Erheblicher Mehraufwand bei künftiger Ausstellung

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Noch erhalten die Bürger im Meldeamt die alten Personalausweise, doch hier gibt es bereits Informationen zu dem neuen Dokument, das zum 1. November eingeführt wird. ▪

HALVER ▪ Der neue Personalausweis beschäftigt derzeit die Verwaltung. Damit rechtzeitig zum Start der neuen Ära am 1. November bei der Beantragung des Dokuments alles möglichst reibungslos über die Bühne geht, wird aktuell der Bedarf an technischen Geräten ermittelt.

„Wir sind in den Planungen und stimmen uns intern mit den Fachabteilungen ab“, erklärt Bürgerdienste-Fachbereichsleiter Thomas Gehring im AA-Gespräch. Die Zeit um den Starttermin 1. November ist für die Verantwortlichen schwer zu kalkulieren. Die Forderung nach weiterem Personal steht zudem im Raum.

Gehring vermutet, dass es zwei „Wellen“ geben könnte: Bei dem einen möglichen Ansturm auf das Meldeamt würden dann diejenigen vorstellig, die aufgrund der Kosten oder auch aus Datenschutzgründen lieber noch gerade rechtzeitig einen Personalausweis nach alter Fassung in ihr Portmonee stecken wollen. Statt künftig 28,80 Euro wären dann noch mal nur um die 13 Euro fällig. Der zweite größere Ansturm könnte von den Bürgern ausgelöst werden, die möglichst schnell die neuen technischen Mittel nutzen wollen, wie der freiwillige Fingerabdruck auf dem Dokument und die erweiterten Möglichkeiten der Online-Kommunikation mit Behörden. Wie groß der Ansturm jeweils ausfallen wird, kann der Bürgerdienste-Fachbereichsleiter nicht beantworten. „Eine seriöse Zahl zu sagen, fällt mir schwer.“

Damit die Technik nicht einen Strich durch die Rechnung macht, ermittelt die EDV-Abteilung im Rathaus gemeinsam mit der KDVZ Citkomm, dem kommunalen IT-Dienstleistungsunternehmen für die angeschlossenen Kreise, Städte und Gemeinden, den Bedarf. Es geht darum, neue Scanner anzuschaffen, zusätzliche Bildschirme, damit die Bürger die Beantragungsschritte mitverfolgen können, sowie spezielle Fingerabdruckscanner. Wie viel Geld die Stadt dafür in die Hand nehmen muss, weiß Gehring noch nicht. Doch zwei Arbeitplätze müssten ausgestattet werden.

Dass die Mitarbeiterinnen hier bereits jetzt einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind, ist dem Bürgerdienste-Fachbereichsleiter bewusst. Auch, dass diese durch den neuen Personalausweis nicht geringer wird. So würden Zahlen im Raum stehen, die besagen, dass statt heute maximal sechs Minuten für die Beantragung künftig möglicherweise 18 Minuten drauf gehen. „Es ist ein Aufwand, der das dreifache an Zeit erfordert.“

Welche Auswirkungen das auf die personelle Ausstattung des Servicebereichs für Bürger haben wird, müsse abgestimmt werden. Als Möglichkeiten sieht der Bürgerdienste-Fachbereichsleiter eine Umschichtung des Personals in der Verwaltung, oder auch ein Mehr im Stellenplan. „Möglicherweise ist darüber nachzudenken, dass man wieder den umgekehrten Weg geht“, blickt Gehring auf den in jüngster Zeit erfolgten Personalabbau bei der Stadt. Es wisse zwar um die finanzielle Notlage der Kommune, doch gehe es hier um eine Kernaufgabe der Stadt. ▪ Marco Fraune

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