Von 0 auf 15 auf 22 Euro: Brauchtum wird teurer

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Einige Gebühren wurden zum 1. November angehoben, andere gesenkt.

HALVER - Statistisch entfällt in Halver auf 170 Einwohner genau ein Osterfeuer - ein Spitzenwert, der jedoch alljährlich auch die Ordnungshüter der Verwaltung fordert. Genau deshalb hatte die Stadt 2012 erstmals eine Gebühr für die Genehmigung der Brauchtumsfeuer verlangt. 15 Euro waren fällig - in diesem Jahr steigt diese Gebühr nochmals an. Um fast 50 Prozent.

Wie bereits auf den Internetseiten der Stadt zu lesen ist, kostet die Anmeldung eines Osterfeuers ab sofort 22 Euro, also 7 Euro mehr als noch im vergangenen Jahr. Bereits damals hatte Kämmerer Markus Tempelmann im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt, dass der Verwaltung die hohe Zahl der Osterfeuer aufgefallen sei. Laut Verwaltungsgebührensatzung könnten sich die Kommunen die Genehmigung bezahlen lassen. In der Gebühr seien der Arbeitsaufwand für die Ausfertigung des Dokuments sowie für die notwendigen Kontrollen und die Portokosten enthalten.

Tatsächlich bedeuten Osterfeuer einen nicht zu unterschätzenden Mehraufwand für die Mitarbeiter des Fachbereichs „Bürgerdienste“, dem auch das einstige Ordnungsamt angehört. Von den bis zu 120 angemeldeten Feuern müssen viele stichprobenartig im Vorfeld vor Ort überprüft werden: Der Abstand zur nächsten Wohnbebebauung spielt ebenso eine Rolle wie die Art des Verbrennungsmaterials.

Der Gebührenerhöhung zugrunde liegt die neue Verwaltungsgebührensatzung, die der Rat der Stadt im September 2012 einstimmig verabschiedet hat (wir berichteten). So kosten Beglaubigungen „von Unterschriften oder Handzeichen“ nur noch 2 statt 5 Euro, schwarz-weiß-Ausdrucke in DINA3 0,85 statt 1 Euro. Doch es gibt auch eine Reihe von Verwaltungstätigkeiten, für die der Bürger tiefer in die Tasche greifen muss: Plotter-Ausdrucke kosten nun grundsätzlich mindestens 14,50 Euro, während sie zuvor ab 7 Euro (für eine DINA4-Seite) zu haben waren.

„Die Anpassung war nötig, weil die letzte aus dem Jahr 1994 stammte. Seither hat sich der Aufwand einiger Vorgänge massiv geändert, manchmal natürlich auch reduziert“, sagt Nicole Schmies von der Stadtverwaltung, die die neue Satzung erarbeitet hat. Auf diese Neuerungen habe die Stadt nun reagiert. Rückmeldungen - positive wie negative - habe es bislang jedoch nicht gegeben. Doch könnte die Gebührenerhöhung im Bereich Osterfeuer nun tatsächlich das zur Folge haben, was Markus Tempelmann bereits im vergangenen Jahr einkalkuliert hatte: „Vielleicht schließen sich ja künftig einige Nachbarn zusammen.“ Das würde dann wiederum den Aufwand der Kontrollen durch das Ordnungsamt verringern. - Frank Zacharias

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