Gewerbe: Erste Priorität für Susannenhöhe

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Das bestehende Gewerbegebiet Oeckinghausen. Flächen nördlich (rechts) und westlich sind mit Priorität 2 bewertet.

Halver - Bei der Suche nach Industrie- und Gewerbeflächen in Halver genießt lediglich der Bereich Susannenhöhe die Prioritätsstufe 1. Die Gesamtflächengröße dort beträgt 20,7 Hektar.

Die Stadt Halver geht aufgrund einer interkommunalen Erhebung durch die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS) von einem Flächenbedarf für Gewerbe und Industrie von etwa 26 Hektar aus. 

Im Planungsausschuss am kommenden Mittwoch, 14. Februar, geht es um die Vorfestlegungen, wo die Stadt Halver diesen geschätzten Bedarf decken kann. Größere Reserven stehen nicht mehr zur Verfügung, sind – ebenfalls im Bereich Oeckinghausen – bereits verkauft oder reserviert.

Welche Bereiche werden geprüft? 

Eine Erweiterung um Flächen nahe dem bestehenden Gebiet Oeckinghausen mit 39,7 Hektar kommt in der Prioritätenliste noch auf Rang 2. Kückelhausen wird als „Backup“ mit Priorität 3 gelistet. 

Für Schmidthausen als mögliche interkommunale Fläche mit der Stadt Kierspe gilt laut eines Gutachtens ebenfalls Priorität 3, allerdings mit der Empfehlung, eine Weiterentwicklung bei der Untersuchung nicht mehr zu betreiben: „Insgesamt ist festzustellen, dass die Ausweisung neuer Gewerbe- und Industrieflächen aufgrund der häufig vorzufindenden topographischen Beschränkungen, aber auch der planungs- und umweltfachlichen Gegebenheiten mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist“, heißt es in der Vorlage aus dem Fachbereich Bauen und Wohnen der Stadt.

Sind Flächen von der Suche ausgenommen? 

Aus der Suche ausgeschlossen wurde bereits im Oktober vergangenen Jahres der Bereich „Heesfeld“, im Norden begrenzt von der Bundesstraße 229, nach Osten und Südosten durch die Erhebung zur Schule Ostendorf. In diesem Fall hatte der Eigentümer klar signalisiert, die Fläche nicht veräußern zu wollen, sodass eine weitere Prüfung als nicht sinnvoll verworfen wurde. 

Was spricht für die Susannenhöhe? 

Beim priorisierten Suchraum „Susannenhöhe“ geht es um eine Fläche südlich der Bundesstraße 229 gegenüber der nördlich bereits vorhandenen Gewerbebebauung. Aus der Vogelperspektive wäre es ein flaches Dreieck mit der Spitze nach Süden. Im Regionalplan ist der Bereich zurzeit festgesetzt als allgemeiner Freiraum- und Landwirtschaftsbereich mit Erholungsfunktionen. 

Unter anderem findet sich dort auch ein Wanderparkplatz. Vorgesehen ist dort auch der Neubau der Rettungswache des Märkischen Kreises . Tauglich wäre sie für Gewerbe und größtenteils auch für Industrie. Letzteres gilt, wenn die Erschließung über eine Bundesstraße und damit schwerguttauglich erfolgt. 

Welche Kriterien spielen eine Rolle?

Für die Ausweisung spricht, dass es sich zwar um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, aber keine weiteren Kriterien dagegen sprechen. Es handelt sich weder um ein Vogelschutz-, Naturschutz- oder Wasserschutzgebiet. Es gebe keine Biotopverbundfläche, auch Eingriffe in den Wald seien geringfügig. 

Welche Bedenken gibt es? 

Deutliche Bedenken meldet allerdings die Untere Naturschutzbehörde an. Der vorgesehene Suchraum schließe sich unmittelbar an die vorhandenen Gewerbe- und Industriegebiete Oeckinghausen und Susannenhöhe an und würde direkt von der B 229 erschlossen. Durch das Überspringen der B 229 würde dann eine der Haupterschließungen Halvers durch Gewerbe- und Industriegebietsflächen führen. Zusammen mit der Hanglage wäre eine „stark bedrängende und weitreichende Wirkung auf das Landschaftsbild“ die Folge. Dies sei an der aktuellen Bebauung „Susannenhöhe“ bereits ablesbar. 

Bei Ausweisung eines neuen Gebietes sei ebenfalls Offenland betroffen. Dem gesetzlichen Artenschutz werde hier weiterhin besondere Bedeutung zukommen und die Gesamtsituation durch eine weitere Inanspruchnahme von Offenland verschärft. Am östlichen Rand grenze ein gesetzlich geschütztes Biotop an, schreibt die Behörde in ihrer Stellungnahme. 

Wie sieht das Verfahren weiter aus?

Das im Dezember abgeschlossene Gutachten gilt als sogenannter „Fachbeitrag“ bei der Aufstellung des neuen Regionalplanes durch den Regionalrat, zuständig für den Märkischen Kreis und Siegen-Wittgenstein. Das Verfahren ähnele dem der Aufstellung eines Flächennutzungs- beziehungsweise eines kommunalen Bebauungsplans, der letztlich parzellenscharf ausfalle, wie Halvers Planer Peter Kaczor erläutert. Im Laufe dieser Verfahren erfolge eine Interessenabwägung zwischen den verschiedenen Belangen bis hin zur Öffentlichkeitsbeteiligung.

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