Sicherheit in Corona-Krise

Feuerwehren, DRK & Co.: So hat sich die Arbeit verändert

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Die Feuerwehren sind nach wie vor einsatzbereit. Daran ändert das Coronavirus nichts.

Halver/Schalksmühle - "Es wird weiterhin jedem geholfen, der Hilfe braucht.“ Das verspricht Michael Keil, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Halver in Bezug auf die Corona-Krise. Denn auch die Feuerwehren in Halver und Schalksmühle sind von den Einschränkungen rund um das Virus betroffen – doch die Sicherheit der Bürger ist dadurch zu keiner Zeit gefährdet.

„Wir haben alles im Griff – und für einen reibungslosen Betrieb wird auch alles getan“, sagt Keil. So warten die Mitglieder der Wehr zwar weiterhin die Fahrzeuge und Geräte, um eine durchgängige Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Doch die gemeinsamen Übungsabende der Löschgruppen und -züge fallen derzeit aus. Auch beim Frühjahrs-Einsatz im Waldfreibad Herpine, bei der die Freiwillige Feuerwehr Halver sonst jedes Jahr mit dabei ist und die Becken reinigt, waren die Wehr-Mitglieder nicht mit von der Partie. Darüber hinaus kommt auch die Jugendfeuerwehr aktuell nicht zusammen, die Brandschutzerziehung der Feuerwehr liegt vorerst ebenfalls auf Eis, bestätigt Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste, der vonseiten der Verwaltung für die Feuerwehr zuständig ist. 

Zudem gebe es in Halver mittlerweile eine sogenannte zweite Alarmierungsschleife. So rücken beispielsweise im Löschzug 1 nicht immer jene Wehr-Mitglieder gleichzeitig aus, die über besondere Fachkenntnisse verfügen, etwa im Umgang mit der Hubrettungsbühne. 

Hüttengaudi abgesagt

Auch in Schalksmühle läuft zu Zeiten von Corona nicht alles wie gewohnt. „Es ist eine einschneidende Zeit, auch für den Dienst bei der Feuerwehr“, sagt Dirk Kersenbrock, Gemeindebrandinspektor und Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle. Doch auch er betont: „Das heißt natürlich nicht, dass die Bürger Angst haben müssen. Wir fahren weiter Einsätze und tun alles dafür, die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten.“ 

Dabei ist auch in Schalksmühle das Miteinander der Mitglieder auf ein Minimum zurückgefahren worden. Die Hüttengaudi, zu der die Wehr für den 11. April eingeladen hatte, ist abgesagt. Prüfung und Wartung der Arbeitsmittel und Ausrüstung übernehmen die Schalksmühler Wehrleute derzeit nur in Kleinstgruppen. „Und selbst die müssen im Vorfeld bei mir angemeldet werden, sodass alles dokumentiert wird“, berichtet Kersenbrock. So könnte man im unwahrscheinlichen Fall einer Erkrankung rasch herausfinden, wer mit wem Wartungsdienste durchgeführt hat – und entsprechend handeln. 

Im Einsatz selbst können die Feuerwehrmänner unter manchen Bedingungen keinen Mindestabstand halten – etwa zu Verletzten, Hilflosen oder eingeklemmten Personen. Doch neben der normalen Schutzausrüstung, die die Mitglieder der Wehr bei ihren Einsätzen tragen, hat die Feuerwehr in Schalksmühle nun auch das Kontingent für Schutzausstattung aufgestockt, die vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen sollen. Aktuell schätzt Kersenbrock die Gefahr für die Schalksmühler Kollegen als sehr gering ein, bei einem Einsatz im Gemeindegebiet mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Ähnliches gilt für Halver, wo aktuell genügend Schutzausrüstungen für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr vorhanden sind, wie Gehring berichtet.

DRK: Mangel an Schutzausrüstung

„Wir bleiben da“, heißt es auch vonseiten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Halver. Aber Einiges hat sich verändert, was man von außen nicht sieht – bis auf die Schutzausrüstung. Einsatzkräfte mit Mundschutz, Schutzbrille und Ganzkörperanzug sind dann doch ein ungewohnter Anblick. Aber gerade an diesen Sachen mangelt es dem DRK in Halver. Eine Spende kam von der Stadt. Aber sie reicht nicht, sagt Werner Neuhoff, Rotkreuzleiter des Ortsvereins. Da helfen auch keine selbst genähten Masken: „Wir brauchen FFP-2-Masken“, sagt Neuhoff. Und auch Brillen und Anzüge könne man nicht selber machen. 

Nun heißt es warten – darauf, dass eine Lieferung kommt. Geregelt werde das vom Land. Einzelne Ortsverbände bestellen nichts. Und das sei auch gut so. Einer bestellt und dann wird die Ausrüstung verteilt. Wann sie jedoch ankomme, sei noch unklar. Was man von außen ebenfalls nicht mitbekommt, ist der interne Ablauf. „Der Ausbildungsbetrieb wurde eingestellt“, sagt der Rotkreuzleiter. Die Ausbildungen, die nur noch mit einer Prüfung abgeschlossen werden müssen, werden Ende Mai auch abgeschlossen, so der Plan. Der übrige Ausbildungsbetrieb wird bis Ende der Sommerferien gestoppt und geht somit erst Mitte August weiter. Dienstabende gibt es aktuell auch nicht, sagt Neuhoff. 

Blutspende am 27. April

Was aber noch stattfindet, ist die Blutspende. Die nächste findet am Montag, 27. April, statt. „Die Stadt hat uns die Turnhalle an der Ganztagsschule zur Verfügung gestellt“, freut sich Neuhoff. Der Termin in Oberbrügge musste bereits abgesagt werden, weil die Räume zu klein gewesen wären, um die Mindestabstände einzuhalten. Stattdessen werden jetzt auch alle, die in Oberbrügge spenden wollten, nach Halver eingeladen. In der Turnhalle wird es einen separaten Ein- und Ausgang geben. Nach der Blutspende beisammen sitzen und essen, geht jedoch nicht. Aber auch dafür hat das Rote Kreuz eine Lösung gefunden. Die Ehrenamtlichen haben für die Spender Lunch-Pakete zum Mitnehmen zusammengestellt. In der Zeit von 15 bis 20 Uhr erwartet Werner Neuhoff viele Spender. 

Der interne Betrieb beim Technischen Hilfswerk (THW) Halver verläuft ähnlich wie beim DRK. Die Mitglieder bleiben ebenfalls da und fahren ihre Einsätze. Vergangene Woche unterstützte das THW zweimal im Auftrag des Krisenstabs des Märkischen Kreises bei der Verteilung von medizinischer Schutzausrüstung aus Beständen des Kreises. Überwiegend Arztpraxen in Halver, Schalksmühle und Meinerzhagen wurden so mit Material durch das Hilfswerk versorgt.

 Für die Einsatzkräfte selbst ist unter anderem Desinfektionsmittel knapp. Aber der Kreis kümmert sich, sagt THW-Ortsbeauftragter Jörg Lüttringhaus. Bei Einsätzen seien die Kräfte darauf bedacht, Mindestabstände einzuhalten, so gut es nur gehe. „Wir treffen alle Vorsichtsmaßnahmen.“

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