Aussichtsturm: 6000 Steine sind ausgetauscht

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Termin am Turm mit Kai Hellmann und Michael Schmidt (Verwaltung), Annette Schröder (Deutsche Stiftung Denkmalschutz), Bürgermeister Michael Brosch, Danae Votteler (LWL), Architektin Cathrin Brückmann, Wilhelm Helbert (Heimatverein), Statiker Daniel Ernst (Büro Werner) und Petra Schwark (Büro Brückmann, von links).

Halver - Etwa 6000 Steine haben die Mitarbeiter der Firma Meyer, die sich seit Monaten fachkundig um den Aussichtsturm kümmern, inzwischen ausgetauscht.

Wie gut sie am Wahrzeichen der Stadt gearbeitet haben, davon machte sich am Mittwoch eine Expertenrunde ein Bild. Nach dem Ortstermin zeigte sich Annete Schröder von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz angetan vom Gesehenen. Für die Stiftung kontrolliert die Fachfrau die Ausführung und die Verwendung der Stiftungsmittel. 

100 000 Euro steckt die Organisation in die Landmarke auf der Karlshöhe und ist damit einer der großen Geldgeber für das Sanierungsvorhaben. Die Stiftung bezuschusst konkret die nötigen Mauerarbeiten. 

Viel Herzblut in Aufarbeitung

Wie viel Herzblut in der historisch stimmigen Aufarbeitung des Turms aus dem Jahr 1893 steckt, zeigte die Fachdiskussion, als die Expedition vom Gerüst auf den Boden zurückgekehrt war. Die bauphysikalischen Eigenschaften des eingesetzten Mörtels beispielsweise waren für Architektin Cathrin Brückmannn und für Danae Votteler vom Münsteraner Amt für Denkmalpflege (LWL) durchaus ein Thema. 

Die enge Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde „auf Augenhöhe“ würdigte auch Bürgermeister Michael Brosch in seiner kurzen Begrüßung. Der Begriff der Denkmalpflege lasse viele zunächst an Auflagen und Kosten denken, sagte Votteler am Rand des Besuchs im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch mehr noch gehe es um die Unterstützung der Eigentümer beim Erhalt ihrer historisch wertvollen Gebäudesubstanz.

Diese Aufgabe sprach auch Annette Schröder kurz an, nämlich mit der Bitte nach regelmäßigen Kontrollen, um die Entwicklung nach Abschluss der Sanierung im Blick zu behalten. Doch das werde die Stadt auch aus eigenem Interesse tun, stellte Brosch fest.

Kosten von insgesamt 800.000 Euro

Der Renovierungsbedarf mit Kosten von insgesamt 800.000 Euro sei nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass man dem Turm über Jahre zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. Auf genaue zeitliche Abläufe wollte sich Architektin Cathrin Brückmann am Mittwoch noch nicht festlegen. Etwa 95 Prozent der Mauerarbeiten sind erledigt. Etwa vier bis sechs Wochen seien dafür erforderlich. 

Ziel aus Sicht des Bürgermeisters ist es, den Turm bis zum Stadtjubiläum im September fertiggestellt zu haben. Bis dahin laufen parallel aber noch eigene Baustellen der Verwaltung. Im Idealfall könne es gelingen, eine Förderung zu finden, um auch das Umfeld in Richtung Reitanlage attraktiver zu gestalten. Und Unterstützung sei auch von den Eigentümern der Nachbarimmobilien signalisiert worden in Form einer optischen Aufwertung der Fassadenfronten in Richtung Turm.

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