Gemeinde schickt Kantor Änderungskündigung

Kantor Andreas Pumpa

HALVER ▪ Die Evangelische Kirchengemeinde Halver hat ihrem langjährigen Kantor Andreas Pumpa eine Änderungskündigung mit Wirkung zum 1. Oktober 2013 zukommen lassen.

Entsprechende AA-Informationen bestätigte Presbyteriumsvorsitzende Heike Esken am Donnerstag auf Anfrage. Pumpa selbst wollte sich nicht näher äußern, verwies stattdessen auf die dienstrechtliche Zuständigkeit Eskens.

„Die Änderungskündigung fußt zum einen auf der Aufhebung der Kantorei, zum anderen auf dem neuen musikalischen Konzept der Gemeinde, das zum 1. Januar 2013 greift“, erklärte die Vorsitzende des Presbyteriums. Laut diesem Konzept, das bereits seit zwei Jahren in Arbeit sei, sollen vermehrt ehrenamtlich Aktive in die Kirchenmusik eingebunden werden. „Das war bisher mit dem Kantor schwierig“, sagte Heike Esken, die jedoch betont, dass Andreas Pumpa ein Änderungsangebot vorliege, zu dem er sich bis zum 18. Dezember äußern könne. Bisher liege ihr jedoch keine Stellungnahme vor.

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Laut Esken soll Pumpa, gelernter A-Musiker, künftig nicht mehr 71 Prozent seines ihm für die Qualifikation zustehenden Gehalts bekommen, sondern nur noch 20 Prozent. Damit einhergehen würde die Herabstufung auf einen C-Musiker – mit der entsprechenden Stundenzahl. Diese Einstufung begründet Heike Esken mit Vorgaben der Landeskirche, die eine „unterhälftige“ Bezahlung eines B-Musikers nicht vorsehe. „Daran kommen wir nicht vorbei.“ Zum Hintergrund: Aufgrund der 71-prozentigen Bezahlung sei Pumpa in den Büchern der Gemeinde trotz höherer Qualifikation als B-Musiker geführt worden. Zusätzlich hatte bislang der Förderverein für Kichenmusik in Halver Gelder die Finanzierung des Kantors mitgetragen. Eine Regelung, die Vereinsvorsitzender Siegfried Bohe im Zuge der Kantorei-Abspaltung in Frage gestellt hatte.

Doch nicht nur finanziell soll sich die Änderungskündigung auf das Tätigkeitsfeld Pumpas auswirken: Künftig, so erklärte Heike Esken, würde der Kantor nicht mehr sämtliche Gottesdienste musikalisch gestalten, sondern nur noch zwei im Monat – und dann nur noch an der Orgel. Hinzu kämen jährlich zwei je einstündige Orgelkonzerte sowie acht Matineen und Vespern, „damit die tolle Orgel, die bislang eigentlich zu kurz gekommen ist, endlich zur Geltung kommt“, so Esken, für die die Qualifikation Pumpas „unbestritten“ ist. Klassische Musik solle durchaus weiterhin von interessierten Kreisen in der Evangelischen Kirchengemeinde Halver zu hören sein. Sowohl für die nun erfolgte Änderungskündigung als auch für die Auflösung der B-Musikerstelle lägen die Genehmigungen der Landeskirche vor, so Esken. „Auch das Kreiskirchenamt mit Superintendent Majoress ist informiert.“

Andreas Pumpa war im April 1991 im Alter von 26 Jahren als Kantor nach Halver gekommen. Im Rahmen der Feier zu seinem 20-jährigen „Dienstjubiläum“ war Pumpa als „stabiler und verlässlicher Faktor im kulturellen Leben der Stadt Halver“ bezeichnet worden. Kantoreimitglied Peter Höller hatte seine Glückwünsche damals mit der Hoffnung verbunden, dass die Kantorei „mit ihrem Chorleiter noch viele Musikwerke aufführen kann.“ Mindestens eines wird es noch geben: für Sonntag, 9. Dezember, 18.30 Uhr, lädt die Kantorei zu einem Adventskonzert ein – allerdings nicht in der evangelischen, sondern in der katholischen Kirche. ▪ Frank Zacharias

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