Wenig Eheschließungen in Corona-Zeiten

Viele Paare haben sich nicht getraut - erste Hochzeiten nach Corona-Lockdown

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Trauung in Corona-Zeiten: Lisa und Felix Hesterberg ließen sich in der vergangenen Woche im Halveraner Rathaus trauen. Schön war es für das Brautpaar trotz der Einschränkungen.

Halver - Auch die Liebe leidet unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Paare, die sich das Ja-Wort geben wollten, haben sich in den vergangenen Monaten nicht getraut und ihre Feiern verschoben.

Standesbeamtin Christiane Sayk hat ihre Dienste selbst zu Lockdown-Zeiten angeboten, doch bei den vielen Auflagen und wenigen zugelassenen Begleitpersonen blieb der romantische Teil der Trauung größtenteils auf der Strecke. „Ein Paar hat seine Trauung abgesagt, viele haben sie aber auch verschoben“, erinnert sich Christiane Sayk an die Zeiten des ersten Lockdowns. 

Dennoch gab es Heiratswillige, die trotz der Einschränkungen nicht länger warten wollten. Sayk: „Es gab auch Paare, die das in Kauf genommen und zu zweit geheiratet haben.“ Die Braut, der Bräutigam und die Standesbeamtin. Mehr Personen durften nicht anwesend sein. Selbst die Gratulantenschar vor dem Rathaus blieb aus. „Zu Beginn durften wegen der Kontaktsperre nicht mehr als diese zwei Personen zusammen sein. Deshalb konnte auch vor dem Rathaus nicht gratuliert werden“, erklärt Sayk. 

Nach den Lockerungen wieder erste Ja-Worte

Zu den Paaren, die sich in den vergangenen Wochen trotz Corona-Maßnahmen das Ja-Wort gaben, gehören Lisa und Felix Hesterberg. Sie ließen sich am vergangenen Freitag, 14. August, im Standesamt im Rathaus trauen. Schön war es für das Brautpaar, „aber wegen der Corona-Maßnahmen nicht ganz so toll“, fand Lisa Hesterberg. Eine kirchliche Trauung wird es für die beiden nicht geben. Auf die Hochzeitsreise im Herbst wollen sie aber nicht verzichten. Bis dahin heißt es abwarten, wie sich die Situation entwickelt. 

Die starken Einschränkungen wurden mittlerweile wieder aufgehoben. Auch Hochzeitsfeiern mit bis zu 150 Personen sind möglich. „In unserem Trauzimmer dürfen wegen der Größe momentan fünf Personen inklusive Brautpaar und Standesbeamten gleichzeitig anwesend sein. 

Acrylglasscheibe im Trausaal

Im Sitzungssaal sind es zwölf Personen, in der Heesfelder Mühle neun und in der Villa Wippermann 15“, erklärt Sayk. Der Mund- und Nasenschutz muss nach wie vor im Rathaus angelegt werden, darf jedoch im Trauzimmer entfernt werden, weil hier eine Acrylglasscheibe vor dem Brautpaar installiert wurde. Auch in der Mühle finden die Ambientetrauungen hinter einer Scheibe statt. „Schön ist das natürlich nicht, es ist im Moment aber nicht anders möglich“, resümiert die Standesbeamtin. Wer auf Maske und Plexiglas verzichten möchte, kann im Sitzungssaal im Rathaus oder der Villa Wippermann heiraten. Dort kann der gebotene Mindestabstand eingehalten werden. 

Während die standesamtliche Trauung wieder regelmäßig in Anspruch genommen wird, gehen die Paare den Bund fürs Leben weiterhin nicht so häufig vor dem Altar ein. „Die meisten Trauungen in den letzten Monaten sind verschoben worden“, weiß Pfarrer Christoph Dickel von der Evangelischen Kirchengemeinde in Halver. „Am vergangenen Samstag hat zum ersten Mal seit April wieder eine Trauung in unserer Kirche stattgefunden.“ Durchnummerierte Plätze mit gebührenden Abständen und die Angabe der Kontaktadressen sind Voraussetzung für den Eintritt ins Gotteshaus – sowohl bei den Eheschließungen als auch bei den Gottesdiensten. Wie es in der Kirche weitergehen und das Schutzkonzept angepasst wird, soll in demnächst im Presbyterium beschlossen werden, so der Pfarrer. 

Letzte Trauung im Januar

„Meine letzte Trauung hatte ich in diesem Jahr im Januar“, sagt Pfarrer Claus Optenhöfel von der Katholischen Kirchengemeinde Christus König. In Kürze stehe eine Trauung an: „Da ist ein Paar, das eigentlich in Hagen-Dahl wohnt, aber hierhin kommt, weil die Kirche größer ist und sie die Möglichkeit haben, mit einer größeren Zahl von Personen zu kommen.“ Die meisten Termine wurden auf das kommende Jahr verschoben. „Ich habe für das nächste Jahr schon viele Anfragen in der Pfarrei.“ 

Coronavirus im MK

Wer sich momentan in der Kirche trauen lassen möchte, erhält von der Pfarrei im Vorfeld einen Sitzplan. „Dort trägt das Brautpaar ein, wer wo sitzen soll, weil die ihre Verwandten natürlich kennen und wissen, welche Leute zu einem gemeinsamen Haushalt gehören.“ Dadurch, dass diese Besucher dann zusammensitzen können, finden mehr Menschen in der Kirche Platz. „Bis etwa 50 Personen bekommen so einen Platz“, sagt Optenhöfel. Masken müssen dank der eingehaltenen Abstände nur beim Betreten und Verlassen des Gotteshauses getragen werden. 

Verzicht auf körperliche Berührungen

„Bei der Trauung selber sind alle körperlichen Berührungen wie bei einem Segen nicht möglich“, erklärt der Pfarrer. „Wir haben dafür Varianten. Wenn sonst beim Segensgebet die Arme über dem Paar ausgebreitet werden, spreche ich jetzt erst den Segen und breite danach die Hände aus, spreche aber nicht dabei.“

Wer sich in Halver das Ja-Wort geben möchte, kann sich bei Christiane Sayk melden. Sie ist im Rathaus unter Tel. 0 23 53/7 31 34 oder per E-Mail an c.sayk@halver.de zu erreichen.

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