Presbyterium: "Die Differenzen sind zu tief"

Heike Esken, Vorsitzende des Presbyteriums

Zur Auflösung der Kantorei durch die evangelische Gemeinde lesen Sie hier die Stellungnahme des Presbyteriums:

"Das Presbyterium beschließt, den Arbeitsbereich Kantorei Halver in der Ev. Kirchengemeinde Halver mit sofortiger Wirkung/ /aufzugeben. Damit sind auch sämtliche für die Zukunft genehmigten Termine aufgehoben und das Gemeindehaus steht ohne gesonderte Vereinbarung nicht mehr zur Nutzung zur Verfügung.

Begründung: In den letzten 1 3/4 Jahren wurde die Gemeindeleitung, die gesamte Ev. Kirchengemeinde Halver oder beide wiederholt öffentlich, z.B. durch die Presse in Artikeln und Leserbriefen von Seiten der Kantorei, vertreten durch den Kantoreivorstand oder einzelne Mitglieder des Kantoreivorstandes, sowie durch einzelne Kantoreimitglieder angegriffen oder diffamiert. Bei seiner Entscheidung konnte das Presbyterium nicht zwischen diesen einzelnen Personen und der Kantorei als Ganzem differenzieren, da der Kantoreivorstand im Namen der gesamten Kantorei Halver nach außen aufgetreten ist. Der so agierende Kantoreivorstand wurde nicht abgewählt und amtiert bis heute. Außerdem wurde durch 14 Mitglieder der Kantorei Halver Strafanzeige gegen zwei Pfarrer und die Kirchmeisterin (einem langjährigen Kantoreimitglied) bzw. gegen einen Pfarrer wegen Nötigung erstattet. Obwohl die Staatsanwaltschaft Hagen das Verfahren mangels Tatverdacht nicht eröffnet hat, stellten Mitglieder des Kantoreivorstandes die Zurückweisung in der Öffentlichkeit so dar, als seien die Beschuldigten nur mit taktischen Mitteln der Anklage entgangen. Aus der Begründung der Verteidigung geht jedoch hervor, dass der Beschuldigung ein Sachverhalt zugrunde lag, der sich aus einem internen Dienstgespräch mit einem Angestellten ergab und somit keine strafrechtlichen Konsequenzen aus dieser Anzeige zu ziehen waren. Dieser Begründung ist die Staatsanwaltschaft offensichtlich gefolgt. Außerdem lagen die strafrechtlichen Voraussetzungen für eine Nötigung unabhängig davon nicht vor. Trotz Abweisung der Anzeige durch die Staatsanwaltschaft legten einige Mitglieder Widerspruch bei der Generalstaatsanwaltschaft ein, der ebenfalls abgewiesen wurde. Weiter wurden gegen dieselben Personen, gegen die eine Strafanzeige angestrengt wurde, auch Dienstaufsichtsbeschwerden beim Landeskirchenamt der Westfälischen Landeskirche eingelegt. Auch diese wurden mittlerweile mit ähnlicher Begründung wie die Strafanzeigen abgewiesen. Eine Entschuldigung für die Vorgehensweisen ist bis heute nicht erfolgt, obwohl die Gemeindeleitung mehreren Anzeigeerstattern gegenüber deutlich gemacht hat, dass diese für die öffentliche Diffamierung und für die Anzeigenerstattung auch aus Reihen der Gemeinde erwartet wird. Anträge, die die Kantorei in den letzten 1 3/4 Jahren - auch in jüngerer Vergangenheit - an das Presbyterium gestellt hat, waren häufig mit Ultimaten versehen, bei deren Nichteinhaltung mit Dienst- oder Fachaufsichtsbeschwerde gedroht wurde. Die Unruhe und die Spannungen, die durch diese Umstände in der Gemeinde hervorgerufen wurden, werden von vielen Gemeindegliedern als unerträglich angesehen, wie dem Presbyterium aus vielfachen Äußerungen bekannt ist.

Eine Vielzahl der Mitglieder der Kantorei ist nicht Mitglied unserer Kirchengemeinde oder ist im vergangenen halben Jahr aus der Ev. Kirche ausgetreten. In seiner Mitgliederversammlung vom 12.04.2012 hat der Förderverein für Kirchenmusik in Halver, dessen Mitglieder fast ausschließlich in der Kantorei sind oder dieser nahestehen, auch jegliche Verbindung zur Evangelischen Kirchengemeinde Halver, die ursprünglich vorhanden war, aus seiner Satzung gestrichen. Aufgrund der Verhaltensweise der Kantorei ist der Eindruck im Presbyterium deutlich geworden, dass ein großer Teil der Kantoreimitglieder kein Interesse an der Gesamtheit der Ev. Kirchengemeinde Halver und den Inhalten der Gemeindearbeit hat, sondern dass es ihnen nur um die Interessen ihrer eigenen Gruppe geht.

Daher hält das Presbyterium eine Zusammenarbeit mit dieser Gruppe innerhalb der Kirchengemeinde für nicht weiter tragbar, da die Differenzen zu tief sind.

Sollte die bisherige Kantorei Halver auf anderer Basis - etwa als eigenständiger Verein - weiter tätig sein, steht das Presbyterium – wie auch gegenüber anderen Gruppen - für Verhandlungen über Nutzung seiner Räumlichkeiten o.ä. zur Verfügung."

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