Suche nach Schulform geht in die heiße Phase

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Dr. Michael Fink berät den Schul-Facharbeitskreis für Halver und Schalksmühle.

HALVER - Die Suche nach einer alternativen Schulform für Haupt- und Realschulen in Halver und Schalksmühle geht in die heiße Phase. Am Montag traf sich der einberufene Facharbeitskreis in Schalksmühle – erstmals unter Leitung eines externen Fachberaters.

Dr. Michael Fink soll die beiden Nachbarkommunen auf ihrem Weg zu einer möglichen neuen Schule begleiten: Der promovierte Physiker, der zudem Philosophie und Pädagogik sowie Mathematik in Mainz und Bochum studiert hat, war von 1986 bis 2009 an der Gesamtschule Haspe tätig, an deren Aufbau er mitwirkte. Seit 2002 war er dort bis zu seinem Ruhestand Direktor.

„Herr Dr. Fink wurde uns von verschiedenen Seiten empfohlen“, sagt Thomas Gehring, Fachbereichsleiter „Soziale Dienste“. Zuletzt hat er in Dortmund am Aufbau der Sekundarschule Westerfilde mitgearbeitet, zudem ist er an der Einrichtung einer Gesamtschule im Hochsauerlandkreis beteiligt. Im Bereich der schulformübergreifenden Pädagogik gilt Fink nicht nur infolge seiner langen Zeit als Gesamtschuldirektor als ausgewiesener Experte: Er ist zudem Vorstandsmitglied der Gemeinnützigen Gesellschaft „Gesamtschule NRW“ (GGG), die regelmäßig mit klaren Forderungen auf schulpolitische Beschlüsse in Düsseldorf reagiert. So sprach sich der GGG-Vorsitzende Werner Kerski im März dafür aus, dass Sekundarschulen grundsätzlich mit Gesamtschulen kooperieren sollten – wenn es denn am Ort eine entsprechende Schulform gibt. Die Zusammenarbeit mit dem gymnasialen Zweig solle nicht erst beim Übergang in die Sekundarstufe II beginnen, damit diese neue Schulform nicht den Status der „Resteschule“ für Haupt- und Realschüler erhält. „Keinesfalls darf weder zu Beginn noch im Laufe der Sekundarstufe I die Sekundarschule als Auffangbecken für nicht ‘gymnasial geeignete’ und am Gymnasium gescheiterte Schülerinnen und Schüler verstanden werden“, so Kerski in einer schriftlichen Stellungnahme, die sich auf die vielen Neugründungen von Gesamt- und Sekundarschulen im Land bezog. Fachbereichsleiter Thomas Gehring betonte gestern im AA-Gespräch jedoch erneut, dass der Facharbeitskreis zieloffen über die Möglichkeiten diskutiere. Ob am Ende der Beratungen tatsächlich eine Sekundarschule steht, ist also noch offen.

Zumal auch die Eltern in den Schulentwicklungsprozess eingebunden werden sollen, wie Gehring betonte. „Es soll frühzeitig der Kontakt zu den Elternvertretern gesucht werden. Auch sie sollen an den Sitzungen teilnehmen können.“ Was für die Politiker in Halver und Schalksmühle jedoch nicht gilt: Sie haben sich einst in gemeinsamer Ratssitzung für eine zunächst rein pädagogische Arbeit des Gremiums ausgesprochen. So gehören dem Facharbeitskreis derzeit entsprechende Fachkräfte, sprich Lehrer, an. „Auch die Verwaltung ist nicht bei jedem Treffen dabei“, sagt Thomas Gehring. Eine Information über den laufenden Beratungsprozess wünschte sich Karl-Friedrich Osenberg (Grüne) in der Ratssitzung am Montag dennoch. Und die soll es laut Hartmut Wächter (SPD), der dem Arbeitskreis als ehemaliger Halveraner Realschulleiter ebenfalls angehört, schon bald geben: Bereits für die Ratssitzung im November könnte eine Vorlage erstellt werden, in dem auch die adäquate Schulform für Halver und Schalksmühle benannt und zur Abstimmung gebracht wird. - Frank Zacharias

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