Fahrerflucht: Verfahren eingestellt

HALVER ▪ 52 Jahre lang war ein 78-jähriger Rentner unfallfrei durchs Leben gefahren. Umso größer war die Aufregung, als ihm plötzlich eine Ladung fürs Gericht ins Haus flatterte. Der Vorwurf: Unfallflucht.

Doch der gestrige Tag vor dem Amtsgericht Lüdenscheid nahm ein glimpfliches Ende – sein Verfahren wurde eingestellt. Am 3. März diesen Jahres war der 78-Jährige mit seinem Kleinbus im Stadtzentrum von Halver unterwegs. Gegen 10.15 Uhr soll er beim Ausparken auf dem Kundenparkplatz des ehemaligen Sparkassengebäudes ein anderes Fahrzeug touchiert und einen Fremdschaden in Höhe von knapp 1200 Euro verursacht haben. Ohne auf die Polizei zu warten, soll sich der Mann vom Unfallort entfernt haben. Vor Gericht gab der Halveraner gestern an, nichts von einem Unfall bemerkt zu haben. Beim Wegfahren sei ihm eine Frau aufgefallen, die auf sein Auto gezeigt hatte. Daraufhin sei er ausgestiegen, um nach eventuellen Schäden zu gucken: „Ich habe kein Geräusch gehört. Ich habe mir beide Fahrzeuge angesehen, aber keinen Schaden entdeckt.” Zwei Stunden später habe dann die Polizei vor seiner Tür gestanden. „Ich wohne seit 30 Jahren in Halver. Da kennt jeder jeden. Ich bin doch nicht irre, im Zentrum zur Hauptverkehrszeit Fahrerflucht zu begehen”, so der Mann. Der Halter des anderen Fahrzeugs erklärte gestern, dass die Versicherung des Angeklagten knapp 1000 Euro überwiesen habe und der Schaden damit beglichen worden sei. Am Ende schenkte das Gericht dem 78-Jährigen Glauben und stellte sein Verfahren gegen eine Zahlung von 600 Euro an die Staatskasse ein. ▪ Jana Peuckert

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