Ein Bison in der Manege

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Als besonderer „Star in der Manege“ gilt das rund 1,8 Tonnen schwere, jetzt zweieinhalbjährige Bison „Nightwolf“.

HALVER - Manege frei – heißt es ab Donnerstag auf dem Platz an der Karlshöhe. Dann gastiert der Familienzirkus „It’s show time“ für vier Tage in der Stadt im Grünen. Jeweils ab 16 Uhr und Sonntag um 11 sowie um 15 Uhr wollen die Zirkuskünstler mit Dressur und Akrobatik begeistern.

„Bei uns ist jeder alles, Zeltmeister, Artist, Elektriker, Installateur und Platzanweiser im weithin sichtbaren Zwei-Master-Zelt, das Platz für 400 Personen bietet und bei schlechtem Wetter beheizbar ist“, beschreibt Ronny Tränkler, der Chef des kleinen Unternehmens sein Leben und das seiner zehn Mitglieder der Zirkusfamilie.

Der Entschluss, einen eigenen mobilen Zirkus zu gründen, sei erst vor zwei oder drei Jahren aus einer gewissen Not heraus gereift. Bevor sich die Zirkusfamilie dazu entschlossen habe, während der Sommermonate mit dem eigenen Unternehmen im Bundesland NRW von einem Ort zum anderen zu tingeln, sorgte siebzehn Jahre lang ein Dauerengagement im Freizeitpark „Fort-Fun“ mit festem Programm aus Westland-Standshow, Varieté und Kinderanimation für das Auskommen der Artisten. Nach und nach aber hätten sich die Verhältnisse dort geändert, und die Basis für eine einvernehmliche Zusammenarbeit sei nicht mehr gegeben gewesen.

„Aber bisher haben wir alle – das sind meine Frau, Sohn und Tochter mit den jeweiligen Schwiegerkindern und deren Kindern, viel Freude an der Sache. Eigentlich auch kein Wunder, entstammen doch alle Mitstreiter altbekannten Artistenfamilien und haben das Zirkusleben praktisch schon mit der Muttermilch aufgesogen“, erklärt Tränkler.

Den eigentlichen Anstoß für den eigenen Zirkus allerdings verdanke die Familie eher einem Zufall: Schwiegersohn Marcel Baldini, seit eigenem Erleben einer Rodeo-Show in den USA mit dem „Cowboy-Bazillus infiziert“, lernte dort auch das Bison, das größte nordamerikanische Landtier, kennen und war sofort begeistert von dem massigen Körper des Tieres mit den Manieren eines „Wildschweins in groß“. Das müsste man trainieren und in der Manege vorführen, denn so etwas gibt es bisher in Europa nicht, hatte Baldini sofort gedacht.

Der Gedanke wurde in die Tat umgesetzt, nachdem Baldini ein damals sechs oder sieben Monate altes Bisonkalb in Belgien vor dem Schlachthof retten konnte und sofort damit begann, das junge Tier zu trainieren. Inzwischen ist „Nightwolf“, wie das Bison heißt, nicht nur der Star in der Manege, sondern auch der Liebling der Zirkusfamilie und ihrer Gäste.

Die Besucher dürfen sich in Halver – wie zuvor schon in Rönsahl und Kierspe, wo der Familienzirkus in den vergangenen beiden Wochen Station gemacht hatte – auf ein buntes Unterhaltungsprogramm mit jeder Menge Artistik und Dressurnummern freuen. Dabei dürfen natürlich auch die beiden Clowns mit ihren Scherzen nicht fehlen. Zudem werden insgesamt fünfzehn Fallabella-Ponys – eine besonders kleine Pferderasse – und auch eine Eselsfamilie in die Manege geführt. - Cr.-

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