Trunkenheitsfahrt endet an einer Mauer

Halver - Hart an der Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit bewegte sich eine 20-Jährige aus Halver am 16. November durch den Verkehr. In der Nähe der Christuskirche in Lüdenscheid endete ihre Trunkenheitsfahrt an der Umfassungsmauer eines Hochbeets. 250 Euro kostete dessen Wiederherstellung, mit 2000 Euro schlug der Schaden am Auto zu Buche.

Im Amtsgericht Lüdenscheid trug die Angeklagte Gründe für ihren spontanen Griff zum Autoschlüssel vor - nach einem Streit mit ihrem Ex-Freund hatte sie sich morgens um sechs Uhr ins Auto gesetzt und war losgefahren.

Erst gut drei Stunden nach der Kollision konnte ihr bei der Polizei eine Blutprobe entnommen werden, die mit 0,82 Promille noch im Bereich einer Verkehrsordnungswidrigkeit lag. Vor Gericht musste deshalb zurückgerechnet werden, ob die Angeklagte um sechs Uhr morgens noch mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut gehabt haben musste.

Der Wert definiert die Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit. Möglich, aber nicht sicher, lautete das Ergebnis dieser Berechnung, und damit verließ das Verfahren den Bereich des Strafrechts. „Ich bin sehr froh, dass ich keinem Menschen wehgetan habe“, sagte die Angeklagte in ihrem letzten Wort. So blieb es beim Tatbestand der Trunkenheit am Steuer.

Richter Peter Alte verhängte eine Geldbuße in Höhe von 500 Euro. Diese war durchaus umstritten: Seine Mandantin habe ein so geringes Einkommen, dass vom Standardtarif abzuweichen sei, trug der Verteidiger vor. Der Staatsanwalt konterte: Weil die 20-Jährige nicht zum ersten Mal wegen solcher Vorkommnisse aufgefallen sei, müsse die Geldbuße heraufgesetzt werden.

So blieb der Tarif irgendwie in der Mitte des Möglichen. Das natürlich zusätzlich verhängte dreimonatige Fahrverbot hatte sich durch den sofortigen Führerscheinentzug am 16. November bereits erledigt. - thk

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare