Kontaktsperre in NRW

Kontaktsperre: Bürger halten sich an Corona-Maßregeln 

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Nach Hinweis: Ruhe auch an den Fischteichen.

Halver/Schalksmühle – „Aktuell verhalten sich die meisten vorbildlich.“ Das sagt Alexander Fall, Leiter der Polizeiwache in Halver, die auch für Schalksmühle zuständig ist, zu den neuen Verhaltensregeln.

Nach dem Kontaktverbot, das die NRW-Landesregierung erlassen hat, ist eine Ansammlung von mehr als zwei Personen, die nicht zusammen in einem Haushalt leben, verboten. Halver „Es gab ein paar kleinere Gruppen, die sich nicht an die neuen Regeln gehalten haben. Nachdem wir sie angesprochen hatten, haben sie es aber eingesehen“, sagt Fall. Nur einige wenige Unbelehrbare habe es gegeben, die Diskussionen anzettelten. 

Grundsätzlich können Polizei und Ordnungsamt in solchen Fällen Strafen verhängen: Eine Ansammlung von bis zu zehn Personen gilt als Ordnungswidrigkeit. Die Corona-Schutzverordnung sieht dabei eine Mindeststrafe von 200 Euro pro Person vor. Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen fallen bereits unter den Straftatbestand – in solchen Fällen können bis zu 25 000 Euro fällig werden. „Doch wir agieren hier mit viel Fingerspitzengefühl“, berichtet Alexander Fall. 

Bisher gibt es keine Geldstrafen

Bisher sind noch keine Geldstrafen verhängt geworden, obwohl beispielsweise an den Fischteichen des Märkischen Angelsportvereins in Halver bereits unbefugt anwesende Gruppen „aufgelöst“ werden mussten. Im Fall der Fälle hilft eben häufig schon die konsequente Ansprache seitens der Ordnungsbehörden. 

Denn: Nicht nur die Polizei ist für deren Durchsetzung zuständig, sondern auch das Ordnungsamt. „Wir arbeiten eng mit den Kollegen vom Ordnungsamt zusammen und unterstützen uns gegenseitig“, sagt Polizeihauptkommissar Alexander Fall. Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Stadt Halver, kann das nur bestätigen. „Es gibt engen Kontakt und viele Absprachen.“ Die Polizei habe sich auch angeboten, bei Bedarf Streifen gemeinsam durchzuführen. In der Regel sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zu zweit unterwegs. Die Rückmeldung der entsandten Streifen sei bisher fast durchgängig positiv. „Die Halveraner sind sehr diszipliniert, sie akzeptieren die neuen Regeln offensichtlich.“ 

Doch nicht nur das Kontaktverbot kontrollieren die Mitarbeiter. Gaststätten etwa dürfen nicht mehr für Besucher geöffnet sein, Speisen nur abgeholt oder geliefert werden. „Da haben wir natürlich auch ein Auge drauf, dass alles geregelt abläuft und nicht zu viele Leute gleichzeitig in den Lokalen sind, um ihr Essen abzuholen“, sagt Gehring. Erfreulicherweise halten sich die Halveraner auch daran, dass Spielplätze nicht mehr besucht werden dürfen. „Damit haben wir gar keine Probleme aktuell“, berichtet Gehring von den Kontrollen der Ordnungsamts-Mitarbeiter. Die werden derzeit von Kollegen aus anderen Fachbereichen bei ihrer Arbeit unterstützt. Ohnehin gebe es auch regulär die Absprache, dass Mitarbeiter aus anderen Fachbereichen die Rufbereitschaft für das Ordnungsamt übernehmen. „Und nun sind eben Kollegen aus dem ganzen Haus auch auf Streifen im Einsatz.“ 

Ruhige Lage in Schalksmühle

In Schalksmühle sei die Lage ruhig und überschaubar, berichtet Silvia González, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste und Soziales in der Gemeinde, über die ersten Tage der verschärften Regelungen nach der Coronaschutz-Verordnung. „Bis jetzt läuft es sehr gut“, sagt sie auf AA-Anfrage. Wo Hinweise vonnöten gewesen seien, hätten die Bürger verständnisvoll reagiert. Anders als in Halver fährt die Gemeinde keine permanente Bereitschaft. In erster Linie ist es die Polizei, die ein Auge auf mögliche Verstöße hat. Die Zusammenarbeit funktioniere. Im Stab für außergewöhnliche Ereignisse, der auch in Schalksmühle bereits zusammengekommen war, seien mögliche Szenarien erörtert worden. Echte Hot-Spots seien zudem in der Gemeinde nicht auszumachen. Der Volmepark sei gesperrt, was auch befolgt werde. Dort wie auch im Bahnhofsbereich hätten sowohl Polizei wie auch der beauftragte Sicherheitsdienst zusätzlich am Wochenende ein Auge auf mögliche Aktivitäten. 

Die Polizeiwache in Halver hat einen QR-Code an der Tür, über den online Anzeigen aufgegeben werden können.

Einen Hinweis auf korrektes Verhalten in anderer Hinsicht gibt allerdings Wachleiter Alexander Fall: Er berichtet von Anrufen, in denen Menschen Fragen nach der Verhaltenweise stellen – allerdings hätten manche Anrufer dann gleich die 110 gewählt. Einige Menschen hätten diese Nummer auch genutzt, um sich zu beschweren, dass sie kein Toilettenpapier kaufen konnten. „Dafür ist der Notruf nicht da“, mahnt Fall. Statt für Fragen zum eigenen Verhalten den Notruf zu wählen, verweist Fall auf die Info-Telefone der Landesregierung zum Thema Corona. „Natürlich sind wir aber sonst auch weiterhin für die Bürger da.“

Die Polizeiwache sollten die Halveraner aber nur besuchen, wenn es wirklich nötig ist. „Es gibt die Möglichkeit, bei einigen Fällen eine Anzeige online zu erstatten.“ Dazu hängt an der Polizeiwache ein spezieller QR-Code an der Tür. Wer diesen mit seinem Mobiltelefon scannt, wird direkt auf die entsprechende Seite weitergeleitet.

Wie Halver und Schalksmühle geht es vielen Städten im MK. Mehr Informationen zum Coronavirus im MK in unserem regionalen Ticker.

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