Vor Gericht

Ex-Freundin und Käufer gehen gegen 34-Jährigen vor

Auf dem Smartphone gibt es einen intensiven Kontakt als Beweis.
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Auf dem Smartphone gibt es einen intensiven Kontakt als Beweis.

Gleich zwei Personen richten sich gegen einen 34-Jährigen, der sich wegen Betrugs vor Gericht verantworten muss. Darunter auch seine Ex-Freundin.

Halver/Lüdenscheid – Betrugstaten mit vierstelligen Schadenssummen wirft die Staatsanwaltschaft einem 34-jährigen Halveraner vor. Doch im Amtsgericht Lüdenscheid gab es erhebliche Zweifel, ob sich der Verdacht erhärten lässt.

Der Angeklagte soll 2019 Autoteile angeboten, aber trotz Bezahlung nicht geliefert haben. Dabei ging es nicht um Kleinigkeiten: Es handelte sich um eine Kurbelwelle für 1500 Euro und einen Motor für 900 Euro. Der Angeklagte wies den Vorwurf zurück. Er bestätigte, dass der Zeuge ihm insgesamt 2400 Euro überwiesen habe. Er habe ihm die Teile im Gegenzug aber auch zugeschickt. Weil der Käufer unzufrieden mit den nicht passenden Teilen gewesen sei, hätten beide Beteiligte den Kauf rückgängig gemacht. „Ich habe ihm etwas geschickt, was sich als falsch herausgestellt hat“, erklärte der Angeklagte.

Rückerstattung erfolgt

Aus Versehen habe er dem Käufer dann sogar 2800 Euro zurückerstattet. „Meine Teile habe ich durch eine Spedition zurückgeholt.“ Verteidigerin Julia Kusztelak fasste die Einlassung ihres Mandanten zusammen: „Ein Schaden ist nicht entstanden.“

Warum hatte der Käufer von Kurbelwelle und Motor bei dieser Sachlage aber Anzeige gegen den 34-Jährigen erstattet? Schon bei der Polizei soll er bestätigt haben, dass der Angeklagte ihm das Geld zurückgezahlt habe. Der Halveraner hatte eine Reihe von Textnachrichten auf seinem Smartphone, die nach seinen Angaben den intensiven Kontakt zum Käufer und die Rückabwicklung des Kaufs samt Rückerstattung des Geldes belegten. All diese Beweismittel hatte er aber noch nicht in eine gerichtsverwertbare Ordnung oder gar auf Papier gebracht. Auch der Zeuge war nicht geladen, um die offenen Fragen zu klären, und so musste das Strafverfahren auch deshalb vertagt werden. Seine Anreise ist weit – er wohnt in der Nähe von Stuttgart.

Ex-Freundin sagt aus

Ebenso lagen die Dinge bei einem Vorwurf, den die Ex-Freundin des Angeklagten gegen diesen erhob: Er schulde ihr noch Geld aus dem Verkauf ihres Autos, behauptete sie. Auch hier waren die Fakten schwer zu greifen. Die angebliche Unterschlagung konnte deshalb ebenfalls nicht aufgeklärt werden. Nicht mal der Betrag, um den es ging, wurde exakt ermittelt: Die Spanne reichte von 17 000 Euro über 10 000 Euro bis zu 2000 Euro. Irgendwie spielte auch ein Pferdewesternsattel im Wert von 2850 Euro eine eher rätselhafte Rolle. Der Angeklagte warf seiner Ex-Freundin ein böses Spiel vor: „Sie hat mehrere Anzeigen erstattet, um mich fertigzumachen.“ Auch diese Zeugin war noch nicht geladen, um sich zu den Hintergründen und den Faktengehalt ihrer Strafanzeigen zu äußern.

Und so vertagte die Richterin die Strafverhandlung, um die Vorwürfe eines Tages mithilfe beider Zeugen umfassend aufzuklären: „Um Sie freizusprechen, reicht das nicht aus“, erklärte sie dem Angeklagten, nachdem dieser sich etwas unglücklich über den vorläufigen Ausgang gezeigt hatte. Er hatte auf eine Entscheidung gehofft, die nicht erst in einigen Monaten fällt.

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