Halveraner Planungsausschuss diskutiert Verbindungen im Radwegenetz

Fahrradfreundlich mit Fragezeichen

+
Halver ist kein gutes Pflaster für Radler. Immerhin zeichnen sich inzwischen Perspektiven ab.

Wie kommt man aus Halver mit dem Rad in die Nachbarkommunen und bestenfalls in deren vorhandene Radwegnetze? Das Thema rückt zunehmend in den Blick der Öffentlichkeit und erst recht der Politik.

Halver – Gleich um drei regionale Trassen, um einen kreisweiten Masterplan und den innerstädtischen Radverkehr für Kinder und Jugendliche zum Schulzentrum und zurück ging es auch am Dienstag im Ausschuss für Planung und Umwelt. Doch direkte Begeisterung kam im Fachausschuss nicht auf. Stattdessen: Bedenken – sogar gegen fertig mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW ausgehandelte Trassen. Das betraf sowohl die Route 1 Radevormwald und sogar die Route 3 nach Heesfeld. Auf Ablehnung stieß im Grundsatz die vorgeschlagene Trassenführung der Route 2, die die Verbindung nach Schalksmühle herstellen soll. 

Ganz verständlich war die Skepsis im Ausschuss für dessen Vorsitzende Martina Hesse (CDU) nicht: „Alle wollen Radwege, aber wenn’s drauf ankommt, haben alle Bedenken. Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, mahnte sie die Mitglieder. Denn immerhin hatten die Verwaltung und das beauftragte Ingenieurbüro erhebliche Vorarbeit investiert, politische Bedenken aufgenommen und in entsprechende Beschlussvorschläge umgesetzt.

Radevormwald: Die am weitesten fortgeschrittene Planung der Route 1 zwischen Rade und Halver durchlief die Abstimmung am Ende ohne Gegenstimmen und Enthaltungen. Das erste Projekt in Zusammenarbeit von Stadt, Planungsbüro und dem Landesbetrieb Straßen.NRW als Geldgeber steht kurz vor dem Ausschreibungsverfahren. 

Kritik an Asphaltbauweise

Trotzdem erneuerte Astrid Becker (SPD) ihre frühere Kritik an der technischen Ausführung in Asphaltbauweise. Geplant sind Breiten von 2,50 Metern bei ausschließlichem Rad- und Fußverkehr und 3,50 Metern dort, wo auch land- und forstwirtschaftlicher Verkehr unterwegs ist. Der bauliche Standard wird dabei aus technischen und Kostengründen von Straßen.NRW vorgegeben. Der Landesbetrieb will mit den bundesstraßenbegleitenden Wegen Radverkehr von den belasteten Bundesstraßen holen und scheut dabei die aufwendigere Unterhaltung, die bei wassergebundenen Oberflächen erforderlich wäre. Schalksmühle Als im Entwurf gescheitert anzusehen wäre nach der Sitzung die Verbindung über die Route 2 nach Schalksmühle. 

Die vorgeschlagene Trassenführung von Rotthausen über Grünenbaum, Vormbaum, Vahlefeld, Kreisch und Löhbach sei eine reizvolle „Landpartie“, moniert Uwe Leinung (Grüne), doch sowohl im Ausschuss wie bei interessierten Bürgern stieß diese Strecke auf Ablehnung aufgrund der Länge und der Topografie. Pendler würden diese Variante niemals wählen, weil die Alternative über Oeckinghausen und die Landstraße durchs Hälvertal nach Schalksmühle kürzer, schneller und damit effektiver sei. Das sah man im Ausschuss fraktionsübergreifend so und beauftragte die Verwaltung mit der Suche nach einer Alternative.

Oeckinghausen: Erneute Debatte im Ausschuss aber auch um die Trasse 3 zwischen Kernstadt und Oeckinghausen: Drei Varianten sind an dieser Stelle denkbar. Vom Planungsbüro favorisiert war die kürzeste von Bochen über Mesenhohl zum Linger Weg, allerdings auch mit der heftigsten Steigung verbunden.

Variante Bahntrasse würde vom Landesbetrieb finanziert

Wesentlich aufgrund dieses Kriteriums, aber auch aufgrund einer möglichen Alternative über die Trasse auf der früheren Trasse der Schnurrenbahn von Bochen bis zur Falkenstraße, war diese favorisierte Strecke im Ausschuss zuvor durchgefallen. Die Verwaltung war daraufhin erneut beim Landesbetrieb vorstellig geworden, der daraufhin signalisiert hatte, die Variante über die Bahntrasse zu finanzieren. Doch auch dagegen regte sich am Dienstag Widerstand. Hinterfragt wurden unter anderem die Ausbaustandards, und zwar vor dem Hintergrund, dass der Radverkehr auf dem dann asphaltierten Weg die Freizeitmöglichkeiten von Läufern, Spaziergängern und Familien mit Kinderwagen im Naherholungsgebiet Hälvertal beeinträchtigen könnte.

Und auf die Tagesordnung rückte auch die dritte Möglichkeit, Oeckinghausen auf der anderen Seite der Bundesstraße über das Industriegebiet zum Langenscheid hin anzubinden. Das wollte insbesondere Uwe Leinung gründlich geprüft sehen – ungeachtet des Hinweises der Vorsitzenden und der Verwaltung, dass in diesem Fall Grunderwerb erforderlich sei und zudem die erstmalige Herstellung der Straße auf einem Teilabschnitt, verbunden mit erheblichen Kosten für die Anwohner. Ergebnis: Bis zur Genehmigungsplanung geprüft wird nun doch die alte Schienentrasse der Schnurrenbahn.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare