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Fast ging die Sonne unter: Studio hält sich in Pandemie über Wasser

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Von: Sarah Lorencic

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Die „Porsche-Bank“: Nikolaos Bozilidis und Kathrin Tackmann haben die Corona-Pandemie im Sonnenstudio überstanden, aber es waren harte Zeiten. Kredite wie für diese Sonnenbank liefen immer weiter.
Die „Porsche-Bank“: Nikolaos Bozilidis und Kathrin Tackmann haben die Corona-Pandemie im Sonnenstudio überstanden, aber es waren harte Zeiten. Kredite wie für diese Sonnenbank liefen immer weiter. © Lorencic, Sarah

„In Halver geht die Sonne auf.“ In Großbuchstaben ziert der Satz das Schaufenster des Sonnenstudios Sun Dreams an der Frankfurter Straße. Fast wäre die Sonne sprichwörtlich untergegangen, denn die Corona-Pandemie hat Inhaber Nikolaos Bozilidis hart zugesetzt.

Halver – Die immer neuen Beschränkungen, der Lockdown und zu guter letzt 2G-plus inklusive eines negativen Testergebnisses. 35 bis 40 Kunden konnte Nikolaos Bozilidis in dieser Zeit beinahe täglich nach Hause schicken. „Viele unserer Stammkunden haben das persönlich genommen“, erklärt auch Kathrin Tackmann, die in drei Monaten die Filialleitung des Studios übernehmen wird.

Vier Jahre gibt es das Solarium. Die acht Bänke sind zum Teil einzigartig – und haben daher auch ihren Preis, sagt Kathrin Tackmann. Rund 70 000 Euro kostet die „Porsche-Bank“, die Nummer 1, die bei Dunkelheit auch im Schaufenster zu sehen ist, wenn sie nicht gerade genutzt wird. Summen, die abgezahlt werden müssen. Aber wenn die Bänke nicht genutzt werden, kommt auch kein Geld rein.

Hygiene war schon immer wichtig im Sonnenstudio. Desinfiziert wird jede Bank nach der Benutzung. Für den 260 Quadratmeter großen Laden hat der Geschäftsführer zusätzlich zwei Luftfilter angeschafft. Investitionen von mehr als 10 000 Euro – aber wann sind diese Kosten wieder drin, fragt sich Bozilidis.

Wirklich an Sonnenstudios gedacht haben die wenigsten. Denn das Image von Sonnenstudios ist nicht immer ein Gutes. Es gehe nur ums braun werden, denken viele. Nein, sagt Kathrin Tackmann. Es ist viel mehr. Es gehe ums Wohlbefinden und um die Wärme, die den gesamten Körper umgibt. Die Kundinnen und Kunden sind zum Teil im hohen Alter, um ihren Knochen etwas Gutes zu tun. Teilweise kommen 80-Jährige ins Sun Dreams. Auch Personen mit Neurodermitis oder Schuppenflechte kann ein Bad unter der Sonnenbank gut tun, weiß die kommende Chefin. Manche neue Kunden kommen mit Empfehlung ihres Hautarztes auch auf eine spezielle Bank.

So kommt es, dass die Kundschaft schon lange nicht mehr nur Halveraner sind. Aus allen umliegenden Städten und Gemeinden geht der Weg Richtung Halver. Den Kunden will man den Aufenthalt so entspannt wie möglich machen. So wurde auch in eine Spieleecke investiert. Platz gibt es für die Ecke genug, denn das Studio an der Frankfurter Straße ist das größte im Umkreis. Aber auch das wurde in der Corona-Pandemie zum Verhängnis. Stromkosten, Heizkosten und Miete. Alles lief weiter, aber die Kunden blieben zum Teil fern. Das Geld wurde bei vielen knapp.

Dankbar sind sie für alle Kunden, die weiterhin gekommen sind und ihre Abokarten auch im Lockdown behielten. „Das ist nicht selbstverständlich“, weiß der Inhaber.

Kontakt hielt und hält das Team auch über soziale Netzwerke. „Wir sind noch da“, ist die klare Botschaft gleich neben dem Versprechen, dass man sich keine Sorgen machen muss. „Ich will, dass die Kunden hier glücklich rausgehen und wiederkommen“, sagt die Halveranerin.

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