Diskussion um Kooperationsräume

23 Prozent weniger Mitglieder: Evangelische Gemeinden schrumpfen

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Halver/Kierspe - Der Appell von Superintendent Klaus Majoress an die Presbyterien im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, über Kooperationsräume nachzudenken, geschieht unter anderem auch aufgrund der Entwicklung der Gemeindegliederzahlen.

Allein in den beiden Evangelischen Kirchengemeinden Kierspe und Halver – die gemeinsam mit Rönsahl über Möglichkeiten der Zusammenarbeit sprechen sollen – gibt es in den vergangenen 13 Jahren einen Rückgang von jeweils mehr als 22 Prozent. 

Matthias Willnat, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, nennt die Gründe für diese Entwicklung: „Rund 25 Prozent des Rückgangs basieren auf Kirchenaustritten. Die anderen Gründe des Rückgangs sind mehr Sterbefälle als Geburten bei uns im Kirchenkreis. Zudem ziehen mehr Menschen von hier fort, als hier zuzuziehen.“ 

2005 hatte Gemeinde Halver 7573 Mitglieder 

Die meisten Gemeindeglieder hatte im Jahr 2005 die Gemeinde in Halver: Dort gab es 7573 Protestanten. Sechs Jahre später (2011) waren es noch 6893 und aktuell zählt man 5877 Gemeindeglieder. Die werden von den Pfarrern Christoph Dickel und Martin Pogorzelski betreut. Ebenso zählen Gemeindepädagoge Karsten Drescher und Jugendreferent Matthias Schwolow zu den hauptamtlichen Kräften. 

In der Evangelischen Kirchengemeinde Kierspe gibt es mit den Pfarrern Reiner Fröhlich, George Freiwat und Martin Spindler drei Seelsorger sowie die beiden Gemeindepädagoginnen Andrea Bahr und Jutta Betzendörfer-Fröhlich. In Kierspe können 5217 Protestanten die Dienste des Quintetts in Anspruch nehmen. Allerdings muss man eigentlich die 873 Gemeindeglieder aus Rönsahl hinzuzählen, da sie von Kierspe aus mit betreut werden.

Rückgang auch in anderen Gemeinden

In den Jahren 2011 und 2005 zählten zur Kiersper Gemeinde 6002 beziehungsweise 6713 Protestanten. In der Evangelischen Gemeinde Rönsahl ist der Rückgang mit fast 17 Prozent nicht so stark wie in Kierspe und Halver, gleichwohl gab es mit 975 beziehungsweise 1048 Gemeindegliedern vor sieben und vor 13 Jahren eine deutlich stärkere Gemeinde. 

Das bedeutet, dass es in den drei Gemeinden weniger Kirchensteuerzahler gibt – und sinkende Einnahmen werden irgendwann Sparmaßnahmen zur Folge haben, personeller Art als auch beispielsweise bei den Gebäuden. Gleichwohl warnt Matthias Willnat bei der Thematik „Kooperationsräume“ vor gefährlichem Halbwissen. Solche Zusammenarbeiten dürften nicht mit Fusionen oder gar Schließungen von Kirchengemeinden gleichgesetzt werden. 

Gespräche unter den Gemeinden in Planung 

Zu den Kooperationsräumen macht man sich in der Evangelischen Kirchengemeinde Halver bereits Gedanken. Da man sich aber in einem laufenden Prozess befinde, könne man noch keine näheren Angaben machen, sagt Heike Esken, Vorsitzende des Presbyteriums. 

In Oberbrügge ist das Thema ebenfalls relevant, denn auch dort ist die Zahl der Gemeindeglieder gesunken. 2005 zählte die Evangelische Kirchengemeinde Oberbrügge 1262 Gemeindemitglieder, sechs Jahre später waren es noch 1145, in diesem Jahr sank die Zahl weiter auf 1020. Der Rückgang sei allerdings nicht so stark wie in anderen Gemeinden, sagt Matthias Willnat vom Kirchenkreis. 

Kontakt mit anderen Gemeinden aufnehmen 

Etwas Aktuelles zum Thema Kooperationsräume kann Roland Pfeiffer, Presbyteriums-Vorsitzender der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge, allerdings nicht vermelden. Man wolle mit den Kirchengemeinden in der Nähe Kontakt aufnehmen und sich mit den Pfarrern und Presbyterien zusammensetzen. „Das wird aber voraussichtlich erst im Januar oder Februar stattfinden“, sagt Pfeiffer. 

Bei Gesprächen über Kooperationsräume innerhalb des Presbyteriums habe man sich darauf verständigt, mit den Gemeinden in Halver und Brügge Kontakt aufzunehmen. „Wir werden da sicherlich in die eine oder andere Richtung Gespräche führen“, sagt Pfeiffer. Wichtig bei einer möglichen Kooperation der Gemeinden sei aber auch, dass die Chemie stimmt.

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