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Feuerwehr in Halver: „So viele Waldbrände wie noch nie“ 

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Von: Thilo Kortmann

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Im August 2022 waren die Halveraner Einsatzkräfte mit einem Flächenbrand in Halverscheid beschäftigt. Einer von vielen Einsätzen dieser Art im vergangenen Jahr.
Im August 2022 waren die Halveraner Einsatzkräfte mit einem Flächenbrand in Halverscheid beschäftigt. Einer von vielen Einsätzen dieser Art im vergangenen Jahr. © Florian Hesse

Auf ein außergewöhnliches und ereignisreiches Jahr blickt die Freiwillige Feuerwehr Halver zurück. Wir haben mit Wehrleiter Dennis Wichert und Tobias Starke, Technischer Sachbearbeiter der Stadt und als Bindeglied zwischen Feuerwehr und Stadt agierend, gesprochen.

Halver – „1000 Einsatzstunden innerhalb von vier Wochen“, sagt Dennis Wichert. Ein Rekordjahr für die Freiwillige Feuerwehr in Halver in Sachen Waldbränden. „Plettenberg, Altena und Lüdenscheid“, zählt der Wehrleiter die Einsatzorte auf, an denen die Flammen im Wald loderten. Zudem habe es einen Gebäudebrand in Breckerfeld gegeben, zu dem die Halveraner Feuerwehrleute ausrücken mussten,

Blicken beide auf alle Einsätze, hatte die Freiwillige Feuerwehr 2022 mehr als sonst die Jahre zu tun. Dafür gibt es laut Wichert und Starke auch einen Grund: „Die Menschen haben heute ein anderes Sicherheitsdenken. Sie rufen uns bei zunehmend mehr Kleinigkeiten an.“ Somit habe auch die Anzahl der Einsätze zugenommen, „die lag im vergangenen Jahr bei 269“, so Wichert. Zu den kleineren Einsätzen zählten die Türöffnungen, hierfür sei man insgesamt 27 Mal rausgefahren. Genau so oft habe man den Rettungsdienst unterstützt. 69 Einsätze habe es im Zusammenhang mit Sturm- und Wasserschäden gegeben und zehn Einsätze im Bereich der Tierrettung. Auch wegen der Heimrauchmelder sei man öfter rausgefahren, weiß Starke, und die überörtlichen Einsätze seien mehr geworden, „das Hubrettungsfahrzeug war öfter im Einsatz.“ Eine weitere Zunahme an Einsätzen verzeichne man bei der Unterstützung am Patienten – „der Rettungsdienst ist total überlastet.“

Immer mehr Kleinigkeiten

Eine Ausnahme stellt die Hochwasserkatastrophe im Jahr 2021 dar, „diese verlangte uns fast 140 Einsätze ab“, fügt Wichert hinzu.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle sei ungefähr so wie die vergangenen Jahre gewesen; „Verkehrsunfälle gehören zum normalen Tagesgeschäft. Das ist so wie die Jahre zuvor gleich geblieben“, erklärt der Wehrleiter. Die Anzahl der Einsätze liege hier im Schnitt bei alle 1,5 Tage.

Tobias Starke und Dennis Wichert blicken auf 2022 zurück und starten mit neuen Uniformen ins neue Jahr.
Tobias Starke und Dennis Wichert blicken auf 2022 zurück und starten mit neuen Uniformen ins neue Jahr. © Thilo Kortmann

Viel Positives habe es 2022 gegeben, sind sich Wichert und Starke einig. Der Anbau für die Jugendfeuerwehr an der Thomasstraße sei 2022 begonnen worden und werde 2023 beendet. Außerdem würden auch die Baumaßnahmen des Löschzuges Bommert in Anschlag in diesem Jahr beendet.

Man habe sich zudem intensiv mit der Krisenvorsorge beschäftigt, „was gibt es zu tun beim Blackout, Hochwasser oder Stürmen.“ Sehr lobenswert sei hier besonders die hervorragende Zusammenarbeit mit dem THW und dem DRK. Sehr erfreulich sei auch, dass die Mitgliederzahl der Freiwilligen Feuerwehr um 20 Mitglieder zugenommen habe, sagt Wichert, „diese hat man zum einen von der Jugendfeuerwehr gewinnen können, zum anderen sind es auch Quereinsteiger.“ Damit steigt die Anzahl der Mitglieder auf rund 180. Weitere Veränderung sei der Führungswechsel beim Löschzug 1, Christoph Seibert und Michael Kind wurden durch Manuel Jhuj und Tobias Starke abgelöst.

24. April 2022: Die Feuerwehr-Ausstellung in der Villa Wippermann wurde mit einem großen Blaulichttag rund um das Heimatmuseum eröffnet.
24. April 2022: Die Feuerwehr-Ausstellung in der Villa Wippermann wurde mit einem großen Blaulichttag rund um das Heimatmuseum eröffnet. © Feuerwehr Halver

Bei der Ausrüstung werde man sich künftig verbessern, „fünf neue Fahrzeuge sind bestellt.“ Nur gebe es auch hier wie bei allen anderen Autos auch Lieferprobleme. Ein 25 Jahre altes Löschfahrzeug werde so zum Beispiel ersetzt.

Eine neue rote Uniform ermögliche ein flexibleres Arbeiten bei Hitze draußen im Sommer oder bei Waldbränden. Die alte blaue Uniform werde und müsse auch weiterhin bei Gebäudebränden getragen werden, erklärt Wichert.

Stürmisch war es im Februar: Insgesamt 56 Einsätze durch die drei aufeinanderfolgenden Sturmtiefs Ylenia, Zeynep und Antonia hielten Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und THW in Atem.
Stürmisch war es im Februar: Insgesamt 56 Einsätze durch die drei aufeinanderfolgenden Sturmtiefs Ylenia, Zeynep und Antonia hielten Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und THW in Atem. © Feuerwehr Halver

„Ein neues digitales Meldesystem, das per App und Smartphone gesteuert wird, ergänzt den alten Meldeempfänger“, sagt Tobias Starke. Vorteil der digitalen Zusatzalarmierung sei, dass man untereinander kommunizieren könne. Nachteil sei, dass man auf das Internet angewiesen sei, erklärt Starke, „wenn im Wald oder an anderen entlegenen Orten kein Internet vorhanden ist, steht man nur mit dem digitalen Meldesystem ausgestattet vor einem Problem. In solchen Fällen hilft dann der alte Meldeempfänger.“

Die Ausstellung war unglaublich beeindruckend gemacht, so viele Daten gebündelt zu sehen, das habe ich so noch nie gesehen und erlebt.

Tobias Starke, Technischer Sachbearbeiter

Ein Highlight 2022 sei die Ausstellung über die Freiwillige Feuerwehr in der Villa Wippermann gewesen, finden die beiden. „Die Ausstellung war unglaublich beeindruckend gemacht, so viele Daten gebündelt zu sehen. Das habe ich noch nie so gesehen und erlebt“, findet Tobias Starke lobende Worte. „Großen Dank an Ausstellungsorganisatorin Jana Eilhardt“, ergänzt Dennis Wichert. Zudem blicken die beiden mit Freude auf den 13. Mai: Dann ist die Freiwillige Feuerwehr Gastgeber beim Kreisleistungsvergleich. Halver wird zum Austragungsort eines Vergleichswettbewerbes der Feuerwehren aus dem Märkischen Kreis.

Abschließend möchten sich Dennis Wichert und Tobias Starke noch bei der gesamten Truppe für ein arbeitsintensives Jahr bedanken: „Wir sind sehr stolz auf unsere Feuerwehrangehörigen, da sie Enormes geleistet haben.“

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