Einsatzkräfte und Corona

Feuerwehr im MK blickt auf „schwieriges Jahr“ zurück

Auch für die Feuerwehr sind die Corona-Zeiten nicht leicht.
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Auch für die Feuerwehr sind die Corona-Zeiten nicht leicht.

Der Lockdown ist vorbei, die Corona-Zahlen gehen nach unten. Dennoch blickt die Feuerwehr auf „ein schwieriges Jahr“ zurück. Bei einer Sitzung eines Löschzugs im MK kam das zur Sprache.

Halver – Im Rahmen eines gemütlichen Beisammenseins im Gerätehaus holte der Löschzug 2 Oberbrügge-Ehringhausen der Freiwilligen Feuerwehr Halver am Freitag Corona-bedingt ausstehende Beförderungen, Ernennungen und Auszeichnungen für langjährige Treue zum Ehrenamt nach.

Namentlich hieß Löschzugführer Andreas Bromme Bürgermeister Michael Brosch, die Wehrleitung, Vertreter von DRK, THW und der anderen Löschzüge sowie die Ehrenabteilung des eigenen Löschzugs bei der Feier willkommen. Darüber hinaus begrüßte er Feuerwehrseelsorgerin Alexandra Pircher, die die Versammlung über die Möglichkeiten psychosozialer Unterstützung (PSU) nach belastenden Einsätzen informierte.

Belastungsreaktionen bei den Einsatzkräften

Alle seien in der Coronazeit bei der Stange geblieben, lobte Andreas Bromme seine Mitstreiter. Dankesworte gingen an die anderen Hilfsorganisationen für das gute Zusammenwirken bei Einsätzen. Was Belastungsreaktionen sind und wie sie sich äußern, fasste Alexandra Pircher, die zum PSU-Team des Märkischen Kreises gehört, in einem Kurzvortrag zusammen. Im Unterschied zu posttraumatischen Reaktionen seien darunter „Reaktionen normaler Menschen auf unnormale Ereignisse“ zu verstehen. Das könne Angst und Niedergeschlagenheit, aber auch das Gefühl der Hilflosigkeit sein. „Die Reaktionen sind normal und lassen in wenigen Tagen nach. Wenn nicht, dann handelt es sich um eine posttraumatische Belastungsreaktion.“ Auf einen geplanten PSU-Tag am 9. Oktober wies sie hin.

Beförderungen und Auszeichnungen: Sichtlich stolz nahmen die Beförderten ihre Urkunden aus Händen der Wehrleitung entgegen

Wehrleiter Dennis Wichert, der die Beförderungen gemeinsam mit seinen Stellvertretern Fabian Brunsmeier und Thorsten Wingenbach sowie der Einheitsleitung des Löschzugs Oberbrügge/Ehringhausen – bestehend aus Andreas Bromme, Jessica Stübner und Darius Frigo - vornahm, sprach sich in seiner Ansprache für das Tragen einer Schutzmaske im Fahrzeug und bei Einsätzen aus. Achtzehn Monate Lockdown hätten alle gezeichnet, erklärte er.

Corona beeinflusst auch die Feuerwehr

Persönliches Empfinden und die Pflichtaufgabe stellte er einander gegenüber. „Was, wenn einer positiv ist?“, fragte er in die Runde. Um dies zu verhindern, gelte es, „sich in Situationen zu schützen, wo wir uns nicht schützen können.“ Und schützen könne man sich nur mit der Maske. Die Feuerwehr habe eine Aufgabe, der sie nachgehen müsse.

Für 10-, 35- und 40-jährige Treue zur Feuerwehr zeichnete Bürgermeister Michael Brosch Mitglieder des Löschzugs Oberbrügge-Ehringhausen aus.

Insgesamt sei 2021 ein schwieriges Jahr gewesen, führte der Wehrleiter aus. An den schweren Verkehrsunfall in Schwenke und das Hochwasser erinnerte er. Dass Halver keine eigenen PSU-Leute habe, sei eine offene Flanke. „Da sind wir nicht gut aufgestellt, aber wir arbeiten daran.“ Stolz auf die Einsatzkräfte und die gute Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen vor Ort zeigte sich Bürgermeister Michael Brosch. Dies sei nicht selbstverständlich.

Bei der Preisverleihung an das Golddorf Oberbrügge-Ehringhausen sei es eine wichtige Frage gewesen, wie gut die Gemeinschaft im Dorf sei. Die Feuerwehr sei ein gutes Beispiel, dass das Ehrenamt vor Ort gut funktioniert. Die Rolle von Rat und Verwaltung sehe er darin, vernünftige Voraussetzungen für die Arbeit der Feuerwehr zu schaffen. „Von euch hat man erwartet, dass es funktioniert – und es hat funktioniert.“

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