Corona-Reihenimpfung im Bethanien

Erste Corona-Impfrunde im Seniorenheim in Halver

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Helmut Vormann wird bald 94 und ist der erste Bewohner und damit auch Halveraner, der die Impfung erhält. Den Trubel am Mittwochvormittag meistert er souverän. Im Anschluss nimmt er sich noch die Zeit fürs Erinnerungsfoto mit Bürgermeister Brosch und Hausleiterin Stefanie Thiemann.

Beim Auftakt der Corona-Reihenimpfung in einem Seniorenzentrum in Halver werden die ersten Bürger der Stadt am Mittwoch gegen das Virus geimpft.

Halver – Das war „der Heilsstich“ frotzelt Pfarrer i. R. Karl Balkenhol. „Da merkst du nix von“, sagt er und sieht „überhaupt keinen Grund, sich nicht impfen zu lassen“.

Der katholische Geistliche gehört zu den ersten Bewohnern im Seniorenzentrum Bethanien, die am Mittwoch die Möglichkeit zur Reihenimpfung wahrnahmen und damit die ersten Halveraner waren, die gegen Covid-19 geimpft sind.

„Da merkst du nix von.“ Pfarrer i. R. Karl Balkenhol nimmt den Piks mit Humor. Corona, Reihenimpfung, Impfung, Bethanien, Halver

Der erste war allerdings Helmut Vormann, Jahrgang 1926 und damit der siebtälteste Bewohner des Hauses. Unbeeindruckt vom Piks und den Handys ließ er die Prozedur über sich ergehen, die in Sekunden abgeschlossen war. Etwas länger nahm bei ihm wie den anderen Bewohnern der Wohnbereiche 2 und 3 im Haus das Gespräch mit dem Arzt in Anspruch, der sich auch persönlich noch einmal versichern ließ, dass geimpft werden solle und ob alles in Ordnung sei. Dann gab’s noch ein Erinnerungsfoto mit Stefanie Thiemann, der Leiterin des Seniorenzentrums, und mit Bürgermeister Michael Brosch, der den Impfauftakt in Halver persönlich begleiten wollte.

Eintritt nur mit Schnelltest

Für Brosch und auch den Berichterstatter gab’s allerdings zuvor den obligatorischen Test. Ohne Corona-Abstrich, ohne Fiebermessen und Erfassungsbogen wäre der Besuch tabu gewesen. „Wenn der Schnelltest positiv anschlägt, gehen Sie durch diese Tür raus. Und zwar sofort“, stellt Linda Hauf, die Pflegedienstleiterin in Bethanien, resolut klar, und deutet auf den Notausgang.

Vor dem Start: das Impf-Team mit Olga Giesler, Dr. Hartmut Rohlfing und Simone Rohlfing (von links).

Dann nimmt das Testen seinen Gang. Rund eine halbe Stunde braucht das Team von Dr. Hartmut Rohlfing, um aus der Cafeteria ein funktionierendes Testzentrum zu machen. Wie eine Premiere wirkt das nicht. Um 10.40 Uhr sind Dr. Hartmut Rohlfing, Simone Rohlfing und Olga Giesler startklar. Und da, wo normalerweise Kaffeekännchen und Kuchen über die Theke wechseln, liegen Spritzen, Desinfektionsmaterial und alles das, was der Arzt und seine Helferinnen für die nächsten Durchgänge brauchen.

Seniorenzentrum ist gut vorbereitet

Wichtigstes Utensil ist dabei der Impfstoff, den das Haus sich selbst besorgen musste, wie Stefanie Thiemann, auf Nachfrage erfahren hatte. Und das galt auch für den Arzt, der die Impfungen im Haus durchführt. Das Seniorenzentrum sei gut vorbereitet, sagt Dr. Rohlfing, aber auch die Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe habe gut funktioniert. „Bei uns wurde frühzeitig informiert“, sagt der Arzt am Rande der Vorbereitungen.

Die Bar ist eröffnet. Statt Kaffee und Kuchen gibt’s diesmal aber Impfdosen, Spritzen und Sterilmaterial an der Theke der Bethanien-Cafeteria. Corona, Reihenimpfung, Impfung, Bethanien, Halver

Nicht nachvollziehen könne er die aufgekommene Kritik an hohen Honoraren für die Mediziner, die sich freiwillig für den Impfdienst gemeldet hätten. Das sei zum einen bereits vor den Vereinbarungen geschehen, zum anderen sei selbst eine Grippe-Impfung im Vergleich teurer als die Dienstleistung gegen Covid jetzt im Rahmen der Pandemie.

Die Impfbereitschaft im Bethanien ist hoch

Insgesamt ist die Impfbereitschaft an der Bachstraße hoch, sagt Stefanie Thiemann beim Blick auf die Zahlen und die zahlreichen Dokumente, die für jeden Einzelnen ausgefüllt werden müssen. Von 111 Bewohnern sind es 76, die sich dafür angemeldet haben. 89 von 115 Mitarbeitern sind ebenfalls dabei.

Dass Allergiker Bedenken haben, kann sie nachvollziehen, und auch bei Kolleginnen, die einen Kinderwunsch haben, ist der Vorbehalt aus ihrer Sicht verständlich. Auf die hohe Quote beim Personal sie sie aber stolz, sagt sie im Gespräch.

In Schalksmühle wurde bereits am Montag geimpft.

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