Familienbesitz der Firma endet nach 60 Jahren

Wechsel an der Unternehmensspitze in Halveraner Firma

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Halver – Sergej Suschkov löst Joachim Degenhardt als Geschäftsführer des Halveraner Unternehmens Werkzeugbau Degenhardt an der Kruppstraße ab. Der Name Degenhardt bleibt, doch bei der Halveraner Firma, die unter anderem Druckgussformen für Aluminium und Zink herstellt, fand am Samstag, 1. August, ein Wechsel auf der Führungsebene statt.

Sergej Suschkov beerbt den Sohn des Firmengründers, Joachim Degenhardt, als Geschäftsführer. Bis dato war die Firma seit der Gründung vor 60 Jahren im Familienbesitz. Zudem gibt es im Wege der Einzelrechtsnachfolge eine Änderung des Firmennamens – aus Werkzeugbau Degenhardt GmbH wurde Formentechnik Degenhardt GmbH. Insgesamt 33 Jahre war Joachim Degenhardt „der Kapitän auf der Kommandobrücke“, wie er selbst formuliert. 

Jetzt übergibt der 63-Jährige das Firmenruder an den 35-jährigen Suschkov, der bereits bei Degenhardt seine Ausbildung als Feinwerkmechanikermeister erfolgreich abschloss. „Für mich ist es wichtig, dass der Betrieb weiterläuft. Das war auch für meinen Vater ein großes Anliegen“, spielt Degenhardt auf seinen Vater Rudi an, der das mittelständische Unternehmen mit derzeit 17 Angestellten im Jahr 1960 gründete. Da eine Fortführung durch die eigene Familie selbst nicht darstellbar war, sieht Degenhardt in Suschkov die „Ideallösung“, denn: „Er kennt die Kunden, die Mitarbeiter und den genauen Ablauf. Ich könnte mir keine bessere Lösung vorstellen.“ Degenhardt wird vorerst weiter in leitender Stellung im Unternehmen tätig sein. 

Ausbildung bleibt wichtiges Thema 

Probleme in der neuen Hierarchie sieht Suschkov nicht. „Wir kennen uns so lange und jeder wird für das Unternehmen entsprechend handeln.“ Zudem sei so ein guter Übergang sichergestellt. Suschkov, der im Alter von 16 Jahren aus Russland nach Deutschland kam, sammelte nach seiner erfolgreichen Meisterprüfung zunächst für mehrere Jahre in leitender Position bei Degenhardt Erfahrungen, ehe er in ein größeres mittelständiges Unternehmen in Engelskirchen weitere Führungsaufgaben übernahm. Anfang dieses Jahres erfolgte die Rückkehr zu Degenhardt. 

„In mir reifte immer mehr der Gedanke, selbstständig zu werden. Als ich mit Herrn Degenhardt die Möglichkeit besprach, das Unternehmen zu übernehmen, habe ich, ohne zu zögern, zugesagt.“ Unbedingt festhalten möchte Suschkov an der Firmenphilosophie und weiterhin ein Ausbildungsbetrieb sein. In den vergangenen 60 Jahren schlossen über 70 Lehrlinge ihre Ausbildung erfolgreich ab. „Wir wollen die Arbeitsplätze langfristig sichern und mindestens in jedem zweiten Jahr einen neuen Auszubildenden hinzubekommen“, erklärt Suschkov, der selbst als bestes Beispiel für einen erfolgreichen Werdegang nach der Ausbildung dient.

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