Faszinierende Modelleisenbahn- Ausstellung

- Foto: Salzmann

Halver -  Jung und Alt zogen am Wochenende die Modellbautage des Modelleisenbahn Clubs (MEC) Halver in ihren Bann. „Es gibt jedes Jahr wieder etwas Neues, was man entdeckt“, freuten sich begeisterte Besucher. Neben den beeindruckenden Ausmaßen der wohl größten H0-Anlage im Märkischen Kreis, ließen die zahllosen liebevollen Details der Miniaturwelt rund um die Schiene staunen.

Von Monika Salzmann

Zum Erlebnis für die ganze Familie, für Profis und Laien, geriet die imposante Schau in den Clubräumen im Industriegebiet Löhbach. Dass die digitale Welt längst Einzug in die Welt der Modelleisenbahn gehalten hat, war schwerlich zu übersehen. „Unfallfrei“ fuhren die Züge beispielsweise auf der Spur 1-Anlage – digital gesteuert – im Halveraner Kleinbahnhof ein und aus. Per Bildschirm hatte Peter Bell, 1. Vorsitzender der Modelleisenbahner, alles im Blick.

Zu einer spannenden Zeitreise durch die (Eisenbahn)-Geschichte der Stadt geriet der Besuch der bemerkenswerten Ausstellung. Im Kleinen wurde Halver, wie es einmal war, an vielen Stellen lebendig. Ob Nachbau der Herpine im Stil der 50er Jahre mit Sprungturm und Fontäne, der 1910 eröffnete Bahnhof Anschlag, wo die Bahnstrecke aus Richtung Oberbrügge einst nach Wipperfürth und Radevormwald abzweigte, oder der Halveraner Staatsbahnhof: En miniature, im H0-Maßstab 1:87, fühlten sich Besucher in die Vergangenheit zurückversetzt.

Bekanntlich verkehrte 1977 der letzte Zug auf der Strecke Halver-Oberbrügge. Wie auf beigefügten Erläuterungen zu lesen war, waren riesige Erdbewegungen nötig, bevor der erste Zug 1910 die Strecke abfahren konnte. Authentische Nachbauten von Firmen wie Heinrich Jung & Sohn (heute Jung, Boucke) oder Pielhau machte das Auge auf der imposanten Anlage aus.

Neuestes Projekt der Modelleisenbahner: der Nachbau des „Runden Ecks“ im Herzen der Stadt. Als Rekonstrukteure sind die beiden Clubmitglieder André Gedigk und Axel Filthaus mit dem schwierigen Nachbau des 1961 abgerissenen Häuserensembles beschäftigt. Die Nicolai-Kirche („Schätzungsweise 70 bis 80 Stunden Arbeit“) ist bereits fertig. Derzeit entsteht die Kloppenburg, später umgangssprachlich Glockenburg genannt. Um den alten Stadtkern wieder erstehen zu lassen, sind beide derzeit auf der Suche nach Unterlagen jeglicher Art – Plänen, Skizzen, Fotografien. Neu auch die Hochbahn-Strecke, die momentan über den Köpfen Gestalt annimmt.

Überall in der Ausstellung lohnte der Blick auf die unendlich vielen, bemerkenswerten Details: hier ein rauchendes Kohlekraftwerk, dort ein Unfall mit Blaulichtwagen oder digital gesteuerte Kraftfahrzeuge, die parallel zur Schiene ihre Runden drehten.

Fantasiewelten wie ein Jahrmarkt und ein Großstadtbahnhof vervollständigten das Bild. Vorbildlich versorgten die Frauen die vielen Besucher mit Erbsensuppe, Würstchen, Frikadellen, selbst gebackenen Kuchen, Kaffee und Kaltgetränken. Schnäppchenjäger kamen im Basar, der ansonsten auch donnerstags von 18 bis 19 Uhr geöffnet ist, auf ihre Kosten.

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