Husten, Schnupfen, Fieber

Erste Erkältungswelle überrollt Kitas im MK 

Kinder-Infekte
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Gefühlt läuft das Näschen den ganzen Winter. Gerade im ersten Kitajahr machen Kinder viele Infekte durch.

Lobten im vergangenen Jahr noch viele die Zeit, in der aufgrund des Lockdowns und der Hygieneregeln Kinder viel weniger krank wurden, sieht es jetzt anders aus.

Halver –Eigentlich beginnt die Erkältungszeit im Oktober oder November. Aber diesmal kam der erste Schnupfen schon viel früher, wie Petra Gelhart, Leiterin der DRK-Kita Juno sagt. Bereits im August. „Die Welle ist früh ins Rollen gekommen“, sagt Gelhart. „Und hat uns im großen Ausmaß erwischt.“

Fieber, Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden, auch Pseudo-Krupp-Fälle sind bereits aufgetreten. Den Grund sieht Petra Gelhart in dem geringen Kontakt, den die Kinder hatten sowie in den sterilen Umgebungen. Und im Kindergarten sind sie plötzlich mit Bakterien konfrontiert. „Die Kinder sind nichts mehr gewöhnt.“ Das Immunsystem muss sich erst wieder stärken. So erklärt es auch der Kinderarzt Michael Achenbach.

Corona hat die jetzige Situation verstärkt

Normal ist das ohnehin bei Kindern, die zum ersten Mal in die Kita gehen, sagt Gelhart. Die Corona-Situation habe es aber verstärkt. Selbst für das erste Lebensjahr gab es keine Angebote wie Krabbelgruppen oder Pekip-Kurse.

Die Eltern der Kinder, die die Kita besuchen, seien sehr verantwortungsbewusst und umsichtig. Denn auch wenn es Erkältungen immer schon gab, sind sie seit Corona auch immer ein ernst zu nehmender Hinweis. Trotzdem: „Nicht jedes Niesen, jeder Schnupfen oder Husten ist gleich Corona“, sagt die Kita-Leiterin. Man müsse zurück in eine Normalität kommen. Und dazu gehören auch Erkältungen.

Das sagt das Gesundheitsministerium

Bei Fieber und Magen-Darm-Infekten müssen Kinder zu Hause bleiben. Das galt auch vor der Pandemie. Auch bei Schnupfen gilt eine Beobachtung von 24 Stunden. Das Gesundheitsministerium sagt dazu: „Auch Schnupfen kann nach Aussage des RKI zu den Symptomen einer Covid19-Erkrankung gehören. Angesichts der Häufigkeit einfachen Schnupfens und laufender Nase bei Kindern empfehlen wir folgendes Vorgehen: Im Falle einer laufenden Nase ohne weitere Krankheitsanzeichen oder Beeinträchtigung des Wohlbefindens des Kindes sollte zunächst für 24 Stunden zu Hause beobachtet werden, ob weitere Symptome wie Husten, Fieber etc. hinzukommen. Wenn keine weiteren Symptome auftreten, kann das Kind wieder in der Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflegestelle betreut werden. Für die Wiederaufnahme ist kein ärztliches Attest erforderlich.“

Aufgrund der Häufigkeit, sagt Petra Gelhart, ist das eine Belastung für die Kinder, aber auch für die Eltern. „Das verlangt Familien viel ab.“ Zwar wurden die Krankheitstage, die Eltern sich nehmen können, um kranke Kinder zu Hause zu betreuen, in diesem Jahr von zehn auf 20 pro Elternteil verdoppelt, aber mit Beginn des dritten Quartals sind viele davon doch bereits aufgebraucht. Abgesehen davon werden Eltern auch häufiger krank, sagt Gelhart. Und auch die Erzieher sind davon betroffen.

Sobald es den Kindern wieder besser geht und ein Arzt attestiert, dass sie nicht mehr ansteckend sind, dürfen sie auch wieder die Einrichtung besuchen, sagt Petra Gelhart. Viele Eltern seien auch dahingehend sehr vorsichtig und gehen zum Arzt, obwohl ein Attest nicht immer notwendig sei. Corona habe die Eltern dahingehend sensibilisiert, sagt Gelhart und lobt das „gute Miteinander“.

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