Waldbrand-Gefahr ist aktuell erhöht

Was passiert bei einem Waldbrand? So reagiert die Feuerwehr

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Die Feuerwehr Halver bereitet sich auf Waldbrände vor.

Halver - In den vergangenen Jahren gab es jeweils zwei bis drei Einsätze der Feuerwehr wegen Waldbränden. Auch in diesem Jahr ist die Gefahr durch die Hitze und Trockenheit erhöht. Doch was passiert bei einem Waldbrand?

Einmal im Monat führt die Freiwillige Feuerwehr in Halver eine Übung durch. Während sonst Hausbrände oder Autounfälle simuliert werden, ging es am Sonntag aus gegebenem Anlass um ein Feuer im Wald. „Waldbrände sind in Halver zum Glück kein sehr relevantes Thema“, beruhigt Brandoberinspektor Holger Kutzehr, der zusammen mit Nils Herrmann und Tobias Starke die Übung organisiert hat. In diesem und im vergangenen Jahr hätten die Blauröcke nur zwei- bis dreimal ausrücken müssen, um einen Waldbrand zu bekämpfen. 

Solche Übungen werden möglichst realitätsnah durchgeführt. Bei der anhaltend trockenen Witterung wurde aber auf Rauchgranaten verzichtet, weil auch diese beim Zünden Hitze erzeugen. Sollte dadurch ein echtes Feuer entstehen, wäre die Übung doch etwas zu realistisch. 

So realistisch wie möglich

„Wir hatten uns überlegt, ein Areal von etwa 300 Quadratmetern mit Flatterband zu markieren, das die Größe des Brandherds und auch die Höhe der Flammen darstellt.“ Da sich Feuer gerne bergauf ausbreitet, wurde ein Waldgebiet mit Hanglage ausgesucht. Gelöscht wurde ganz realistisch mit Wasser. 

Auf die Wasserversorgung kommt es an.

Und hier lag auch die große Herausforderung an die Feuerwehrleute: „Ein Sinn der Übung ist, dass man auch mal ein Gefühl dafür bekommt, wie lange das Wasser reicht und wie schnell man auf dem Trockenen steht“, erklärt Kutzehr. „Bei Bränden abseits der Bebauungen ist die Wasserbeschaffung eins der Hauptprobleme. Das Löschen muss zielgerichtet sein, und ich muss so lange mit dem Wasser auskommen, bis ich eine Wasserversorgung habe.“

Viele Landwirte lagern Wasser für den Notfall

Die Planer dieser Übung haben das Zielgebiet ganz bewusst mit einer fehlenden Wasserquelle ausgesucht. Eine kleine Hilfe gab es bei der Übung jedoch: Ein „zufällig“ vorbeifahrender Landwirt hatte einen Wassertank auf seinem Anhänger. Es musste nur eine mehr als 100 Meter lange Schlauchverbindung gelegt werden. Viele Landwirte in Halver lagern übrigens in den Sommermonaten extra große Wassertanks auf ihren Höfen, um der Feuerwehr im Notfall behilflich sein zu können.

Waldbrandübung der Feuerwehr Halver

„Ich bin trotzdem froh, dass ich die Übung nur ausgearbeitet habe und nicht mitmachen musste“, lacht Holger Kutzehr, hebt aber hervor, dass solche Hürden nicht eingebaut werden, um es den Kameraden unnötig schwer zu machen, sondern um möglichst realistische Begebenheiten bei den Übungen zu schaffen. 

Hohe Temperaturen erschweren die Einsätze

Schwer genug hat es die Feuerwehr bei hohen Temperaturen ohnehin. Die Ausrüstung alleine sorgt schon für viel Schweiß. Durch die Nähe zum Feuer wird das nicht besser: „Auch ohne Feuer ist das Umherlaufen in unwegsamem Gelände, Schleppen und Arbeiten schon sehr belastend. Das erfordert dann eine höhere Zahl an Einsatzkräften. Man braucht mehr Manpower, als in kühleren Jahreszeiten“. 

Dank einer reibungslos abgelaufenen Übung und nicht mehr ganz so hohen Temperaturen mussten die Wehrleute am Sonntag nicht ganz so lange schwitzen und konnten den Nachmittag bei einem der Feuerwehrpicknicks verbringen, die in der Umgebung stattfanden.

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