Halver

Autofahrer beleidigt Feuerwehrleute: Anzeige!

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Halver - Gerade einmal einen Tag nach dem ganztägigen Einsatz der Feuerwehr Halver gegen die Auswirkungen des Orkantiefs „Friederike“ hat es ein Pkw-Fahrer geschafft, sich am Freitagabend eine Anzeige wegen Beleidigung von Einsatzkräften einzuhandeln.

Ob es bei dem Vorgang möglicherweise auch um eine Behinderung von Kräften im Einsatz geht, dürfte einer späteren juristischen Bewertung unterliegen. Einfach gefallen lassen wollen sich die Mitglieder des Löschzugs den Vorgang nicht. 

Was war passiert? Die Kräfte waren zu einer Ölspur gerufen worden, bereits der zweiten an jenem Freitagnachmittag. Die Ölspur erstreckte sich die Südstraße ab dem neuen Kreisel hinauf, von Kreisel Tannenweg hinauf über die Kreuzung zum Oesterberg hinweg, hinauf bis zum Wendehammer. 

„Es ging um 300 Meter, zum Teil über die gesamte Straßenbreite“, schildert Einsatzleiter Nils Hermann das Geschehen. Dafür hatte man die Straße gesperrt. In der einsetzenden Dämmerung musste Bindemittel aufgebracht und wieder eingesammelt werden. Für Feuerwehrchef Stefan Czarkowski eine Selbstverständlichkeit. „Die Leute müssen auf Eigensicherung achten. Es wird händisch gearbeitet. Da können keine Fahrzeuge dazwischen durchfahren“, sagt Czarkowski eindeutig. 

Das sah ein Pkw-Fahrer an der Straße Oesterberg, offenbar Anwohner in der Nachbarschaft der Öl-Havarie, aber völlig anders. Er werde trotz Sperrung über die Südstraße nach Hause fahren. Originalton laut Erinnerung der Wehrleute: „Ihr entschärft hier keine Bombe. Das ist nur eine Ölspur.“ 

Am Ende entschied er sich doch anders. Er wendete und fuhr bis zum neuen Kreisverkehr Tannenweg / Südstraße, wo er zunächst in der Baustellenzufahrt hielt, um vor den Feuerwehrleute weiterzufluchen, dann, um langsam abzufahren – mit ausgestreckten Mittelfinger in Richtung der Einsatzkräfte. 

Mit Interesse hat dies auch eine Mitarbeiterin des Ordnungsamts registriert. Die Feuerwehrleute werden sie als Zeugin benennen, wenn es darum geht, den Vorfall aufzuarbeiten. Denn in dieser Form passierten solche Angriffe in Halver sonst nicht. „Das hat uns alle gewundert“, sagt Hermann. Natürlich gebe es bei Einsätzen auch Nachfragen, etwa, wie lange es wohl dauert. „Wir erklären das, und dann ist das meist auch gut.“ Die Bürger hätten in aller Regel Verständnis. 

Für das Verhalten des Autofahrers haben die Mitglieder des betroffenen Löschzuges das aber nicht. „Wir machen das alles freiwillig“, argumentiert Hermann. Es sei der zweite Einsatz an diesem Nachmittag gewesen, nach der Arbeit. Die meisten hätten noch nicht einmal die Zeit gefunden, etwas nach der Arbeit zu essen. „Und wir sperren keine Straße aus Spaß.“

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