann. Er habe nicht vor, dem Rat eine „verdeckte Steuererhebung“ vorzuschlagen.

Halver - Allerdings: Nicht alle Steuerpflichtigen werden dabei ungeschoren davon kommen. „Es wird sich etwas verändern und es muss sich etwas verändern“, sagt der Kämmerer zu den Auswirkungen, die sich aus einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von April 2018 ergeben haben. Einige werden mehr, andere weniger bezahlen als zuvor.

Spüren werden das Privatleute und Unternehmen erstmals im Jahr 2025. Bis dahin haben die Finanzämter Zeit, die aktuellen Parameter zu ermitteln, gestützt auf die Datengrundlagen, die bei kreisfreien Städten und Kreisen bereits vorliegen. Wo sie das nicht tun, steht dem Hausbesitzer unter Umständen noch eine Abfrage seitens der Finanzämter ins Haus beispielsweise zu aktuellen Wohn- oder Nutzflächen, um den realistischen Gebäudewert zu ermitteln.

Einheitswert nie aktualisiert

Das war in der Vergangenheit – und das war auch der Kritikpunkt der Verfassungsrichter – nicht der Fall. Vergleichbare, benachbart liegende Häuser waren völlig unterschiedlich bewertet worden mit einer mehr als dreifachen Grundsteuer, weil sogenannte Einheitswerte aus dem Jahr 1964 nie aktualisiert worden waren. „Ich bin froh, dass die Aufgabe nicht auf die Kommunen verlagert wurden“, sagt Tempelmann mit Blick auf die Entscheidung auch für Nordrhein-Westfalen, sich dem Bundesmodell anzuschließen. „Von den Eigentümerinnen und Eigentümern wird man nur relativ wenige Angaben benötigen, wie zum Beispiel bei Wohngrundstücken, Grundstücksfläche, Bodenrichtwert, Wohnfläche, Baujahr“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landes.

Weiterer wichtiger Passus aus Sicht Tempelmanns: Im letzten Schritt der Umsetzung der Reform würden sämtliche Kommunen öffentlich über den jeweiligen Hebesatz informiert, der zur Aufkommensneutralität in der jeweiligen Kommune führt. So soll Transparenz darüber geschaffen werden, ob seitens der Kommune mit den Hebesätzen Steuern erhöht, gesenkt oder auf gleicher Höhe belassen werden.

2,5 Millionen Einnahmen

Für die Stadt Halver ist die Grundsteuer B von erheblicher Bedeutung, was die kommunalen Finanzen angeht. Mit einem Aufkommen von rund 2,5 Millionen Euro ist sie drittbedeutendste Einnahmequelle nach Gewerbesteuer (7 Millionen Euro) und dem Anteil an der Einkommenssteuer (8,5 Millionen Euro).

Eine weitere steuerrechtliche Änderung soll 2025 gleichzeitig Einzug halten. Dann wird auch eine neue Grundsteuer C erhoben, die sich auf brachliegende, aber baureife Grundstücke bezieht. Damit könnte ein finanzieller Anreiz zur Schließung von Baulücken entstehen.

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