Zwiespalt zwischen Jung und Alt

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Die Evangelische Kirchengemeinde Oberbrügge denkt derzeit über Ihre Gottesdienste nach und bezieht die Gemeindemitglieder in ihre Überlegungen mit ein.

Oberbrügge - Traditionen bewahren oder Neues ausprobieren – in diesem Zwiespalt befindet sich die Evangelische Kirchengemeinde Oberbrügge in puncto Gottesdienste.

Bei einem Abend zum gegenseitigen Gedankenaustausch vor etwa zwei Wochen kamen dabei viele Vorschläge zusammen, ob sie sich alle unter einen Hut bringen lassen, ist aber fraglich, sagt Presbyteriums-Vorsitzender Roland Pfeiffer. 

Mit etwa 30 Teilnehmern war die Veranstaltung im Gemeindehaus am Glockenweg gut besucht. Auch fünf oder sechs Jugendliche seien dabei gewesen und hätten ihre Vorschläge davon unterbreitet, wie man Gottesdienste in der Gemeinde auch für sie ansprechender gestalten könne, berichtet Pfeiffer. 

Wunsch nach verständlicheren Texten 

So hätten die Jugendlichen den Wunsch nach verständlicheren und für sie greifbareren Textinhalten geäußert. Einige traditionelle Sachen würden den Jugendlichen nicht mehr viel geben, gibt Pfeiffer die Meinungen einiger junger Anwesender wieder. „Bestimme Texte erschienen ihnen überholt und nicht mehr zeitgemäß“, sagt der Vorsitzende des Presbyteriums. 

„Es gab aber auch Stimmen, man sollte nicht zu sehr an Traditionen rütteln, die für viele Anker und Orientierung seien, und nicht alles umkrempeln.“ Ein Ergebnis habe die Versammlung daher noch nicht gebracht, sagt Pfeiffer. Jugendliche, Gemeindebeirat und das letztlich entscheidende Presbyterium wollen sich weitere Gedanken bezüglich des Gottesdienstes machen. 

Ideen zum Gottesdienst gehen auseinander 

„Wir haben diesen Zwiespalt, einerseits an den Traditionen festzuhalten, andererseits möchten wir auch die Jugendlichen, die sich freier bewegen wollen, mit einbinden“, stellt Pfeiffer das Dilemma dar. Vielleicht komme man am Ende auch zu dem Schluss, dass man doch nicht alles in eine Gottesdienst-Form kriege und unterschiedliche Formen anbietet, beispielsweise ein überwiegend von Jugendlichen getragener Gottesdienst am Sonntagabend, wie man es schon mal zu besonderen Anlässen wie dem Jubiläum der Jugendabteilung gemacht hätte. 

Auf der Versammlung wurde auch das Thema Freiluft-Gottesdienst am Rande erwähnt, berichtet Pfeiffer. Früher hätten ein bis zwei Gottesdienste draußen stattgefunden, etwa anlässlich von Autofreies Volmetal in Zusammenarbeit mit der Gemeinde in Kierspe auf Haus Rhade. Man werde sich auch in Zukunft mit dem Thema beschäftigen und schauen, ob sich Gelegenheiten ergeben, wieder Gottesdienste im Freien zu veranstalten. 

Interesse an Singkreis und Liedgottesdienst

Auch Musik stand bei der Versammlung auf der Tagesordnung. Unter anderem wurde das Thema Liedgottesdienste, also Gottesdienste, in denen viel gesungen und eventuell – unter Einbeziehung des Posaunenchores zum Beispiel – musiziert wird.

„Von vielen Seiten gab es auch den Wunsch, einen Singekreis wieder aufleben zu lassen“, sagt Pfeiffer. Dieser könnte dann insbesondere neue Lieder einstudieren. „Es waren auch viele dabei, die Interesse am Mitsingen hatten, aber noch niemanden, der einen solchen Chor auch leiten würde“, sagt Pfeiffer. Da müsste man sich dann erst auf die Suche machen. Der Vorschlag der Jugendlichen, bei neuen Liedern Stücken auch englischsprachige Stücke einzubeziehen, sei allerdings bei den Älteren nicht so gut angekommen. 

Allerdings gebe es moderneres Liedgut auch in deutscher Sprache, deutete Pfeiffer in diesem Punkt einen möglichen Kompromiss an. Konkret wurde aber auch zu diesen Themen noch nichts festgehalten, sagt Pfeiffer. „Es ist alles noch im Fluss.“ Gemeindebeirat und Presbyterium werden sich auch dazu weiter beraten.

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