Experten am Werk: Beginn der Vorarbeiten am SGV-Turm

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Daniel Ernst (Zweiter von rechts) vom Ingenieurbüro Werner ist Spezialist für Denkmalpflege. Mit Architektin Cathrin Brückmann (Mitte) sprach er über die Freilegung eines Pfeilers des SGV-Turms. Auch Bürgermeister Michael Brosch (Dritter von links) machte sich ein Bild von den Vorarbeiten.

Halver - Dem SGV-Turm an der Karlshöhe steht eine Sanierung bevor. Wenn es so weit ist, sollen eventuell auch die umliegenden Gebäude passend zum Denkmal umgestaltet werden. Das sagte Bürgermeister Michael Brosch am Montag bei der Begehung der Baustelle. Die Vorarbeiten für die Turmsanierung haben begonnen.

Mitarbeiter der Firma Meyer Restaurierungen aus Preußisch Oldendorf legten die Fugen frei, um zu sehen, welches Material ursprünglich genutzt wurde. „Tiefer in den Fugen befindet sich Kalkmörtel“, erklärt Daniel Ernst, Spezialist für Denkmalpflege vom Ingenieurbüro Werner. Dieses Material könne Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben. An der Oberfläche befinde sich Zementmörtel. Ziel sei es, bei der Sanierung die Fugen „diffusionsoffen“ zu machen. Das heißt, dass sich die Veränderungen beispielsweise durch Feuchtigkeit und Frost nicht auf die Steine auswirken und sie so beschädigen sollen. 

Freilegung eines Pfeilers 

Geplant ist außerdem die Freilegung eines der vier Pfeiler des Turms. Ein bis anderthalb Meter sollen vom Boden weggenommen werden. Aufgrund verschiedener Risse sowohl innen als auch außen, soll laut Daniel Ernst die Gründung des Pfeilers überprüft werden. „Es kann sein, dass der Pfeiler eventuell wegsackt und das der Grund für die Risse ist“, erklärt er. Allerdings könne die Feuchtigkeit ebenfalls Schuld sein. „Wir arbeiten quasi wie Detektive.“ Das Vorgehen besprach Ernst am Montag mit Cathrin Brückmann vom Halveraner Architekturbüro Brückmann und weiteren Beteiligten.

Zu den Vorarbeiten zählt außerdem die Dokumentation des gesamten Vorgehens. „Ich habe den Turm komplett neu gezeichnet“, sagt Brückmann. Dabei werden Schäden wie Risse mit aufgenommen. „Damit kann man kalkulieren und Rückschlüsse ziehen.“ Wenn es zum Beispiel an der Innenseite des Turms feucht ist und an gleicher Stelle außen Risse auftreten, könnte es da einen Zusammenhang geben. Die Proben, die aus dem Mauerwerk und den Fugen entnommen werden, untersucht ein Sachverständiger. 

„Instandhaltung ist wichtig“ 

„Ich halte die Sanierung für richtig“, sagt Brosch. Cathrin Brückmann bestätigt: „Eine regelmäßige Instandhaltung ist wichtig.“ Dabei spiele der richtige Zeitpunkt eine Rolle. „Es ist ein ganz tolles Projekt“, sagt Brosch. Große Teile der Bevölkerung beteiligen sich nach seinen Angaben, um das Wahrzeichen der Stadt zu erhalten. 

Ende August sollen die Vorarbeiten laut Brückmann beendet sein. Ein Sanierungskonzept und eine Kostenkalkulierung können dann erstellt werden. Bürgermeister Brosch wird sich außerdem mit dem Kulturdienst-Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) besprechen, damit finanzielle Zuschüsse – aktuell werden für die Turmsanierung 700 000 Euro veranschlagt – möglich sind. 

Auch in Sachen Turmumfeld hat Brosch Vorstellungen: Er kann sich vorstellen, die angrenzenden Gebäude so herzurichten, dass sie zum Turm passen. Auch da seien demnächst Gespräche geplant.

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