Es soll mehr gebaut werden

Erheblicher Nachholbedarf: Geringe Bautätigkeit in Halver im kommunalen Vergleich

Es sind 6,5 neue Wohneinheiten pro 1000 Einwohner in zehn Jahren entstanden. Diese seien nicht geeignet, mittel- und langfristig die Einwohnerzahl in Halver zu stabilisieren. Im interkommunalen Vergleich erreiche die Bautätigkeit in Halver nicht einmal die Hälfte des Durchschnittswertes.

Halver - Da könnte mehr gehen, muss es auch. In Halver wird zu wenig gebaut. Besonders ärgerlich: Viele wollen, können aber nicht. Die Stadt hat Pläne. 

„Halver hat einen erheblichen Nachholbedarf beim Thema Baugenehmigungen.“ Damit antwortete Kämmerer Markus Tempelmann im Hauptausschuss auf eine Anfrage, die Martin Halbrügge von der Grünen-Fraktion in der Ratssitzung im Januar stellte. Halbrügge wollte wissen, wie viele Baugenehmigungen die Stadt Halver erteilt hat.

Aus den Daten, die Tempelmann zusammengestellt hat, wird Folgendes deutlich: Es sind 6,5 neue Wohneinheiten pro 1000 Einwohner in zehn Jahren entstanden. Diese seien nicht geeignet, mittel- und langfristig die Einwohnerzahl in Halver zu stabilisieren. Im interkommunalen Vergleich erreiche die Bautätigkeit in Halver nicht einmal die Hälfte des Durchschnittswertes, auch wenn es sich bei den Vergleichsstädten um vorbildliche Beispiele handelt, zu denen auch Wipperfürth gehört.

Weiter führte Tempelmann aus, dass die Bautätigkeit der Stadt Halver ohne den Markteintritt ab 2011 mit den Wohngebieten Leyer Sonnenschein, Falkenstraße und Bahngelände fast völlig zum Erliegen gekommen wäre.

Das Neubaugebiet Schmittenkamp war gut, aber die Nachfrage nach Bauland sei immer noch groß.

Quintessenz der Daten sowie der Tatsache, dass auf der Interessentenliste der Baugrundstücke für das Neubaugebiet Schmittenkamp mehr als 80 Familien stehen, sei, dass die Bautätigkeit in Halver forciert werden müsse. Nicht unerwähnt ließ Markus Tempelmann in diesem Zusammenhang auch die Berichtigung des Flächennutzungsplans im Bereich Schmittenkamp. An dieser Stelle hätte man aufs Tempo gedrückt und sich nicht von Corona hindern lassen. „Wir haben an verschiedenen Stellen Gas gegeben“, sagte Tempelmann. „Man sieht an den Zahlen, dass es notwendig war, und wir haben eine enorme Nachfrage seitens der Kunden. 

Lange Liste fürs Neubaugebiet Schmittenkamp

Ich denke, wir müssen diese Nachfrage auch sättigen.“ Die Anzahl der Haushalte in Halver steige permanent, weswegen man von Zeit zu zeit mehr Wohngebiete ausweisen müsse. Die Nachfrage der Menschen, die in Oberbrügge auf Bauland warten, gäbe ihm Recht. Daher sei es gut und wichtig gewesen, dass das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren durchgeführt wurde.

Zusammenarbeit der Verwaltung

Bürgermeister Michael Brosch reagierte auf die Ausführungen von Markus Tempelmann im Hauptausschuss und nutzte die Gelegenheit, um sich beim Leiter des Fachbereichs Bauen und Wohnen, Michael Schmidt, und seinem Team zu bedanken. „Ich darf an der Stelle vielleicht noch einmal ergänzen, dass die Ressourcen einer Gesamtverwaltung nur einmal zu begleichen sind.“ Das Gasgeben an einer Stelle führe immer dazu, dass andere Stellen nicht so bedient werden können, wie es vielleicht sonst der Fall wäre. „Deswegen möchte ich mich in aller Form noch einmal bei Herrn Schmidt bedanken, der mit seiner Mannschaft diesen Prozess intensiv unterstützt hat.“ Denn es seien Ausschreibungen zu erstellen sowie Straßen und Kanäle zu bauen, zählte Brosch auf und nennt das Bauamt ein „schönes Beispiel für eine hervorragende Gesamtleistung einer Verwaltung“.

Schmittenkamp gutes Beispiel

Damit sollte der Punkt abgeschlossen werden, doch Markus Tempelmann ergriff noch einmal das Wort und betonte, wie „imminent wichtig“ es gewesen sei, das Baugebiet schnellstmöglich zu realisieren. „Dass wir auf die Tube gedrückt haben, war richtig so“, sagte er. „Danke, dass du auch mal Michael Schmidt erwähnt hast, aber auch Bauleitplanung ist wichtig und ohne diese Facetten hätten wir Schmittenkamp definitiv jetzt nicht am Start.“ Halver hätte ein bis zwei Jahre Vorsprung vor anderen Städten, führte Tempelmann weiter aus. Auf viele Dinge, die jetzt schon feststehen, hätte man ansonsten noch warten müssen. „Und dann würden die 33 Kunden am Schmittenkamp ihr Baukindergeld von 12 000 Euro eben nicht bekommen.“

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