Schmiedestraße in Halver muss erschlossen werden

Ausbau der Schmiedestraße fürs Neubaugebiet Schmittenkamp bedroht Firmen-Existenz 

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Die Firma Grote befindet sich an der Schmiedestraße, die für das neue Baugebiet erschlossen werden muss.

Oberbrügge -„Das ist für uns existenzbedrohend.“ Der anstehende Ausbau der Schmiedestraße in Oberbrügge könnte das Aus für ein traditionsreiches Unternehmen in Halver bedeuten.

Seit 1842 arbeitet die Schmiede August Grote in Ehringhausen an dieser Stelle. Zehn Mitarbeiter beschäftigt Norbert Grote dort. In früheren Zeiten waren es bis zu 50, auf die der Gebäudekomplex auch ausgelegt ist. Die Gebäudekosten seien schon jetzt drückend, sagt er im Gespräch mit Redakteur Florian Hesse. 

Kämen jetzt die Erschließungskosten, „kann ich den Betrieb dichtmachen“, sagt Grote über die Perspektiven des zweitältesten Unternehmens in Halver. Kontakt mit ihm habe die Stadt Halver bislang nicht aufgenommen. Er suche nun „kompetente Hilfe“ im weiteren Verfahren. 

Teure Angelegenheit?

Zum Hintergrund: Die Erschließung des Baugebiets Schmittenkamp in Oberbrügge-Ehringhausen könnte zur teuren Angelegenheit werden. Die Größenordnungen sind noch nicht bekannt und werden zurzeit ermittelt. Aber bei der Herstellung der erforderlichen Straße handelt es sich um eine sogenannte erstmalige Herstellung einer Erschließungsstraße. 

Die Stichstraße, die ins Neubaugebiet Schmittenkamp führen wird, ist noch nie mit den Anliegern abgerechnet worden. Das bedeutet, dass im Nachhinein für den anstehenden Straßenbau gezahlt werden muss. 

Die Beiträge richten sich nach 

  • Art und Maß der baulichen oder sonstigen Nutzung
  • den Grundstücksflächen
  • der Grundstücksbreite an der Erschließungsanlage. 

An dieser Verteilung wird bei der Stadt Halver gerade gerechnet. Die Kommune selbst trägt zehn Prozent der abrechenbaren Kosten. Im Umkehrschluss: 90 Prozent der Kosten werden von den Anliegern getragen, die dort ansässig sind, darunter die Firma August Grote, als Schmiedebetrieb 1842 gegründet. Ob die zwei bis drei Nachbarn an der Schmiedestraße hohe Beiträge aufbringen können, ist für Norbert Grote fraglich. 

Neue Straße bringt der Firma nichts

Und seine Firma hätte von der neuen Straße eigentlich nichts, außer ein verstärktes Verkehrsaufkommen. Die Schmiedestraße, ehemals Kluse genannt, sei seit jeher eine reine Firmenzufahrt. „Danach hat nie ein Hahn gekräht“, erklärt Norbert Grote. Dass diese erstmalige Herstellung von Straßen konfliktträchtig ist, liegt nicht nur in Halver auf der Hand. 

In Lüdenscheid beispielsweise gibt es eine ganze Reihe von Straßen, die noch nie abgerechnet worden sind und für die die Stadt Halver nun die Anwohner zur Kasse bittet. Die Straße Zum Weißen Pferd beispielsweise schlägt dort mit Gesamtkosten von fast 900 000 Euro zu Buche, die gemäß Baugesetzbuch zu 90 Prozent auf die etwa 20 Anlieger verteilt werden. Zum Teil sind es dort in Lüdenscheid fünfstellige Beträge, die dann für die Anwohner fällig werden.

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