Geschäftsführer Dietrich Turck meldet sich zu Wort

Escha nimmt Stellung zur Kritik der IG Metall

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Escha-Geschäftsführer Dietrich Turck

Halver - „Tiefe Gräben bei Escha“: Der Artikel von Samstag, in dem unter anderem von Zerwürfnissen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung die Rede ist, stieß nicht nur in den sozialen Netzwerken auf ein gewaltiges Echo. Am Dienstag hat Geschäftsführer Dietrich Turck Stellung bezogen – dabei geht es um verschiedene Punkte.

Zur geforderten Lohnerhöhung: Auf einer dreiseitigen Presseerklärung geht Turck auch auf die Forderung der IG Metall nach einer allgemeinen Lohnerhöhung ein. „Rekordumsatz bedeutet nicht gleich Rekordgewinn“, sagt Dietrich Turck mit Blick auf die Kritik am Bericht zum Geschäftsjahr 2018. Für die Mitarbeiter habe es nach einer Lohnerhöhung Ende 2017, die höher ausgefallen sei als in den Tarifen, keine finanziellen Einbußen gegeben.

„Wir stehen und standen aufgrund des beachtlichen Wachstums vor großen Herausforderungen, die uns in vielerlei Hinsicht an die Grenzen gebracht haben.“ So seien in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt rund 200 Arbeitsplätze geschaffen worden, sodass neue Mitarbeiter eingearbeitet werden mussten. 

Zudem sei Escha gezwungen gewesen, große Lagerbestände aufzubauen, um den Kundenwünschen nach kurzen Lieferzeiten gerecht zu werden. „Wenn man dazu weiß, dass die Lieferzeiten für unsere Vormaterialien zwischenzeitlich bis zu 80 Wochen betragen haben, kann man sich vorstellen, was das für eine komplexe Aufgabe war.“ Die Prämie sei ein Dankeschön, „wenn das operative Ergebnis es zulässt“. 

Zur Kritik am Prämienmodell: 

Und diese Prämie bezeichnet Turck als „extrem transparent“ und nicht willkürlich. „Die Höhe der Prämie ist abhängig davon, was wir unter dem Jahr ausgeben mussten“, erklärt der Geschäftsführer. Dass die Prämie je nach Anzahl der Krankheitstage reduziert wird, sei Folge des Wunsches einer gerechten Verteilung. Sie werde so „an diejenigen ausgezahlt, die sie auch erarbeitet haben“, sagt Dietrich Turck, der in der Stellungnahme darüber hinaus zahlreiche Leistungen nennt, die für ein mittelständisches Unternehmen dieser Größe nicht selbstverständlich seien. 

„Allein in den letzten drei Monaten haben wir rund 70 000 Euro für Sicherheitsschuhe und Schutzbrillen ausgegeben“, wobei Letztere „sogar an die individuelle Sehschärfe angepasst“ worden sei. Es gebe unter anderem ein betriebliches Gesundheitsmanagement, umfangreiche Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung sowie moderne Arbeitsbereiche und Sozialräume. „Zum großen Teil sind die Gebäude und deren Einrichtung noch nicht einmal zwei Jahre alt. So etwas ist nicht selbstverständlich und kostet Geld.“ 

Zum Ort der Betriebsversammlung: 

Kalt soll es gewesen sein im Rohbau, der dem Betriebsrat in der vergangenen Woche für die Betriebsversammlung zur Verfügung gestellt wurde. Auch darüber berichtete der AA. 

Turck betont indes, dass der Betriebsrat das Angebot nach Abwägung von Alternativen „gerne angenommen“ habe. „Da die Heizungsanlage noch nicht installiert war, haben wir über Infobildschirme im gesamten Unternehmen darauf hingewiesen, dass sich bitte alle passend anziehen sollen.“

Bislang seien für die einzelnen Schichten fünfmal am Tag in der Cafeteria Versammlungen für maximal 150 Personen abgehalten worden. „Der Betriebsrat hat die bewährte Praxis abgelehnt“, sagt Dietrich Turck. 

Die Anmietung der Schützenhalle in Lüdenscheid oder die Errichtung eines Zelts auf dem Firmengelände hätte hingegen viel Zeit und Geld gekostet. 

Zu Betriebsrat/Geschäftsführung: 

Dass es ein Zerwürfnis zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsführung gebe, dementiert der Geschäftsführer. Stattdessen gebe es ein Zerwürfnis innerhalb des Betriebsrats. „Die mögliche Abwahl des Betriebsratsvorsitzenden und seiner Stellvertreterin ist eine betriebsratsinterne Angelegenheit. Darauf hat die Geschäftsführung keinen Einfluss.“ 

Der Betriebsrat sei ein demokratisch gewähltes Gremium und werde mit unterschiedlichen Meinungen entsprechend umgehen, so Turck weiter, der abschließend betont, dass „die Zeiten des Klassenkampfes“ beendet sein sollten. Ein Betriebsrat sollte ein offenes Ohr für die Belange der Belegschaft haben und in ihrem Sinne mit dem Arbeitgeber kooperieren. „Denn am Ende schaffen und sichern nur Arbeitgeber Arbeitsplätze – nicht die Politik und nicht die Gewerkschaften.“

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