Geplante Neuregelung kommt gut an

Moped-Fahren mit 15: Fahrlehrer sagen ja - mit einer Bedingung

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Der Weg ist frei für den Moped-Führerschein mit 15.

Halver - Nach dem Beschluss des Bundeskabinetts dürfen die Länder nun entscheiden, ob sie den Moped-Führerschein mit 15 erlauben oder nicht. Der Halveraner Fahrlehrer Holger Gutke würde diese Entscheidung begrüßen.

Schon jetzt bekommt Holger Gutke in seinen Fahrschulen in Halver, Schalksmühle und Lüdenscheid Anrufe von Eltern, die ihre 15-jährigen Kinder für den Moped-Führerschein anmelden wollen. „Aber noch geht es nicht“, sagt der Fahrlehrer, der zugleich Unterbezirksleiter vom südlichen Märkischen Kreis des Fahrlehrerverbandes Westfalens ist. Ein bisschen müssen sich die Eltern und die Jugendlichen noch gedulden, sagt er. 

Nicht nur bei den Jugendlichen kommt die geplante Neuregelung gut an, sondern auch bei ihm. „Ich finde die Entscheidung super“, sagt er. „Auch entgegen vieler Meinungen.“ Sicherheitsrisiken sind es, vor denen Verkehrsverbände warnen. Jedoch widerlegen Zahlen aus Pilotprojekten diese Bedenken. So seien die Führerscheinanmeldungen in den teilnehmenden Bundesländern um 500 Prozent gestiegen, die Unfallzahlen jedoch stiegen nicht an – sie stagnieren. 

Unfallzahlen stagnieren

Für Gutke keine Überraschung, denn wer einen AM-Führerschein macht, lernt das Fahren mit dem Moped professionell. Bisher ist es so, dass die meisten Jugendlichen das begleitete Fahren mit 17 machen und den Moped-Führerschein dazu „geschenkt“ bekommen, wie Gutke sagt. 

Nicht ganz so früh, aber mit 15 soll der Moped-Führerschein gemacht werden dürfen. Der Fahrlehrerverband begrüßt dieses Vorhaben.

Bis sie 18 Jahre alt sind, fahren sie meist Moped. „Sie steigen auf ein Moped, obwohl sie es noch nie zuvor gefahren sind.“ Aber anstelle des Moped-Führerscheins mit 16, warten sie lieber noch ein Jahr und machen dann den Pkw-Führerschein mit 17. Den Moped-Führerschein gibt es automatisch dazu. Wenn der Moped-Führerschein schon mit 15 möglich wird, würden sich Jugendliche eher dafür entscheiden. „Das lohnt sich für die Jugendlichen mehr.“ 

Zwei Jahre zu warten, obwohl sie schon mobil sein könnten, falle ihnen schwerer. Gerade für alle, die in ländlichen Gebiete leben, sei es eine gute Möglichkeit. 

In erster Linie geht es um die Verkehrssicherheit

Für Gutke gehe es in erster Linie um die Verkehrssicherheit. Wenn die Jugendlichen das Fahren mit dem Moped in einer Fahrschule lernen, bedeutet das mehr Fahrsicherheit und professionalisiertes Fahren. „Wir fordern das schon lange“, sagt Friedel Thiele, Vorsitzender des Fahrlehrer-Verbandes Westfalen. Noch dürfen Jugendliche mit 15 Jahren nur ein Mofa fahren, das bis zu 25 km/h fährt. „Bei 25 km/h werden Autofahrer oft sehr ungeduldig.“ 

Der Verband sieht daher kein erhöhtes, sondern ein geringeres Risiko, wenn die Höchstgeschwindigkeit auf 45 km/h hochgesetzt würde. Diese Geschwindigkeit passe sich besser dem Verkehrsfluss an. Abgesehen davon würden sich die meisten 15-Jährigen den Vorschriften widersetzen und ihre Mopeds tunen, so dass sie weitaus schneller als 25 Stundenkilometer fahren. 

„Das ist kein Geheimnis“, sagt Gutke. „Dafür gibt es sogar Handy-Apps.“ Bei einer Polizeikontrolle sei die Drossel mit einem Klick wieder aktiviert. Für Gutke noch ein Grund mehr, das Fahren mit dem Zweirad richtig zu lernen – in einer Fahrschule.

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