„Falk & sons“ sorgen für musikalischen Orkan

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Dieter Falk hatte am Zusammenspiel mit seinem Sohn Paul sichtlich Freude.

Halver - Wow, das war eine Wucht! Mit Altmeister Bach und anderen Großen, kräftig gegen den Strich gebürstet und jazzig arrangiert, mischten Dieter Falk & Sons am Samstagabend die rappelvolle Aula der Firma Turck am Kirchlöher Weg auf.

Wie ein Orkan, alles und jeden mitreißend, fegte die Musik des bekannten Musikproduzenten, der mit seinen Söhnen Max (Schlagzeug) und Paul (Keyboard) sowie Bass-Gitarrist Christoph Turwitt eine eingeschworene Gemeinschaft bildete, über die Köpfe des mitklatschenden, mittanzenden Publikums hinweg. Still sitzen bleiben und einfach „nur“ zuhören? Keine Chance!

Gemeinsam mit einem großen, vielstimmigen Projektchor aus Halver – zusammengesetzt aus den Albert Singers, dem Vermischten Chor des CVJM und dem Chor Chorissimo unter Leitung von Matthias Ortmann – bereiteten die Falks ihren Zuhörern einen unvergesslichen Abend. Höher und höher kletterte das Barometer auf der Stimmungsskala bei der furiosen Reise durch die Musikgeschichte, die bei Paul Gerhardt begann und bis zum Finale des Pop-Oratoriums „Die 10 Gebote“ aus Falks eigener Feder reichte. Wie das Motto des Abends „Celebrate Bach & Toccata“ versprach, stand Barockmeister Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt des Geschehens.

„Bach ist keine alte Kamelle“, so Dieter Falk. „Ich liebe Bach heiß und innig.“ Wie sich aus bekannten Themen und Chorälen – „Jesu, meine Freude“, Bourrée, Badinerie oder Air – jazzige, funkige, bluesige und rockige Stücke entwickelten, war spannend und überwältigend. Wenn es überhaupt einen Höhepunkt im Bach-Repertoire des Düsseldorfers hervorzuheben gilt, dann die Toccata, Bachs berühmtestes Orgelwerk, wenn nicht „das“ berühmteste Orgelwerk schlechthin. Hoch virtuos zelebrierten Dieter Falk (Klavier), den es bei seinen furiosen „Ritten“ über die schwarz-weißen Tasten selten ruhig auf seinem Sitz hielt, und seine Söhne – Paul, wie zu hören war, bereits selbst ein viel versprechender Komponist – ihre atemberaubende Bach-Hommage. Dass die Toccata, als Titel auf dem dritten Album der Band verewigt, selbst für ihn eine Herausforderung ist, gestand der Rheinländer aus dem Siegerland freimütig ein. Herausforderung angenommen und gemeistert, so das Fazit.

Wie hervorragend sich Falk aufs Improvisieren versteht, machte ein Streifzug durchs Gesangbuch deutlich. Ein Stichwort aus Zuhörerreihen genügte – und schon ging’s los. Dass dabei bereits der Weihnachtsmann zu Ehren kam, sorgte allerseits für Heiterkeit. „Halver ist eindeutig der Zeit voraus“, schmunzelte der Musiker. Mit dem Eintritt der Halveraner Chöre ins Konzertgeschehen erreichte der Abend seinen Höhepunkt. Als hätten sie nie etwas anderes getan, als zusammen zu musizieren, machten die vereinigten Chöre und die Falks Bachs „Gloria“ und den Schlusschor aus dem Pop-Oratorium „Die 10 Gebote“ zu einem überwältigenden Hörgenuss. „Liebe ist das Gebot. Was ihr auch tut, alles ist gut, wenn der eine den anderen liebt“, hieß es da.

Groovig, leidenschaftlich und emotional schwammen Band und Projektchor auf einer Wellenlänge. Zwischen Halveranern und Düsseldorfern stimmte die Chemie. Klar, dass da jeder einen „Nachschlag“ hören wollte – und ihn nach tosendem Applaus auch bekam.

Von Monika Salzmann

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