Erst einmal 2000er-Grenze geknackt

Besucherzahlen auf Rekordtief - Umsatzeinbruch in diesem Freibad im MK

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Phillipp Hutt schaut aufs meist sehr übersichtliche Becken. Nur einmal waren 2000 Badegäste im Waldfreibad Herpine.

Halver - Alles hängt am August. Das sagte Phillipp Hutt, Geschäftsführer der Herpine, im Juli und blickte dabei zurück auf die Monate der diesjährigen Saison. 

Phillipp Hutt sagte klar, wenn der August nicht gut wird, dann wird 2020 das schlechteste Jahr seit 15 Jahren. Jetzt ist es Mitte August. Die 30-Grad-Marke wurde an fast allen Tagen geknackt. Eine Zwischenbilanz. 

Am Samstag, 8. August, wurde das erste und einzige Mal die Grenze von 2000 Gästen erreicht, sagt Hutt. Alles, was davor und danach kam kratzt an den 1000er-Bereich – wenn überhaupt. Juni und Juli hatten keine schönen Tage, die Sommerferien waren verregnet. Und auch jetzt, wo das Wetter mitspielt, werden keine hohen Besucherzahlen mehr erreicht. Und Phillipp Hutt rechnet auch nicht mehr damit. „Die Saison läuft jetzt aus.“ 

Schließung noch unklar

Wann die Herpine für dieses Jahr schließt, ist noch nicht klar. Hutt macht das abhängig vom Wetter und den Besucherzahlen wie jedes Jahr. Den August werde die Familie noch mitnehmen. Aber die zwei Wochen werden nichts mehr ändern. Grob schätzt der Geschäftsführer den Verlust auf mindestens 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. An Corona läge das nicht einmal, sagt Hutt. Sondern vor allem am Wetter. „Es war sehr durchwachsen.“ 

Auf Corona war das Waldfreibad gut vorbereitet. „Wir haben eine sehr unkomplizierte und entspannte Lösung gefunden“, sagt Hutt. Anders, als in anderen Bädern in der Region musste man sich nicht an Blockzeiten orientieren, sondern musste nur online schauen, ob noch Plätze in der Herpine frei sind. Wenn ein Badegast durch die Pforte läuft, drückt Simone Hutt auf einen grünen Button, der auf der Seite der Herpine die Besucher zählt. Wenn ein Badegast das Freibad verlässt, drückt sie den roten Button. Oft drückte sie ihn diese Saison nicht. 

Trocken gelaufen: Der Hälver-Bach liefert nicht mehr genügend Wasser für das Becken in der Herpine.

Den deutlichen Umsatzeinbruch wird man Ende der Saison in Zahlen messen können. Hoffnung setzt die Familie dabei auf die Stadt, die in mehreren Gesprächen bereits gesagt habe, die Herpine zu unterstützen. 

Wegen Trockenheit: Becken musste mit Stadtwasser gefüllt werden

Vor dem Wochenende mit dem Besucherrekord musste aufgrund der Trockenheit des Hälver-Bachs das Becken mit Stadtwasser gefüllt werden. Das werde immer häufiger der Fall. Der Bach, der hinterm Zaun neben dem Volleyballfeld verläuft, ist trocken. Nur etwas Grundwasser drückt sich hoch. Ein Schwimmbecken bekommt man damit nicht mehr voll. Stadtwasser muss daher noch zusätzlich gekauft werden. 

Mit der momentanen Situation hat Phillipp Hutt schon beinahe abgeschlossen und blickt auf die kommende Saison. „Es wird sich einiges ändern“, kündigt er an. Das Rauchen soll nicht mehr überall erlaubt sein, sondern nur noch in bestimmten Raucherzonen. Phillipp Hutt will es unterbinden, dass am Kinderbecken geraucht wird und auch, dass überall auf der Wiese Zigaretten-Stümmel liegen. 

Erscheinungsbild wird sich ändern

Zudem werden sich die Preise sowohl für die Tageskarten, als auch für Saisonkarten verändern. Während das Bad geschlossen ist, wird sich auch das Erscheinungsbild des Waldfreibads verändern. Die Förderung von Land und Bund aus dem „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ in Höhe von insgesamt 581 000 Euro fließt unter anderem in die Beckenwände, Barrierefreiheit und Geländearbeiten. Das Konzept, das Stadt, Architekturbüro Czarkowski und die Herpine entwickelt haben, wird nach der Badesaison umgesetzt. Und im kommenden Jahr, hoffen Phillipp und Simone Hutt, dass Corona kein Thema mehr ist. Die Buttons am Eingang jedoch werden sie wohl trotzdem beibehalten.

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