Löschwasser aus dem Lkw

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Die Noteinspeisung am Kaufland-Gebäude

Halver - Um die Wasserversorgung der Sprinkleranlage in der neuen Kaufland-Niederlassung auf dem Fachmarktgelände sicherzustellen, wird zurzeit mit einem Tank-Lkw improvisiert.

Seit etwa zwei Wochen steht der Lastwagen neben dem Imbissstand Extrawurst, abgesperrt mit einem Bauzaun und mit Planen gegen Blicke geschützt. Schläuche verbinden den Wassertank mit der Noteinspeisung für den Supermarkt. 

Die Löschwasserversorgung sei sichergestellt über den vorhandenen Sprinkler-Tank, der permanent über eine Zuleitung gefüllt werde, heißt es auf Nachfrage des Allgemeinen Anzeigers seitens des Eigentümers des Fachmarktzentrums, der Hamburger HIH Real Estate. Der Immobilienfonds hatte das Fachmarktzentrum nach Fertigstellung übernommen. 

Zuständige Stellen informiert 

Ursache für die derzeitigen Probleme sei ein Leck im Sprinkler-Tank, das bis Anfang Juli vollständig behoben sein soll. Die zuständigen Stellen seien über den Sachverhalt informiert und eingebunden – konkret Feuerwehr, Stadt Halver, Märkischer Kreis und ein Brandsachverständiger. Die Mangelabarbeitung liege beim beauftragten Generalunternehmer für das Projekt, der Firma Franzen, beziehungsweise deren Subunternehmern. 

Hinter der Löschwasserversorgung des Vollsortimenters steckt eigentlich ein hochkomplexes, unterirdisches Bauwerk. Im Lieferbereich zwischen dem Aldi-Markt und Kaufland sind auf einer Fläche von fast 400 Quadratmetern 1650 Kunststoff-Blöcke untergebracht, die ein Gesamtvolumen von 640 Kubikmetern Löschwasser für das Fachmarktzentrum speichern. 

Zu dieser aufwendigen Lösung hatte der Bauherr, die Hamburger Procom GmbH, gegriffen, weil ein Wasserreservoir dieser Größe im steinigen Untergrund schwierig zu realisieren und zudem sehr teuer geworden wäre. In der Ausgangsplanung ging es noch um einen Rundbehälter aus Stahlbeton für 200 Kubikmeter Fassungsvermögen, schreibt die Fachpresse. Später habe sich herausgestellt, dass mehr als das Dreifache benötigt würde. Damit wäre man zu einem Rundbehälter mit etwa 13 Metern Durchmesser gekommen. 

Eine Spezialfirma aus Franken setzte letztlich das Projekt um. 410 Kubikmeter stehen für die Sprinkleranlage bereit, weitere 192 Kubikmeter für die Außenhydranten und 36 Kubikmeter für die Wandhydranten. Erst im Oktober 2016 begannen die Planungen und letztlich die Umsetzung des Vorhabens, bei dem die miteinander verbundenen Kunststoffblöcke jeweils 422 Liter speichern können. 

Probleme länger bekannt? 

Dass es Probleme geben könnte, hatte sich schon vor Monaten angedeutet. Eine Anfrage des Allgemeinen Anzeigers beim Hersteller der Anlage verlief im Sande. Es gebe noch „Abstimmungsprobleme“, hieß es im Dezember. Die Internet-Seite, die über die technischen Details informierte, ist inzwischen vom Netz.

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