Aktion des ESBK

ESBK-Schüler sammeln seit 14 Jahren für den guten Zweck

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Voller Emotionen: Die Schulband des ESBK begeistert beim großen Adventsbasar.

Halver - Im Kalender des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs (ESBK) ist er nicht mehr wegzudenken: der Adventsbasar. Die Schüler tun damit seit vielen Jahren etwas Gutes

Alles für den guten Zweck: In der Woche vor Weihnachten geben die ESBK-Schüler nicht nur auf Bobby-Cars noch einmal richtig Gas. Bereits zum 14. Mal haben sie den Adventsbasar organisiert, zu dem jeder willkommen ist.

Das Ziel: Spenden für die Lüdenscheider Obdachloseneinrichtungen zu sammeln. Genauer gesagt für die Caritas, die Johanniter, das Amalie-Sieveking-Haus und die Evangelische Kirchengemeinde Oberrahmede. Von den insgesamt 81 Klassen des Berufskollegs waren rund 60 am Mittwoch im Einsatz. 

ESBK-Schüler veranstalten großen Adventsbasar für guten Zweck

Viele Klassen beteiligten sich mit eigenen Ideen. Vor allem das Büffet war reichlich bestückt. Meterlange Tische im Foyer zeigten die Vielfältigkeit der Schüler. Internationale Spezialitäten aus der Türkei, Russland, Amerika, Polen oder Griechenland reihten sich neben klassische Mettbrötchen, Waffeln und einer Popcornmaschine. Alleine mit dem Popcornverkauf wurden 100 Euro eingenommen. Und das ist nur ein Stand von vielen.

Bis zu 4000 Euro kommen jährlich zusammen

Insgesamt, sagt Schulleiter Ulrich Fröndhoff, kommen jedes Jahr bis zu 4000 Euro zusammen. An jede der vier Organisationen könnten daher jedes Jahr an die 1000 Euro gespendet werden. Der Förderkreis runde die Summe meist auf. „Das ist jedes Jahr ein tolles Event“, sagt Ulrich Fröndhoff. Die sonst nüchternen Kaufleute in der Ausbildung zeigen an diesem Tag im Jahr ihre soziale Ader, sagt er. 

Schulleiter Ulrich Fröndhoff, Bürgermeister Michael Brosch, Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg, Daniel Intile (Caritas) und Schulpfarrer Dirk Pollmann (v.l.).

Ins Leben gerufen wurde die Aktion vor 14 Jahren federführend vom pensionierten Religionslehrer Ulli Schreiber. Sein Nachfolger ist heute Schulpfarrer Dirk Pollmann. Eigentlich sei das Projekt als einmalige Aktion geplant gewesen, sagt Ulli Schreiber. Aber sie sei so gut angekommen, dass es nun sogar fest im Schulprogramm steht. Bürgermeister Michael Brosch ist seit Jahren Gast auf der Veranstaltung und habe schon immer eine große Verbundenheit mit Ostendorf. „Auch als Sozialdemokrat bin ich besonders glücklich über solche Projekte.“ 

Obdachlose freuen sich sehr

Noch glücklicher ist Norbert. Der 47-Jährige lebte vier Jahre auf der Straße. Nicht in Lüdenscheid, sondern in Dortmund. „Das ist noch mal härter“, sagt er. Seit mittlerweile acht Jahren hat er eine eigene Wohnung. Seine Geschichte beginnt mit 16 Jahren. „Mein Vater hat mich geschlagen und hat nur gesoffen.“ Er packte seine Sachen und haute ab. Er lebte auf der Straße, dann in Wohngemeinschaften und hier und da. Jetzt, wo sich sein Leben stabilisiert hat, arbeitet er ehrenamtlich in der Kirche Oberrahmede und unterstützt dort Menschen, die das Schicksal mit ihm teilen. Er gibt etwas zurück. Dass es solche Organisationen gibt, sagt er, ist unglaublich wichtig. Ohne sei es kaum vorstellbar. Jedes Jahr kommen einige Obdachlose oder welche, die es einmal waren mit ans ESBK. 

Viele Kleinigkeiten werden zu einem großen Projekt.

Solche, die offen über ihre Geschichte mit den Schülern sprechen. Das Geld, das die Schüler sammeln, verwenden die Institutionen für die warmen Mahlzeiten und für kleine Weihnachtsgeschenke. Aber auch immer laufende Kosten werden gedeckt. „Wir sind eine große Familie“, sagt Monika Deitenbeck-Goseberg „Wir helfen in jeder Lebenslage.“ Mal wird Geld verliehen, weil eine Stromrechnung nicht bezahlt werden konnte. Möbel für die erste Wohnung werden organisiert. Der Bulli, der sie transportiert, muss getankt werden. 

Mit dem Schulprojekt bekommen die Schüler einen Einblick, der den meisten verborgen bleibt. Und sie hören nicht nur davon. Sie helfen. „Ich finde die Aktion richtig super“, sagt die 19-jährige Daria Suhr. „An diesem Tag stehen diese Menschen im Mittelpunkt. Ich denke, wir tun etwas Gutes.“ Dem schließt sich auch ihr Mitschüler Timo Burk an. Der 21-Jährige ist zum ersten Mal dabei und habe nicht erwartet, dass die Veranstaltung so groß ist. 

Zum Programm des Adventsbasars im ESBK zählten der Zauberer Arnd Clever und die Zirkus-AG der Gesamtschule Marienheide. Die Besucher, die einst auf der Straße lebten, waren nicht nur zum Essen eingeladen. Auch eine tolle Show voller Magie und Akrobatik durften sie genießen. Ein Tag, der nicht mehr für Obdachlose sein könnte.

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